Weihe
Dem grimmen Ares weihe ich die treuen Waffen!
Hilf mir, ich bin zu alt. Hier vor das Gottes Bild
Häng an den Pfeiler meinen Helm, den schweren Schild
Und dieses schartige Schwert ..., ich kann es nicht mehr schaffen.
Und auch den Bogen. Meinst Du, daß er mit der straffen
Sehne hier hängen soll? Ich wär es gern gewillt,
Doch meine Kraft versagt, wenn solcher Kunst es gilt,
Das harte Holz gehorcht nicht mehr dem Arm, dem schlaffen.
Nimm jetzt den Köcher. Wunderst Du Dich etwa, weil
Er leer ist? Ja, mir scheint, Dein Auge sucht den Pfeil,
Damit er Dir von blutigem Männerstreit erzähle!
Es ist umsonst, Du findest keinen mehr davon,
Sie schwirrten zischend durch das Feld von Marathon
Und stecken alle in des toten Persers Kehle.
Des Toten Bitte
Halt, Wanderer, ein Wort! Wenn je Dein froher Mut
Nach Kypsela Dich führt am Hebrosstrand, so frage
Dem greisen Hyllos nach, er soll die Totenklage
Dem Erben weihn, der nie mehr an des Herdes Glut
Sich wärmen wird. Zernagt vom Wolf und seiner Brut
Vermodert der erschlagne Leib im finstern Hage,
Vergebens harrt, daß ihn das Boot hinüber trage,
Am Styx der Schatten. Rache heischt vergossenes Blut.
Jetzt geh. Des Abends, wenn der Sonne Strahlen bleichen,
Siehst Du vielleicht ein Weib zu einem Denkmal schleichen,
Der schwarze Schleier hüllt das weiße Haupt ihr ein.
Daß nächtigen Spuk die Ärmste treibt, darfst Du nicht wähnen,
Es ist mein Mütterchen. Sie beugt sich auf den Stein
Und füllt die leere Urne nur mit ihren Tränen.