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Haag, Georg. Porträtmaler. Geb. 1808 zu Hatzenweiler in Württemberg; gest. 21. August 1882 in München. Er trat 1829 in die Münchener Akad. und arbeitete unter H. M. von Hess. 1840 bereiste er Russland und setzte 1845 seine Studien in München in der von Jos. Bernhardt begründeten Kunstschule fort. 1847 kam er zum zweiten Male nach Petersburg, war Anfang 1849 in Reval und 1851 in Riga, wo er sich neben dem Porträtmalen mit der Erteilung von Zeichenunterricht beschäftigte. Im Herbst 1852 ging er nach Deutschland zurück, kam aber in der Folge wieder nach Riga und hielt sich hier bis 1861 auf. Die Gal. des Schlosses Koltzen in Livland besitzt von ihm ein Porträt der Lola Montez und das eines Tiroler Bauern.
Inland 1857 S. 315. — Rigasche Ztg. 1882 Nº 226.
Haaren, Franz Baron v. Bildhauer. Geb. 11. November 1856 in Johannenhof bei Bauske; gest. 18. Februar (2. März) 1879 in Stuttgart, war Schüler von Donndorf. Bekannt sind von ihm: Das Porträt seines Vaters. — Porträt des Hn. K. v. Löwis of Menar. — Porträt des Leipziger Prof. d. Musik G. J. Becker (Basreliefs in Medaillenform. Riga Jub. A. 1901. Bes. K. von Löwis of Menar, Riga).
Haberland, Christoph. Baumeister. Getauft am 6. Januar 1750 in Riga; gest. daselbst 7. April 1803. Nachdem er praktisch das Maurerhandwerk erlernt hatte, ging er auf die Wanderschaft und scheint hauptsächlich in Berlin und Dresden künstlerischen Studien obgelegen zu haben. Am 30. Januar 1778 machte er sein Meisterexamen und wurde am 13. Mai desselben Jahres vom Rigaschen Rate zum Adjunkten des Stadtwerkmeisters ernannt. Seine spätere Ernennung zum Stadtbau- und Werkmeister lässt sich urkundlich nicht belegen. H. gehörte zu den bedeutendsten Architekten s. Z. im Lande. Zu seinen vornehmsten Bauten gehören: Der Ausbau der Stadtbibliothek über dem Ostflügel des Domkreuzganges in Riga, 1778–1783 erbaut, mit prächtigem Saal (jetzt Konfirmandensaal der Domgemeinde). — Das Wohnhaus des ehem. Grosskaufmanns Joh. Sam. Hollander (gr. Pferdestr. 28). — Umbau des Gefängnisses zum Polizeihause (jetzt Hotel London, Kalkstr. 11). — Wohnhaus des weil. Ratsherrn Seb. Heinr. Kruse, in der Altstadt. — Wohnhaus des Bürgers Arn. Senger (gr. Pferdestr. 14). — Das eigne Haus des Meisters (gr. Schmiedestr. 4; jetzt mit dem Hause der Gesellsch. Ulei verschmolzen, aber in der Fassade erhalten). — Das Wohnhaus des Grosskaufmanns Conrad Heinr. v. Sengbusch, ursprünglich für den Zinngiesser Joh. Hayen begonnen, der den angefangenen Bau 1793 an v. S. verkaufte, v. S. übertrug H. die Ausführung (gr. Jungfernstr. 3, jetzt A. G. Ruhtenberg). — Die luth. Rundkirche in Kattlekaln bei Riga, 1791 begonnen. — Zugeschrieben wird ihm der Entwurf für die Marmorkanzel der Petrikirche; sie wurde in Carrara ausgeführt und am 1. Advent 1794 geweiht; eine Stiftung der Frau Gertrud von der Horst.
Nach einem Manuskr. von Dr. Anton Buchholtz, Riga †.
Hagen, Alexander. Maler. Geb. 17. Februar 1827 auf dem Gute Klein-Wrangelshof in Livl. Sohn des Malers [Aug. Matth. H.], gest. in Peru, erhielt seine erste Ausbildung von seinem Vater und ging dann zu weiterer Ausbildung nach München. 1855 zog er nach Rom, lebte 1856/57 in Paris und begleitete dann den bayrischen Gesandten Dr. M. Wegner auf einer Forschungsreise durch Südamerika, von der er im Herbst 1859 nach Deutschland zurückkehrte. Nach kurzem Aufenthalt in Deutschland ging er wieder nach Peru, wo er durch Porträtmalen mehrere Jahre sich und seine Familie erhalten haben soll. Sein tüchtig gemaltes Selbstporträt befand sich 1901 auf der Rigaschen Jubiläumsausstellung.
Hagen, August Matthias. Landschaftsmaler und Kupferstecher; Vater des [Vorigen]. Geb. 12. Februar 1794 auf dem Gute Wiezeemhof im Kirchspiel Trikaten; gest. 20. November 1878 in Dorpat, wurde Schüler des Kupferstechers [C. A. Senff] und ging 1821 ins Ausland, wo er sich in München und Passau, dann in Tirol und der Schweiz weiter bildete. 1825 wurde er Lehrer des Zeichnens am Gymnasium und an der Töchterschule in Dorpat und folgte 1838 seinem Lehrer [Senff] als Zeichenlehrer an der Universität im Amte. 3. August 1837 ernannte ihn die Petersburger Akademie zum freien Künstler. Seine Haupttätigkeit lag auf dem Gebiete der graphischen Künste. Wir nennen von seinen Arbeiten: Sechs Ansichten des Universitätsgebäudes in Dorpat, 1827–1828, Aquatinta. qu. fol. — Ansicht von Dorpat vom Dom aus gesehen. Sternwarte der Universität Dorpat, 1839. Auf den Stein gez. von [F. Stern], gedr. von [G. F. Schlater] — Die Erziehungsanstalt zu Birkenruh bei Wenden, 1839; lith. von [G. F. Schlater]. qu. fol. — Der Marktplatz zu Wenden; nach [H. E. Hartmann] auf den Stein gez.; lith. von [F. Schlater]. qu. 8o — Der Prahm in Segewold, 1841, lith. v. [F. Schlater]. qu. fol. — Malerische Ansichten aus Livland, lith. v. [F. Schlater]. qu. fol. — Der lange Hermann (Turm am Schloss zu Reval); in Holz geschnitten v. Schmidt im [v. Maydellschen] Atelier. — 17 Blatt Tierstudien. Atlas zur Tierveredlungskunde, herausgegeben von J. F. L. Schmalz, lith. v. Winckelmann & Söhne, Berlin, qu. fol. — „Sachte Karo!“ Jagdszene, lith. v. [Schlater]. qu. fol. — Die Ruinen von Schloss Wenden (Bes. K. V. Riga; auch als Aquatintastich erschienen). — Der Königssee zu Berchtesgaden (Bes. v. Köhler, Dorpat). — Wasserfall bei Galling im Salzburgischen (Bes. Prof. Walter). — Einzelne Landschaften gingen in Kaiserlichen Besitz über; sie wurden von dem Dichter Joukoffsky für die Kaiserin erworben. Eine grosse Anzahl landschaftlicher Studien aus Finnland und Estland befindet sich im Besitz der Gelehrt. estn. Gesellschaft.
W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer S. 47–49.
