Nach dem Essen

In dem Ledersessel friedlich,

Höchst gemütlich,

Sitzt der Gastfreund. Wie ein Schlauch

Bläst er aufwärts im Verdauen

Dichten blauen

Leicht gewellten Tabaksrauch.

Nach der glänzenden Verpflegung,

Der Erregung,

Dem Geschwätz beim Mittagsmahl

à l’anglaise sich zu strecken,

Sich zu recken,

Das ist einfach ideal.

Und dann sitzt man so vertraulich

Und beschaulich

„Unter uns“, nicht jedermann

Will im Bilde ängstlich bleiben

Und umschreiben,

Was man deutlich sagen kann.

Nein, wir sprechen frei! O Wunder,

Der Burgunder

Löst die Zunge. Manchem schon

Hängt der Himmel voller Geigen,

Weshalb schweigen?

Jetzt riskiert man einen Ton.

Nur nicht Politik, nicht Wahlen,

Keine Zahlen,

Solche Themen sind zu fein,

Sowas darf man sich nicht leisten,

Denn die meisten

Schlummern dabei friedlich ein.

Lieber so ein Anekdötchen,

So ein Zötchen,

Das die Laune nicht verdirbt,

Das im enggeschlossnen Kreise

Seine Reise

Fröhlich antritt und auch stirbt.

Man erfährt von Eingeweihten

Neuigkeiten,

Das Ballett wird durchgesiebt,

Dankbar hört man Jagdgeschichten

Neu berichten,

Die der Ahnherr schon geliebt.

Was nach einem guten Essen

Angemessen,

Wird mit Wichtigkeit erzählt,

So gewährt des Geists Entfaltung

Unterhaltung,

Die das ernste Haupt nicht quält.

* *
*

Einsam sitzen unterdessen,

Fast vergessen,

Schöne Damen. Edler Stil

Sind sie alle und Vollendung,

Jede Wendung

Zeigt beim Plaudern Halbprofil.

Jeder kann von diesen Sternen

Etwas lernen,

Was ihn mit der Welt versöhnt,

Von dem Wetter oder lieber

Noch vom Fieber

Und wie Baby man entwöhnt.

Eine Schneiderin empfehlen

Gute Seelen,

Andere wissen andern Rat;

Diesen Winter trägt man Loden,

Nein, die Moden

Sind abscheulich, in der Tat.

Manches läßt man sich wohl bieten,

Doch Visiten

Nicht erwidern ist nicht fein,

Bleibt man selber welche schuldig,

Soll geduldig

Immer hübsch der andere sein.

Ein Roman, den jedes Wesen

Schon gelesen

Oder augenblicklich liest,

Wird bewundert. Sehr erquicklich

Und auch schicklich

Ist es, was man da genießt.

Der Tenor ... um Gottes Willen!

Meine Pillen

Tuen glücklich ihre Pflicht,

Ach, die Leute .., alle Tage

Solche Plage,

Nein, man glaubt es wirklich nicht.

Unser Doktor ist sehr peinlich.

Höchst wahrscheinlich

Gehn wir diesmal an die See.

Vom Theater wird gesprochen.

In die Wochen

Kommt sie wieder mal ... o weh!

Unerschöpflich quillt der Segen,

Dauerregen

Netzt in Strömen das Gesträuch.

Trotzdem sieht sofort der Kenner,

Ohne Männer

Plagt die Langeweile euch.

Arme Damen, seid bedauert,

Denn ihr lauert

Auf das stärkere Geschlecht.

Ach, Ihr könnt noch lange harren,

Die Zigarren

Fordern mitleidlos ihr Recht.

* *
*

Gott sei Dank, da sind sie endlich!

Selbstverständlich

Duften alle nach Tabak,

Nach dem Kraute der Havanna,

Frisches Manna

Hat ganz anderen Geschmack.

Doch die Frauen sind ja alle

Ohne Galle!

Manches liebliche Duett

Tönt sofort. Nein, was ich sage,

Ohne Frage,

Dieser Abend war zu nett.