Vergessen

Der Tempel auf der steilen Klippe ist zerfallen,

Die ehernen Heroen liegen tief im Sand,

Die Marmorgöttin, welche auf dem Altar stand,

Ruht im Gestrüpp, verödet sind die weißen Hallen.

Ein Rinderhirt läßt seine Muschelflöte schallen,

Die Weise ist seit altersgrauer Zeit bekannt,

Zur Tränke zieht der Stier im heißen Sonnenbrand,

Der Geier späht nach Raub für seine scharfen Krallen.

Die milde Erde, die die Götter einst gesehn,

Schmückt stets im Frühling, um für alte Huld zu danken,

Geborstene Kapitäle mit Akanthusranken.

Der Mensch will seiner Väter Traum nicht mehr verstehn,

In hellen Nächten hört er ohne frommen Schauer

Des Meeres Klagelied und der Sirenen Trauer.