Närrischer Rat

Zeig Dich niemals schüchtern,

Wenn Du klug nur bist,

Doch die Ehe ist

Abgeschmackt und nüchtern.

Tapfer trinken lohnt!

Guckst Du in die Flasche,

Trägst Du in der Tasche

Sonne bald und Mond.

Blöken dumme Kälber,

Fühle Dich geehrt,

Unsern wahren Wert

Kennen wir nur selber.

Rotes Herzblut kreist

Flammend durch die Adern,

Brauchst nicht gleich zu hadern,

Wenn ein Floh Dich beißt.

Wenn die Stürme tosen,

Nimm es in den Kauf,

Pfeife ruhig drauf,

Pflücke keck die Rosen.

Nimm nur alles so,

Wie es ist auf Erden,

Besser wird’s nicht werden,

Also trag es froh.

Laß die Leute sprechen,

Ihnen macht es Spaß,

Oben der vergaß

Längst schon Dein Verbrechen.

Deine Seele zagt,

Doch zu neuer Blüte

Führt sie seine Güte,

Wenn der Morgen tagt.

Wenn des Schicksals Tücke

Schwache auch zerbricht,

Dich zerschlägt es nicht

Gleich in tausend Stücke.

Spotte Deiner Qual,

Zwinge Deinen Jammer,

Wirst ja unterm Hammer

Härter noch als Stahl,

Mag der Amboß wimmern,

Wenn er nieder saust;

In Sankt Jürgens Faust

Wird die Klinge schimmern.

Und Sankt Michael

Wird zum Licht Dich heben,

Dort wirst neu Du leben

Ohne Schuld und Fehl.

Sieh, die Blumen sprießen

Aus des Grabes Ruh,

Lächeln sollst auch Du,

Wenn die Tränen fließen.

Sieh, aus dem Gestein

Werden Funken sprühen,

Bald wirst aller Mühen

Du auch ledig sein.