Hagen, (Hagen-Schwarz) Julie Wilhelmine. Porträt- und Genremalerin. Geb. 15. Oktbr. 1824 auf dem Gute Klein-Wrangelshof bei Dorpat, gest. 7. Oktbr. 1902 in Dorpat; Tochter des [Vorigen]. Sie machte ihre ersten Studien unter der Leitung des Vaters und beschäftigte sich zunächst mit Blumenmalerei. Ihre weitere Ausbildung empfing sie dann in Dresden unter Friedr. Gonne; auch kopierte sie nach Rembrandt und van Dyck. 1848 wandte sie sich nach München, arbeitete zunächst unter Jos. Bernhardt, dann unter Moritz Rugendas. Von München ging sie nach Rom und erhielt hier durch Vermittlung der Herzogin Marie v. Leuchtenberg, der damaligen Präsidentin der Petersburger Akademie ein Stipendium für drei Jahre. 1854 kehrte sie nach Dorpat zurück und begleitete sechs Monate später ihren Gemahl, den Professor Ludw. Schwarz auf seinen wissenschaftlichen Reisen nach Sibirien. 1858 zurückgekehrt, wurde sie nach einer Ausstellung ihrer Gemälde in Petersburg von der Akademie zum Akademiker ernannt unter dem Namen Hagen-Schwarz. Von 1872–1898 hat die Künstlerin gegen 500 Porträts gemalt, von denen nur wenige öffentlich bekannt geworden sind.
W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 104–105.
Hagen, Ferdinand v. Architekt Geb. 5. Dezember 1849 in Reval, besuchte die Zivilingenieurschule Kaiser Nikolai I. in Petersburg, wurde 1883 Gouvernementsarchitekt in Nowotscherkask und übernahm 1886 das Amt des Stadtarchitekten in Jekaterinoslaw, das er 1891 krankheitshalber aufgeben musste. Nach seiner Wiederherstellung verwaltete er von 1893–1899 das Amt des Gouvernementsingenieurs in Orenburg und lebt jetzt in Petersburg. Zu seinen bedeutenderen Bauausführungen gehören: Das Donsche Museum in Nowotscherkask 1884 (I. Preis); das Zirkusgebäude daselbst, mehrere russische Kirchen im Dongebiet, mehrere Militärbauten, das Realgymnasium, mehrere Wohngebäude in Jekaterinoslaw, die russ. Kapelle in Losowaja zur Erinnerung an die Errettung der Kaiserlichen Familie bei Borki am 17. Oktober 1888, das Hotel Eliasberg und die Rettungsstation für Schiffbrüchige am Dnjepr bei Jekaterinoslaw.
Nach Autobiographie.
Hagen, Julius August v. Architekt. Geb. 29. Juni 1829 in Reval, Oheim des [Vorigen], trat 1847 in die Bauschule des Ministeriums des Wegebaues (jetzt Zivilingenieurinst.), absolvierte sie 1852 mit dem Diplom ersten Grades und trat in den Dienst der livländischen Gouvernements-Bau- u. Wegekommission, wurde 1875 zum Gouvernementsarchitekten befördert und verliess 1901 den Staatsdienst. Von 1887 bis 1904 Dozent am Rigaschen Polytechnikum für Baugesetzgebung und Bauanschläge; seit 1898 Baurevident des städtischen Bauamts. Als Inspektor der Arbeiten zur Abtragung der Festungswälle Rigas war er in den Jahren 1857–1863 den Generalgouverneuren Fürst Suworow und Baron Lieven attachiert. H. hat die vielfachen Umbauten im Ordensschloss, die dieses zur Aufnahme der Staatsbehörden dienstbar machen sollten, geleitet, in Riga mehrere Privatgebäude, in Pernau das Kronsgymnasium ausgeführt und sich namentlich an der Sammlung und Einführung der Rigaschen Bauordnung verdienstvoll beteiligt. H. ist Ehrenmitglied des Rigaschen Architekten- und des Rigaschen technischen Vereins.
Haken, Hildegard v. Malerin. Geb. 7. April 1873 in Riga, besuchte von 1896–1898 die [Jung-Stillingsche] Zeichen- und Malschule in Riga und empfing ihre weitere Ausbildung im Berliner Künstlerinnen-Verein. Gleichzeitig war sie Schülerin der Blumenmalerin Kath. Klein und arbeitete seit 1899 ab im Atelier der Frau v. Sivers. Sie lebt z. Z. in Berlin.
Nach Autobiographie.
Hardenack, Paul v. Architekt. Geb. 4. März 1819 in Riga, als Sohn eines Zollbeamten, gest. daselbst 1879; erhielt seine Ausbildung in Petersburg auf der Bauschule des Ministeriums des Wegebaues, jetzt Zivilingenieurinstitut, wurde 1844 Architektsgehilfe und 1858 Architekt der livländischen Gouvernementsregierung. 1863 wurde er auf Kosten der Regierung ins Ausland geschickt, um Studien zu Gefängnisbauten in Deutschland, Frankreich, Belgien und in der Schweiz zu machen. Krankheitshalber verliess er 1875 den Staatsdienst. Zu seinen bedeutendsten Bauten gehört die grosse Synagoge in Riga, 1871 vollendet.
Nach Familiennachrichten.
Hartmann, Hermann Eduard. Maler und Holzschneider. Geb. 20. Juli 1817 in Dorpat; gest. daselbst 26. Dezember 1880. Seine erste Ausbildung erhielt er von [Aug. M. Hagen]. 1836 ging er zu weiterer Ausbildung nach Düsseldorf, später nach München. Von 1841–1844 bekleidete er das Amt eines Zeichenlehrers an der Landesschule zu Birkenruh und liess sich 1845 in Dorpat nieder, wo er sich vorherrschend mit dem Holzschnitt beschäftigte. Mehrere seiner Holzschnitte erschienen in der estnischen Zeitschrift Postimees, im estnischen Volkskalender und in der lettischen Zeitschrift Pasaule. Er hat auch mehrere Porträts gemalt. Seit dem Dezember 1860 bekleidete er das Amt des Konservators am Museum der Gelehrten estnischen Gesellschaft und war gleichzeitig in verschiedenen Kommunalämtern tätig. Von seinen Arbeiten seien genannt: Zeichnung des Marktplatzes zu Wenden, 1844. Auf den Stein gezeichnet von [A. M. Hagen]; gedruckt bei [Schlater] für Briefbogen. — Ansicht von Riga von der Dünaseite, 1856. Holzschnitt für den estnischen Volkskalender von 1858; auch auf Briefbogen. — Trachten der Pleskau’schen Esten, 1859; Holzschnitt. — Abbildungen Dorpater Studenten; Holzschnitt, von Chr. J. Petersohn mit Versen versehen. — Schloss Neuhausen bei Johannisfeuerbeleuchtung. Nach der Natur gezeichnet und in Holz geschnitten 1859. — Schloss Neuhausen; Holzschnitt 1859. — Ansicht von Narva mit estnischer Ueberschrift: Narwalin, auf einem fliegenden Bande; Holzschnitt in einem länglichen Achteck. — Ansicht von Walk, 1856 in Form einer Vignette mit Renaissanceumrahmungen; Holzschnitt. — Der Wasserfall der Narowa; kleiner Holzschnitt. — Ansicht von Riga mit der Flossbrücke; kleiner, oben bogenförmiger Holzschnitt. — Portal der Johanniskirche in Dorpat; kleiner Holzschnitt. — Dreizehn Ansichten aus Dorpat; kleine Holzschnitte. — Porträt des Professors Martin Asmuss. Lith. von Sternberg, gedr. von [F. Schlater] 4o. — Porträt desselben. Gez. von H. C. Hartmann, lith. von F. Hanfstängl, Dresden. — Porträt des Pastors Eduard Philipp Körber († 1850). — Porträt von A. W. Hollander, nach [A. Pezold] auf den Stein gez. von Hartmann, gedr. bei [Schlater], 4o. — Porträt des Pastors der estnischen Gemeinde zu Dorpat Karl Heinr. Konst. Gehewe; Holzschnittsilhouette nach Dr. [Panck]. — Porträt des Oberlehrers der Geschichte am Gymnasium zu Dorpat Gustav Moritz Santo; Holzschnittsilhouette nach Dr. [Panck].
