Der Ziegenhirt

Verfolge nicht den Bock auf diesem Kletterpfad,

Ein Fehltritt, und Du kommst zu Schaden und zu Leide!

Am Hang des Menalos, wo wir die Sommerweide

Beziehn, gewahrst Du kaum, wie schnell das Dunkel naht.

Ich habe Wein und Obst. Wir harren, durch den Grat

Geschützt, des Morgens hier, doch laut zu sein vermeide,

Allgegenwärtig sind die Himmlischen, uns beide

Hat Hekate schon längst erspäht. Deshalb mein Rat.

Der Satyr, der als Herr auf diesen Höhen schaltet,

Haust dort im tiefen Loch, wo das Gestein sich spaltet,

Er kommt hervor, wenn jemand ihn zu schrecken wagt.

Horch, die Schalmei! laß flink uns in den Schatten schlüpfen ...

Sieh, wie der Mondschein sich an seine Hörner hakt,

Zum Tanze spielt er auf, und meine Ziegen hüpfen.