Ein Abend
Auf Sümpfe, die verfault in Haß und Wut,
Tropft hoch vom Himmel der zerfetzten Sterne Blut.
Der Himmel schwarz und schwarz der Wald,
Verzagte Wolken, naß und kalt,
Die voll Verzweiflung weiter streichen,
Von Nord nach Süd im Flug entweichen.
Du Land der niedern Hütten, fern am blauen Strand,
Du meiner Augen fromm ersehntes Land,
Wo sie besiegt und ohne Waffen
Jetzt meinen Träumen Obdach schaffen.
Du Land von Blei, verdammtes Brack,
In Tümpeln ekler Nachgeschmack,
Wo trübe, widerliche Pfützen
Des Denkens Leichen dreist bespritzen.
Du Land, wo sie Erinnerung mit Kot umhüllen,
Wo sie den Haß in Fässer füllen,
Wo Aussatz das Gesicht enthäutet,
Wo frech der Tod zur Vesper läutet.
Die heisern Glocken zieht der Tod,
Der dort im Hafen finster droht,
Im Nebel schwingt er seine Hippe
Am Glockenturme, ein Gerippe.
Du Land, von meinem Blut benetzt,
Mein Herz ist wund, zerfleischt, zerfetzt,
Verfault in Haß, verfault in Wut ....
Auch dieser Stern verspritzt sein Blut.