Sitzungsberichte der Gelehrten estnischen Gesellschaft 1880. — Inland 1855 S. 604.
Hartmann, Wolfgang. Kupferstecher. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts in Riga tätig. Von ihm: Porträt des schwedischen Generalgouverneurs von Livland Grafen Gustav Horn, 1652. Die Originalplatte im Dom-Mus. zu Riga. Davon Abdrücke aus neuerer Zeit. — Porträt des Rigaschen Ratsherrn Laurenz Zimmermann, etwa um 1652. Originalplatte im Dom-Mus. zu Riga. — Porträt des Dompastors Matthias Reland, 1653. — Porträt des Rigaschen Bürgermeisters Melchior Fuchs, 1654.
Hase, Peter. Maler in Riga um die Mitte des 15. Jahrh. Er malte 1460 eine Tafel für den Altar der Losträger in der Petrikirche mit den Patronen der Gilden und erhielt dafür 50 Mark rigisch.
(C. Mettig.)
Hasselblatt, Adolf. Bildhauer und Landschaftsmaler. Geb. 19. Juni 1823 im Pastorat Roethel in Estland; gest. 7. August 1896 in Winnenden i. W., kam nach Petersburg in eine Gypsgiesserei und hier in Berührung mit verschiedenen Künstlern. Ende der vierziger Jahre besuchte er die Petersburger Akad. und absolvierte sie mit der gr. silb. Med. Er beteiligte sich an den ornamentalen Arbeiten für die Isaakskirche in Petersburg, nahm aber später das Amt eines Zeichenlehrers in Wiborg an. Um sich in der Landschaftsmalerei auszubilden begab er sich von hier nach Düsseldorf und besuchte darauf Italien. Seine Ansicht es als Künstler zu keiner Bedeutung bringen zu können, veranlasste ihn schliesslich zur Aufgabe des Berufs. Die Mehrzahl seiner Arbeiten befindet sich im Familienbes. Das Mus. zu Reval besitzt von ihm eine finnländische Landschaft.
Nach Familiennachrichten (Jul. Hasselblatt-Norden).
Hau, Eduard. Porträt- und Perspektivmaler. Geb. 16. Juli 1807 in Reval, als Sohn des Malers [Johannes H.], gest. in Petersburg. Nachdem er den Unterricht seines Vaters genossen hatte, bezog er 1830 die Akad. in Dresden, verliess diese aber schon nach zwei Jahren, um sich mit der Schriftstellerin Nelly Strieker in Altenburg zu vermählen. 1836 kam er nach Dorpat und begann hier ein grosses Porträtwerk: die Bildnisse der Universitätsprofessoren, die in gr. fol. seit 1837, von [F. Schlater] lithogr. in 6 Heften erschienen. Zu Beginn der vierziger Jahre zog er nach Petersburg und wurde hier von der Akad. 1854 für ein das Treppenhaus der Eremitage darstellendes Bild zum Akademiker ernannt. Er wandte sich jetzt ganz der Interieurmalerei zu und schuf eine Folge von Ansichten aus den Zimmern der Kaiserl. Schlösser, besonders aus dem Winterpalais und aus Gatschina. Die Sammlung von Porträts der Professoren an der Kaiserlichen Universität Dorpat umfasst folgende Bildnisse: Heft 1: Fr. Busch, C. C. Ulmann, C. G. v. Bröcker, W. F. Clossius, A. v. Reutz. — Heft 2 und 3: C. F. Otto, F. G. v. Bunge, J. F. Erdmann, G. F. v. Sahmen, P. Walter, A. Hueck, N. Pirogoff, G. B. Jäsche, W. Struwe, H. M. Jakobi. — Heft 4 und 5: C. A. v. Madai, A. W. Volckmann, F. G. Bidder, F. Göbel, C. Morgenstern, F. Schmalz, F. Parrot, C. L. Blum, C. F. Neue, H. von Köhler (Privatdozent). — Heft 6: A. v. Bunge, F. D. Friedländer, F. Kruse, M. Rosberg, C. A. [Senff]. — Ferner von ihm: Porträt des Prof. F. G. von Bunge in kl. fol. — Porträt des Generalleutenants F. v. Driesen, lith. nach dem Original v. [Rosenberg] 1839, gedr. v. [F. Schlater]. — Porträt des Oberlehrers Dr. Aug. Carlblom. Lith. kl. fol. — Porträt des Pastors H. W. Cruse in Mitau. Lith. kl. fol. — Porträt des Oberpastors zu St. Olai in Reval Chr. Gottl. Mayer. Lith. v. [Schlater], kl. fol.
Inland 1837 S. 212 und 792; 1838 S. 528 und 830; 1839 S. 159; 1854 S 866. — W. Neumann, Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 100.
Hau, Johannes. Landschaftsmaler. Geb. 30. März 1771 in Flensburg; gest. 22. Juli 1838 in Reval, Vater des [Vorigen], kam in jugendlichen Jahren nach Reval und erwarb sich hier in kurzer Zeit einen Ruf als geschickter Landschafter. 1828 gab er mit [Karl v. Kügelgen] eine Sammlung Revaler Ansichten heraus unter dem Titel: „Collection de XII vues gravées à l’aquatinta“. Dieselbe Sammlung erschien später in Lithographien von [Th. Gelhaar] im Verlage von G. Eggers in Reval. — Eine Ansicht des Brandes der Olaikirche, 1820 (Zeichn.) befand sich im Bes. des Admirals von Proffen. — Eine Ansicht von Reval (Gouache), 1901 im Rigaer Kunsthandel.
Revaler wöchentl. Nachrichten 1823 S. 905 und 939. — G. v. Hansen, Die Kirchen und ehem. Klöster Revals III. Aufl. S. 51. — W. Neumann, Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 76 u. 99.
Hau, Woldemar. Porträtmaler. Geb. 4. Februar 1816 in Reval als Sohn des [Vorigen] und Stiefbruder von [Eduard H.]; gest. 11. März 1895 in Petersburg. Er erhielt seine Vorbildung durch den Maler [Karl Ferd. v. Kügelgen] und lenkte durch ein tüchtig gemaltes Porträt des Revaler Militärgouverneurs, Admirals Grafen Ferd. v. Lütke (1832) die Aufmerksamkeit der Gräfin Baranoff, einer Hofdame, auf sich, die ihn dem Prof. [Alex. Sauerweid] empfahl. Durch Sauerweids Vermittlung wurde er Schüler der Akad., absolvierte sie und begab sich 1838 nach Deutschland und Italien. 1840 nach Petersburg zurückgekehrt, wurde er zum Hofmaler ernannt und 1849 für ein Porträt der Grossfürstin Maria Nikolajewna, Herzogin von Leuchtenberg, von der Akad. zum Akademiker befördert. Die Mitglieder der Kaiserlichen Familie von Nikolaus I. bis auf Alexander III. hat er wiederholt gemalt. Zu seinen bedeutendsten Arbeiten gehört die aus ca. 200 Miniaturporträts bestehende Sammlung von Bildnissen der Veteranen des Ismailowschen Garde-Reg. und der Leibgarde zu Pferde für den Kaiser Nikolaus I., zu dessen 50jährigem Jubiläum als Chef dieser Regimenter. 1838 malte er die Miniaturporträts des Herzogs Wilhelm v. Nassau und dessen Gemahlin. Sein Bild, den Kaiser Nikolaus I. auf dem Sterbebette darstellend, wurde von Feldt lith. 1870 musste er seine Tätigkeit wegen geschwächter Sehkraft einstellen. Sein Werk wird über 1000 Nummern geschätzt. Die literär. Ges. in Reval besitzt von ihm das Porträt des Dr. Ferd. Wiedemann, Gründers der Gesellsch., das Gymnasium das Porträt des Direktors L. Gahlnbäck.
W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer S. 99–100.
Hauswald, Karl Friedrich. Lithograph. Gründete um 1829 eine lithogr. Anstalt in einem Hause der Kaufstrasse in Riga, dessen äussere Ansicht mit einer Empfehlung der Anstalt von ihm lithographiert wurde. 1835 wurde er „Gouvernements-Lithograph“ und 1838 suchte er bei der Akad. der Künste in Petersburg auf Grund vorgelegter Arbeiten um die Erteilung eines akademischen Grades nach, doch wurde sein Gesuch 4. 1. 1839 abgelehnt. Er erblindete in den letzten Jahren seines Lebens. Von ihm: die Ansichten des ehemals Loss’schen Hauses in der Kaufstrasse, um 1830. — Sechs Ansichten von Riga; lith. nach [G. C. Scharlow], 1830 in einem Heft erschienen. — Porträt des Rigaschen Bürgermeisters J. J. Rolssen; lith. nach [D. Jantzen], 1833. — Malerische Ansichten aus Riga und Umgebung. 12 Blatt in 2 Heften qu. fol., lith. nach [D. Jantzen], 1835. — Zwei Ansichten von Riga mit der Dünabrücke. — Altar der Petrikirche. — Grundriss und Fassade des Gouvernements-Gymnasiums. Lith. — Porträt Luthers, ganze Figur. Lith. — Der „Wasserkarl“; lith. nach [O. Berthing], 1835. — Ansicht von Pleskodahl; lith. nach einer Zeichnung v. C. S. (C. v. Sengbusch). — Ansicht des Kurhauses in Kemmern bei Riga, als Umschlag zu der Broschüre: Kurze Darstellung des Badeorts Kemmern in Livland, 1838. Lith. Unterschr.: Bad Kemmer (sic). — Ansicht von Dorpat nach einem Aquatinta von [C. Senff], 1806. — Steinzeichnung nach einem Entwurf von Thorwaldsen zu einem Erinnerungsdenkmal der Verbindung der Ostseeprovinzen mit Russland seit 1710. Abgedruckt im Inland 1836.
Rigasche Stadtbl. 1830 S. 371; 1833 S. 318; 1835 S. 366 und 404; 1837 S. 244; 1840 S. 310. — Inland 1836 S. 57 ff.
Hay, Johann Eduard. Porträtmaler. Geb. 1815 in Riga; gest. 1841 in Genua. Er war von seinem Vater zum Kaufmannsstande bestimmt, durfte aber schliesslich seinem Wunsche, die Künstlerlaufbahn zu beschreiten, folgen. Seine Vorbildung erhielt er von dem Maler [L. Bülow], ging dann nach Düsseldorf, wo er Schüler von Prof. A. Schroeter wurde und nach dreieinhalbjährigem Aufenthalt nach Italien, wo er in Genua der Schwindsucht erlag. Das städt. Museum besitzt von ihm das Porträt seines ersten Lehrers.
Hefftler, Karl Eduard. Landschaftsmaler. Geb. 26. April 1853 in Reval, trat 1876 in die Petersburger Kunstakad. zum Studium der Architektur und absolvierte sie 1880 mit dem Range eines freien Künstlers. Sein Talent für malerische Darstellung von Architekturen wurde Veranlassung, dass er sich der Malerei zuwandte und speziell der Aquarellmalerei, die er in Deutschland, Oesterreich, Frankreich und Italien studierte. Er lebt in Petersburg, wo er, bis eintretende Kränklichkeit ihn am Schaffen zu hindern begann, zu den vorzüglichsten Aquarellisten gehörte.
W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 164–166.
Heintz, Tobias. Kunsttischler. Geb. um 1590, befand sich 1617 als „Hoftischler“ in herzogl. kurländischen Diensten. Von ihm ein reich ausgestattetes mit vier biblischen Szenen und seinem Porträt in Intarsia geschmücktes Betpult, das er 1617 für die Trinitatiskirche schuf, jetzt im Mus. zu Mitau. Vermutlich sind von ihm auch die Brüstungen der östlichen Emporen in dieser Kirche, inschriftlich von 1616.
Sitzungsber. der kurl. Ges. für Lit. und Kunst 1868 S. 228. — W. Neumann, Grundriss einer Gesch. der bild. Künste und des Kunstgewerbes in Liv-, Est- und Kurland 1887 S. 161.
Hellwig, Friedrich. Theatermaler. Geb. 1832 in Bremen; gest. 1898 in Wien, erhielt seine Ausbildung im Atelier des Hoftheaters zu Oldenburg, wurde dann Schüler von Joh. Mühldorfer in Mannheim und 1863 dessen Nachfolger. Im Herbst 1866 kam er nach Riga, wo seine erste grössere Arbeit die Herstellung der Dekorationen zur Oper Oberon war, der bald die Dekorationen zur Afrikanerin folgten. 1870 ging er nach Nürnberg, kehrte aber 1878 nach Riga zurück und blieb hier bis zu seiner Pensionierung (Mai 1890). Zu seinen bedeutendsten Arbeiten während dieses zweiten Aufenthalts in Riga gehören die Dekorationen zu Gounods Faust. In Privatbes. von ihm mehrere ansprechend gemalte Landschaften.
Neue Ztg. für Stadt und Land 1880 Nº 29. — Dünaztg. 1892 vom 20. Juni (2. Juli). — Rigaer Theater- und Tonkünstlerlexikon S. 91.
Hembsen, (Hemssen, Hemessen) Hans v. Maler. Geb. im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts in Lübeck; gest. in Reval vor 1673, erlernte die Kunst bei dem Lübecker Maler Philipp Röseler, arbeitete dann in Königsberg und Danzig, und richtete am 15. März 1616 an den Lübecker Rat ein Gesuch um Zulassung als Freimeister, das aber auf Grund einer Supplik der Amtsmeister abgeschlagen wurde. Am 26. April 1625 wiederholte er sein Gesuch unter gleichzeitiger Vorzeigung eines Gemäldes, das eine Ansicht des Audienzsaales im Lübecker Rathause vor seiner Erneuerung im Jahre 1573 und als Staffage eine Sitzung des Obergerichts darstellt (jetzt in der Hörkammer des Lübecker Rathauses). Dieses zweite Gesuch wurde mit gewissen Einschränkungen genehmigt. 1635 malte er das Epitaph des 1634 verst. Lübecker Bürgermeisters Lorenz Müller mit dem Porträt des Verstorbenen und mit Darstellungen der Kreuzigung und der Auferstehung Christi (Marienkirche zu Lübeck). Seit 1637 ist er in Reval nachweisbar, wo er ebenfalls schwere Kämpfe mit den Amtsmeistern durchzumachen hat. Werke sind ihm hier mit Sicherheit nicht nachzuweisen.
P. Hasse in d. Zeitschr. d. Vereins f. Lübeckische Gesch. u. Altertumskunde. — Ders. Aus der Gesch. d. Lübecker Malerei von 1550–1700, Lübeck 1900 mit Abb. v. J. Nöhring. — W. Neumann in d. Sitzungsber. d. Gesellsch. f. Gesch. u. Altertumskunde, Riga 1898 S. 52.
Hembsen, Albrecht v. Maler. Geb. in Lübeck um 1625; gest. in Reval an der Pest 1657. Er kam mit seinem Vater [Hans] um 1637 nach Reval und erlernte unter seiner Leitung die Kunst der Malerei. Es wird von ihm berichtet, dass er viele Porträts, namentlich adeliger Personen, gemalt habe. Er übernahm in der Folge die Geschäftsführung für die Witwe des Malers Peter Wicherts in Reval und malte ein Jahr und 20 Wochen an den Tafeln für die Kanzel (wahrscheinlich für die 1684 durch Brand zerstörte Kanzel der Domkirche); auch das Epitaph des Obersten Rechenberg, vermutlich auch 1684 durch den Brand der Domkirche zerstört, wurde von ihm gemalt.
W. Neumann in d. Sitzungsber. der Gesellsch. f. Gesch. u. Altertumskunde, Riga 1898 S. 54 ff.
Herrle, Karl, aus München, arbeitete von 1870–1872 als Dekorationsmaler am Rigaschen Stadttheater, wo zu seinen bedeutendsten Arbeiten die Dekorationen zu den Meistersingern gehören. Er war auch ein geschickter Landschaftsmaler und stellte wiederholt in Riga aus. Man hat von ihm Ansichten aus dem alten Riga und aus Treyden.
Rigasche Ztg. 1871 Nº 47; 1874 Nº 51. — Rigaer Theater- u. Tonkünstlerlexikon S. 94.
Hess, Friedrich Wilhelm. Architekt. Geb. 1822; gest. 23. Mai 1877 in Riga, war in Petersburg Schüler des Prof. [H. Bosse] und wurde 1851 von der Akad. zum freien Künstler ernannt. Seit 1852 war er in Riga beim Bau der Börse und neben dem Architekten [H. Scheel] auch beim Bau des Stadttheaters beschäftigt. Zu seinen selbständigen grösseren Bauausführungen gehören in Riga die Häuser de Chey und Minus. Von 1857–1860 erbaute er das Schloss Kolzen in Livland.
Inland 1851 S. 934. — Ztg. f. Stadt u. Land 1877 Nº 119 u. 121. — Rigasche Ztg. 1877 Nº 116 Beilage. — Rigasche Industrieztg. 1877 Nº 2.
Hess, Karl Gotthard. Lithograph. Geb. 1818; gest. 1867 in Riga, lebte anfangs in Petersburg und machte sich 1859 in Riga ansässig. Von ihm: Ansicht von Riga vom Wöhrmannschen Park aus nach Abtragung der Wälle. — Riga mit der Dünabrücke, umgeben von 26 kleinen Ansichten der bedeutendsten Gebäude 1863.
Inland 1859 S. 687. — Rigasche Stadtbl. 1859 S. 291; 1862 S. 402; 1867 S. 114.
Heubel, Alexander. Historienmaler. Geb. 9. April 1813 in Lemsal; gest. 22. Jan. 1847 in Riga. Das Talent des Knaben hatte die Aufmerksamkeit eines Dorpater Studenten, des nachmaligen Predigers an der St. Annenkirche zu Mitau, Wilhelm Pantenius, erregt und diesen veranlasst ihn in den Wissenschaften zu unterrichten. 1829 kam H. nach Riga und genoss hier den Unterricht des Malers [G. H. Büttner]. Mit dem Maler [Joh. Karl Bähr] zog er im Herbst 1832 nach Dresden, um in die dortige Akad. einzutreten, ging aber 1834 nach Düsseldorf, wo er sich an Bendemann anschloss. 1841 begab er sich mit seinem Studiengenossen Ludw. Haach nach Rom, von wo er, schon kränkelnd, 1845 in die Heimat zurückkehrte. Ausser verschiedenen Bildnissen sind von ihm bekannt: Moses, unterstützt von Aron und Hur, den Sieg über die Amalekiter erflehend, 1837 (Bes. Gal. Brederlo, Riga). — Hiob und seine Freunde (In Düsseldorf gem. kam in den Bes. des Senators Jähnisch, Hamburg. Die Farbenskizze in der Brederloschen Galerie). — Kopf eines alten Mannes, Studie, (Bes. Gal. Brederlo, Riga). — Heilige Familie (Kam in den Bes. des Apothekers Heubel in Dorpat; die Farbenskizze in der Gal. Brederlo). — Italienerin aus Albano und Flucht nach Aegypten (Vom Rigaschen Kunstverein 1877 aus dem Besitz des Hofgerichtspräsidenten E. v. Sivers erworben). — Die drei Männer im feurigen Ofen (1841–1844 in Rom im Auftrage der Kaiserin v. Russland gem., jetzt im Schlosse zu Ropscha. Farbenskizze in der Gal. Brederlo. Karton im Bes. des Staatsrats E. Krüger, Mitau). — Portr. des Malers Theobald Reinhold, Freiherrn v. Oër. 1844 in Dresden gem. — Christus auf Wolken schwebend, Altargem. für die St. Jakobikirche in Riga, 1845 gem. — Selbstbildnis, in Rom gem. (Im Familienbes., Charkow). — Selbstbildnis 1846 gem. (Bes. Gal. Brederlo, Riga). — Selbstbildnis (Bes. Städt. Museum, Riga aus dem Bes. des Hn. M. v. Tunzelmann — Adlerflug). — Von ihm die Entwürfe zu den Figuren der Charitas und der Mildtätigkeit am ehemaligen Waisenhause (jetzt Stadtsparkasse) in Riga 1846.
Rigasche Biographien II S. 135. — W. Müller v. Königswinter, Düsseldorfer Künstler. — W. Neumann, Baltische Maler u. Bildhauer des 19. Jahrh. S. 51–53.
Heubel, August Gotthilf. Holzschnitzer und Kunsttischler. Geb. 17. Dezember 1760 zu Zedenik in der Ukermark; gest. 24. Mai 1846 in Walk, Vater des [Vorigen], kam um 1780 nach Riga, liess sich 1810 in Lemsal nieder und zog 1829 nach Dorpat. Von ihm haben sich einige vortrefflich stilisierte Altäre erhalten, wie der Altar in der Kirche zu Lemsal (1785), Altar und Kanzel in der Kirche zu Wangasch (Kirchspiel Rodenpois) 1790, Altar der Domkirche zu Riga 1817 nach einem Entwurf des Prof. [Krause] in Dorpat. (Dieser wurde 1895 abgebrochen, die Figuren des Moses und Johannes wurden bei der Neuaufstellung des Altarbildes in der Südkapelle am Turm, wieder verwendet.) — Ein Teebrett in Mosaikarbeit mit einer Darstellung des Schwurs auf dem Rütli, erwähnt von Seume in „Mein Sommer 1805“, scheint von [Heubel] angefertigt worden zu sein.
Inland 1842 S. 312; 1847 S. 657 ff. — Rigasche Stadtbl. 1821 S. 212. — 10. und 11. Rechenschaftsbericht der Rigaschen Dombauabteilung 1894 und 1895 S. 74.
Heydenreich, Detlaus v. Architekt. Geb. 24. Oktober 1818 in Riga; gest. 2. November 1896 in Petersburg, besuchte von 1834–1839 die Petersburger Akad. um Architektur zu studieren. 1844 wurde er zum Akademiker befördert. Er diente im Ressort der Wege- und Wasserkommunikationen.
Inland 1851 S. 134.
Heydtmann, Alexander Wilhelm. Maler. Geb. um 1750 auf dem Gute Salven in Kurland; gest. in Riga, erlernte das Malerhandwerk und bildete sich auf Reisen weiter aus. 8. 1. 1773 wurde er Meister des Rigaschen Maleramts und 18. 1. 1773 Rigascher Bürger. Von 1787–1795 war er Aeltermann des Rigaschen Maleramts. Von ihm ein grosses Wandbild, die sog. Bombe Peters des Gr. im ehemaligen Hauptsaal der Stadtbibliothek, dem jetzigen Konfirmandensaale der Domkirche, 1786 von ihm nach einem Entwurf des Barons [Woldemar von Budberg] ausgeführt.
Protokolle des Rigaschen Kämmereigerichts Bd. 29 S. 209–10. — Publica des Rigaschen Rats Bd. 178 S. 324. — W. Neumann, Führer durch die Rigasche Domkirche, 1897 S. 23.
Heyne, Arthur. Maler. Geb. 8. Oktober 1876 in Mitau, besuchte 1895 die Kunstschule in Weimar und ging nach dreijährigem Aufenthalt daselbst nach München.
Hilbig, Gustav Ferdinand Alexander. Architekt. Geb. 24. Oktober 1822 in Breslau; gest. 8. Februar 1887 in Riga, besuchte die Königl. Kunst- und Bauhandwerkschule zu Breslau, dann das Gewerbe-Institut zu Berlin und schliesslich die dortige Bauakad. Von 1846–1852 war er unter Stüler beim Bau des neuen Museums in Berlin tätig und wurde nach Ablegung des Lehrerexamens 1851 als Lehrer an die neugegründete Provinzial-Gewerbeschule zu Krefeld berufen. Im April 1863 folgte er einem Rufe als Professor an das Polytechnikum zu Riga. — Zu seinen bedeutendsten Bauausführungen gehören: die Gewerbeschule in Krefeld, das Polytechnikum in Riga, die Schiffsspeicher in Mühlgraben, das Maschinengebäude des Rigaschen Wasserwerks, das chemische Laboratorium des Polytechnikums (jetzt umgebaut) und die Paulskirche in Riga.
Hilbig, Hermann Otto. Architekt. Geb. 8. Mai (26. April) 1860 in Krefeld, Sohn des [Vorigen], studierte von 1877–1881 Architektur am Rigaschen Polytechnikum und 1882/83 an der technischen Hochschule in Berlin, wurde 1884 Assistent am Rigaschen Polytechnikum und war von 1886–1893 Dozent für Bauwissenschaft an demselben. Seit seiner Niederlegung des Lehramts lebt er in Riga als freipraktizierender Architekt. Von ihm die luth. Kirche zu Bilderlingshof am Rigaschen Strande, der Ausbau des „Sandturmes“ (ehemaliger Befestigungsturm) zum Konventsquartier für die Studentenkorporation Rubonia, die Wohnhäuser Schilling (gr. Sandstr. 20), v. Haken (gr. Sandstr. 32), v. Ertzdorff-Kupfer (Ecke d. Kaisergarten- und Elisabethstr.), das eigne Wohnhaus (Basteiboulevard 9), mehrere Sommervillen in Oger bei Riga.
Nach Autobiographie.
Hiller, Porzellanmaler, lebte während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Riga. 1838 berichtet das Inland über von ihm ausgestellte Porzellanmalereien. Auf der Kunstausstellung von 1842 befanden sich von ihm: Eine Vase mit dem Bilde „Pilger in der Wüste“ nach H. Stilke (in der Gal. Raczynski, Berlin), vermutlich nach der Lithogr. v. Sprick; mehrere Tassen mit Rigaschen Ansichten und mit Porträts.
Inland 1838 S. 459.
Hindorf, Alfred. Geb. zu Laiden in Kurland am 12. Mai 1824, trat 1844 als Pionier in die preussische Armee, in der er 36 Jahre diente. 1863 wurde ihm die Oberleitung des Ausbaues der Burg Hohenzollern übertragen. 1877 mit dem Rang eines Generalmajors verabschiedet, liess er sich in Charlottenburg nieder. Von ihm: Sommermorgen auf dem Faulhorn im Mus. Richartz-Walraff in Köln. — Rügenscher Strand. — Einzug des Königs Wilhelm und des Kronprinzen an der Spitze der schlesischen Truppen in Breslau am 18. September 1866, begrüsst durch Oberbürgermeister Hobrecht, 1882. Schles. Mus., Breslau. — Kriegsszenen aus dem Feldzuge von 1866. Farb. Lithogr. in qu. fol.
S. v. Bötticher, Malerwerke des 19. Jahrh.
Hintze, Benedikt. Baumeister. Erbaute vom 19. Juli 1636 bis 1. August 1638 die Jesuskirche in Riga, die etwa 20 Jahre später abbrannte.
Rigascher Almanach 1875. — W. Busch, Gesch. d. Jesuskirche zu Riga.
Hippius, Gustav Adolf. Porträtmaler. Geb. 1. März 1792 im Pastorat Nissy in Estland; gest. 24. September 1856 in Reval; begraben in Haggers. Er erhielt den ersten Kunstunterricht durch den Maler E. Höppner in Reval und konnte dann an dem Unterrichte des Malers [S. Walther] teilnehmen, den der Dichter Aug. v. Kotzebue für seine Kinder aus Deutschland hatte kommen lassen und der auch den jungen [Ignatius], den Sohn des Propstes Ignatius in Haggers, in der Kunst unterrichtete. Zu weiterer Ausbildung ging H. 1812 ins Ausland und trat nach vorübergehendem Aufenthalt in Berlin, Dresden und Prag in die Wiener Akad. Von hier zog er 1817 mit dem Kurländer [Eggink] nach Rom, wo er im Overbeck-Cornelius’schen Künstlerkreise bald zu den beliebtesten Persönlichkeiten gehörte. Auf der Heimreise seinen Weg durch die Schweiz nehmend, machte er in Iverdun die Bekanntschaft des greisen Pestalozzi, dessen Porträt er zeichnete (später von ihm lithogr. vervielfältigt). 1820 liess er sich in Petersburg nieder, wo er den Unterricht an mehreren höheren Unterrichtsanstalten übernahm und gleichzeitig als Porträtist viel beschäftigt war. 1850 zog er sich nach Reval zurück. — Ausser einer Anzahl tüchtiger Porträts gehört zu seinen bedeutendsten Arbeiten das lithographierte Porträtwerk: les Contemporains, das seit 1822 in 8 Heften in gr. fol. erschien. Heft I. Metropolit Michael. — Minister Graf W. P. Kotschubei. — Baron A. G. Strogonow. — Dichter J. A. Krylow. — Bildhauer J. J. Martos. Heft II. — Fürst P. W. Lapuchin. — Fürst N. G. Repnin. Graf M. M. Speransky. — Präses der Kunstakademie A. J. Olenin. — Dichter W. A. Joukoffsky. Heft III. — Erzbischof Sestrenzewitsch. — General Graf Arakschejew. — Graf Capodistria. — Akademiker F. J. Schubert. — Professor A. E. Jegorow. Heft IV. — Fürst A. N. Golitzin, Minister der Volksaufklärung. — Geheimrat J. J. Dimitrew. — Vizeadmiral A. S. Schischkow. — Staatssekretär für Finnland Graf Rehbinder. — Akademiker Krug. Heft V. — Finanzminister Graf Gurjew. — Marquis Paulucci. — Graf Sobolewsky. — Generalstabsarzt Rehmann. — Hofmaler [Karl v. Kügelgen]. Heft VI. — Herzog Alexander von Württemberg. — Fürst Dimetrius Golitzin. — Baron Campenhausen. — Graf Uwarow. — Bortnjansky. Heft VII. — Fürst Lobanow-Rostowsky. — Admiral Mordwinow. — A. Balaschew. — Vizeadmiral Greigh. — Historiker Karamsin. Heft VIII. — Graf Miloradowitsch. — Staatssekretär Kikin. — Generalgouverneur von Archangelsk Minitzky. — A. S. Puschkin. — A. J. Krusenstern. Ergänzungsblätter. — Graf Nesselrode. — Graf Kankrin. — Prof. N. J. Bulgakow. — Akademiker Fischer. — Schebujew. — Er gab heraus: Le jeune dessinateur, cour d’études progressives à l’usage des écoles. 4 Hefte mit 32 Bl. Vorlagen. — Elemente der Zeichenkunst. 66 Bl. Vorlagen. — Blumenvorlagen 24 Bl. - Grundlagen einer Theorie der Zeichenkunst. Petersburg und Leipzig, 1842 (wurde ins Russische übertragen). — Kunstschulen, 1850.
Inland 1842 S. 260; 1847 S. 707; 1850 S. 460, 712 u. ff.; 1852 S. 724; 1856 S. 105. — Rigasche Stadtbl. 1822 S. 161, 476. — Kunstblatt 1857 S. 250. — Ostseeprovinzenblatt 1823 Nº 28. — Baltische Monatsschrift Bd. 36 S. 30–49 und 107–130. — W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 21–23.
Hippius, Otto Pius. Architekt. Geb. 5. Mai 1826 in Petersburg; gest. 29. August 1883 zu Pargola, Sohn des [Vorigen]. Er erhielt seine fachmännische Ausbildung auf dem Polytechnikum zu Karlsruhe, das er 1849, mit der goldenen Medaille ausgezeichnet, absolvierte und besuchte darauf die Petersburger Kunstakademie. 1863 wurde er zum Akademiker ernannt und 1879 für seinen Konkurrenzentwurf zu einem Berliner Dom zum Professor befördert. H. hat sich manche Verdienste um die Gestaltung des protestantischen Kirchenbaues erworben. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit wirkte er auch als Lehrer an verschiedenen Anstalten in Petersburg, so an der Stieglitzschen Zentral-Zeichenschule und als Dozent für Literaturgeschichte an der Bauschule. Von ihm die Kirchen zu Schemacha, die Karlskirche zu Reval (1870 geweiht) und die Michaelskirche zu Narva (1886 vollendet), die Gebäude der Gasanstalt in Petersburg, Schloss Sagnitz für den Grafen Berg, die Entwürfe zu dem evangelischen Hospital in Petersburg (in Wien auf der Welt-Ausstellung 1873 mit der gold. Medaille prämiiert). Er veröffentlichte: „Darf der Berliner Dom ein Kuppelbau sein?“ 1871.
Inland 1850 S. 711; 1851 S. 934. — Rigasche Zeitung 1869 Nº 293; 1871 Nº 295; 1873 Nº 188; 1883 Nº 204. — Zeitung für Stadt und Land 1879 Nº 204. — Rigasche Industriezeitung 1877 Nº 2.
Hoeflinger, Louis, Lithograph, aus Hessen gebürtig, erwarb 1857 die Schlatersche lithographische Anstalt in Reval und verlegte sie im nächsten Jahre nach Dorpat. Er beschäftigte sich auch mit Photographie. Aus seiner Anstalt gingen hervor: Ansicht von Dorpat vom Rosengarten aus. — Farbige Ansicht von Dorpat (mit 14 Platten gedruckt). — Album von Dorpat und Umgegend, 20 Blatt, 1860 erschienen, teils nach Zeichnungen von [Iwansohn], in Irisdruck ausgeführt in Berlin, qu. fol. — Kommersbild der Curonia, II. Sem. 1857 nach [Iwansohn]. — Zehn Ansichten von Dorpat auf Briefbogen. — Plan der katholischen Kirche in Dorpat 1861. — Zwei Ansichten aus Fellin: Schlossruine und Ansicht der Stadt, qu. 8o. — Porträt des Lehrers Isidor de Friou, Lith. in 4o. — Porträt des Livländers Reinh. Patkul im Oval mit faksimilierter Unterschrift, Lith. 8o. — Kalender für 1859 mit lith. Ansichten aus Riga, Reval, Pernau. — Ansicht von Narva nach N. Schmor, 1857, 4o. — Schlossruine zu Hapsal (auch farbig) für Briefbogen.
Inland 1857 S. 365; 1858 S. 347; 1860 S. 797. — Sitzungsbericht der Gelehrt. estn. Gesellschaft 1861 S. 42.
Hofmann, Bild- und Tapetenwirker lebte im 17. Jahrhundert in Mitau.
Mirbach, Kurische Briefe II S. 255 (J. Döring).
Hoffmann, Julius. Geb. 1803 in Riga; gest, 1841 (?) in Rom, besuchte die Petersburger Akademie und ging mit seinem Studiengenossen Bruni, dem späteren Professor der Akademie um 1830 nach Rom. Eine Kopie der Grablegung nach Caravaggio und eine Kopie des Parnasses von Raffael wurden der Akademie überwiesen. — Im Besitz des Hn. v. Firks auf Wandsen befanden sich zwei Porträts, 1833 in Rom gem. und eine italienische Landschaft, die Tassoeiche. Ein männliches Porträt war 1842 auf der Kunst-Ausstellung in Riga.
Hoffmann, Oskar. Maler und Radierer. Geb. 24. Januar 1851 in Dorpat, trat 1871 in die Düsseldorfer Akademie und arbeitete unter [E. Dücker]. 1878 gründete er ein eignes Atelier, zog aber 1884 nach Petersburg. Die heimatliche Landschaft und die estnische Bevölkerung bilden in der Mehrzahl die Gegenstände seiner ansprechenden Gemälde. Das städt. Museum zu Riga besitzt von ihm: Estnische Bauern bei der Kartoffelernte. Von seinen Radierungen nennen wir: Estnische Bauern in Unterhaltung, Orig.-Radierungen Düsseldorfer Künstler, Heft III. 1879. — Estnischer Bauernhof mit einem korbflechtenden Manne und zwei Kindern. Orig.-Radierungen Düsseldorfer Künstler, Heft V. — Livländische Landschaft, bez. Osc. H. fc. 1880 in „Kunst und Leben“ herausg. v. Bodenstedt 1881, III. — Fischer mit Kindern; bez. Osc. H. fc. 1881. Graphische Künste, 1884. — Livländische Landschaft (Heiligensee) bez. umgekehrt. 88 cf. H. sc., im Вѣстникъ изящ. искусствъ 1887. — Este; bez. Оск. Г. fc. 83, daselbst.
Hoffmann, Otto. Architekt. Geb. 23. September 1866 im Pastorat Maria-Magdalenen in Estland, besuchte zunächst die Stieglitzsche Zeichenschule in Petersburg und studierte von 1886–1892 Architektur am Rigaschen Polytechnikum. Er wurde 1894 Assistent am Polytechnikum für darst. Geometrie und Baukonstruktionslehre und ging dann zu Studienzwecken nach Deutschland, Oesterreich, Italien und Frankreich. 1896 Adj. Professor für Bauwissenschaften am Rigaschen Polytechnikum; z. Z. ord. Professor und stellvertr. Direktor. Er erbaute die Taubstummenanstalt in Riga, erhielt 1898 den 2. Preis bei der Konkurrenz um den Bau der Marien-Diakonissenanstalt in Riga und wurde mit der Ausführung des Projekts betraut. 1898–1902 leitete er den Ergänzungsbau des Rigaschen Polytechnikums nach den Plänen des Professors [J. Koch] und führte von 1900–1901 den Umbau des Polytechnikums aus.
Holst, Matthias v. Architekt. Geb. 4. Oktober 1839 in Fellin als Sohn des dortigen Pastors Valentin v. H., gest. im April 1905 in Berlin; studierte bis 1881 am Polytechnikum zu Hannover, dann in Zürich Architektur und arbeitete unter Leins in Stuttgart und unter Ferstel in Wien. 1866 liess er sich in Riga nieder und übernahm zeitweilig das Amt eines städtischen Baurevidenten. 1876 siedelte er nach Berlin über, wo er mehrere grosse Bauten, z. T. in Gemeinschaft mit dem Professor Karl Zaar, ausführte. Von seinen hiesigen Bauten sind zu nennen: Die Peter-Paulskirche in Fellin, die Türme der Kirchen zu Paistel und Kallist, die Hochbauten der Riga-Mitauer Eisenbahn und drei grössere Wohngebäude in Riga, (Nº 9 am Nikolaiboulevard (eignes Haus), Nº 21 am Thronfolgerboulevard, Nº 1 in der Ingenieurstr.), an denen er den Rohziegelbau architektonisch durchzubilden bemüht war.
Nach Autobiographie.
Hoppe, Ferdinand Theodor. Marine- und Landschaftsmaler. Geb. 23. Februar 1848 in Dorpat; gest. 2. Dezember (18. November) 1890 in Düsseldorf, wurde Schüler der Düsseldorfer Akademie und von [E. Dücker], dem er in seinen Arbeiten zuweilen nahe kommt. Motive vom Ostseestrande und von der Insel Rügen sind vorherrschend Gegenstand seiner Bilder. Einzelne von ihnen in baltischem Privatbesitz.
Rigasche Zeitung 1870 Nº 273; 1872 Nº 138; 1876 Nº 170; 1877 Nº 9; 1880 Nº 226; 1881 Nº 197; 1882 Nº 74. — Dünazeitung 1890 Nº 271. — W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 153.
Hoppe, Friedrich. Porträtmaler. Geb. 28. März 1838 in Riga, wurde Schüler des Malers [O. Berthing] und begab sich 1856 zu weiterer Ausbildung nach Antwerpen. Mittellosigkeit zwang ihn schon nach zweijährigem Aufenthalt nach Riga zurückzukehren, wo er durch Porträtmalen und Unterrichterteilen sich fortzubringen suchte. Ostern 1860 nahm er das Amt eines Zeichenlehrers an der Kreisschule in Mitau an. 1862 zog er nach München.
Rigasche Ztg. 1858 Nº 179; 1859 Nº 32; 1873 Nº 168; 1874 Nº 51.
Hoppenditzel, Niklas. Fürstlicher Baumeister in Mitau; ist als solcher vom Ende des 17. Jahrhunderts bis zum Jahre 1711 nachweisbar.
Kirchenbuch der St. Trinitatiskirche zu Mitau (J. Döring).
Hostein, Eduard v. Zeichnete in den zwanziger Jahren des 19. Jahrh. eine Reihe von Ansichten aus Reval und dessen Umgebung, die Jean Victor Adam mit Staffage versah, bei Lemourer in Paris lithographiert und von dem Kunsthändler Domenico Avanzo in Reval herausgegeben wurden. Sie stellen dar: Das kaiserliche Lustschloss in Katharinental. — Den Eingang in den Garten von Katharinental. — Die Rückseite des Domes. — Reval von der Petersburger Strasse aus. — Die grosse Strandpforte. — Die Ruinen des Brigittenklosters. — Aussicht auf Kosch. — Reval von der Dorpater Strasse aus. — Blick auf die Stadt vom Steenbockschen Hause aus. — Schloss Fall. — Reval von der Kappelschen Strasse aus. — Die Lehmpforte zu Reval. — Ansicht des Katharinentals vom Laaksberge her. — Ansicht von Worms.
Hueber, Porträtmaler aus Tyrol, wahrscheinlich der Malerfamilie dieses Namens zu Imst in Tyrol angehörend, hielt sich vom Beginn der vierziger Jahre bis etwa 1850 oder 1852 in Riga und Dorpat auf, wo er eine grosse Anzahl von Bildnissen hinterlassen hat. Mehrere Bilder seiner Hand besass der Konsul v. Wöhrmann in Riga.
Rigasche Stadtbl. 1845 S. 380.
Huhn, Karl Theodor. Historien- und Genremaler. Geb. 1. Dezember 1830 in Sissegal in Livland als Sohn des dortigen Schullehrers und Organisten; gest. 16/28. Januar 1877 zu Davos in der Schweiz. Sein früh sich zeigendes Talent veranlasste einen Kunstfreund, den Besitzer des Gutes Serbigal, v. Wulf, ihm die Möglichkeit zu weiterer Ausbildung zu gewähren. Er kam nach Petersburg und fand in dem Maler [Wilhelm Pape], in dessen Hause er wohnte, seinen ersten Lehrer. 1852 trat er in die Akad., absolvierte sie mit der gr. gold. Medaille und dem Anrecht auf ein mehrjähriges Auslandsstipendium, doch kam er erst 1863 dazu von diesem Vorrecht Gebrauch zu machen. Er ging zunächst nach Deutschland, dann zu längerem Aufenthalt nach Paris und bereiste Frankreich, Spanien, Belgien und Holland. 1868 wurde er zum Akademiker ernannt und 1870 als Professor an die Petersburger Akad. berufen. Ein zunehmendes Kehlkopfleiden zwang ihn seit 1874 seinen Aufenthalt im Süden zu nehmen. Ausser einer Anzahl Porträts, hat er eine Reihe s. Z. Aufsehen erregender Bilder des historischen Genres geschaffen, auch vier Blätter radiert und zwei lithographiert. Von seinen bedeutenderen Gemälden seien genannt: Olympische Spiele; gem. 1860 (gold. Med. S. Petersburger Akad.). — Sophie, die Tochter Witows auf der Hochzeit Wassilis; gem. 1861 (gold. Med. I der Petersburger Akad. Erworb. v. Medwednikow, Moskau). — Ikonostasis der Pokrowkirche zu Jelabug im Wjätkaschen Gouvernement, 1862 in Gemeinschaft mit W. Wereschtschagin gem. — Porträt der Schriftstellerin Markowitsch. (Paris 1863). — Anbruch der Bartholomäusnacht, 1868 gem. (Im Mus. