Frau und Katze
Die Katze — nein, die Dame drohte,
Oft sieht man sowas, glaub ich, nicht.
Die weiße Hand, die weiße Pfote,
Sie neckten sich im Dämmerlicht.
Die eine barg — ha, die Verdammte,
Verdammt sei alle Zeit ihr Witz —
In ihres Ärmels dunkelm Samte
Die langen Nägel scharf und spitz,
Die andere wollte gern gefallen;
Da eingezogen sie die Krallen,
Verlor der Teufel wirklich nichts.
Er lachte, denn er sah im Dunkeln,
Wie Flackern eines fahlen Lichts,
Vier gelbe Phosphorflecke funkeln.
Serenade
O Herrin, hör mein Lied! ein Toter singt,
Längst liegt er im Grabe,
Es krächzt die Stimme, die das Ständchen bringt,
Wie ein heiserer Rabe.
Die Seele öffne, öffne auch das Ohr,
Lausche meiner Zither,
Das Lied ist dein, nur dir trag ich es vor,
Süß klingt es und bitter.
Dein Auge preis ich und das Gold des Blicks,
Seine Pracht, die klare,
Die Lethe deines Busens und den Styx
Deiner dunkeln Haare.
O Herrin, hör mein Lied, ein Toter singt,
Längst liegt er im Grabe,
Es krächzt die Stimme, die das Ständchen bringt,
Wie ein heiserer Rabe.
Gesegnet sei dein Fleisch, wie sich’s gebührt,
Auch der Duft des Leibes,
Hab schlaflos manche Nacht ihn noch gespürt,
Diesen Duft des Weibes.
Und jetzt besing ich noch zum guten Schluß
Deine blasse Wange,
Die heißen roten Lippen und den Kuß,
Engel du, du Schlange.
Die Seele öffne, öffne auch das Ohr,
Lausche meiner Zither,
Das Lied ist dein, nur dir trag ich es vor,
Süß klingt es und bitter.