Das Schwert

Einst hat mir einer, der ein blankes Schwert getragen,

Voll Hohn ob meines dürren Stolzes prophezeit:

Nichts wirst Du sein! in Deiner Zukunft leeren Tagen

Harrt Deiner Reue nur um die Vergangenheit.

Der Ahnen reines Blut wird in Dir schal und trocken,

Dein schwacher, träger Leib bricht unter jeder Last,

Gekrümmt vom Fieber wirst Du an dem Fenster hocken,

Dieweil vorüber wogt des goldnen Lebens Hast.

Verdorrte Nerven ziehen Deinem Willen Schranken,

Die Nägel werden weich und schlaff an Deiner Faust,

Zum Grabe wird die Stirn ohnmächtigen Gedanken,

Sie schreckt Dich, wenn des Nachts Du in den Spiegel schaust.

Flieh vor Dir, wenn Du kannst. Es wird Dir nicht gelingen,

Dir selbst und allen Menschen Knecht bist Du nicht frei,

Dein Rücken ist gebeugt, Dein Fuß verstrickt in Schlingen,

Längst ward Dein Haupt entthront, längst füllt die Adern Blei.

Da draußen wogt der Kampf, dort wird die Schlacht gewonnen,

Es hat Dein bleicher Mund das Banner nie geküßt,

Dein Herz ist welk, in alte Texte eingesponnen,

Die blöder Witz wie Tuch zerschneidet und vermißt.

Du bleibst allein. Zurück zur Jugend spähn die Sterne

Des Auges, doch vergebens lockt sie der Magnet,

Verzweifelnd lauschst und einsam Du, wenn in der Ferne

Der Siege frohes Wetter donnernd niedergeht.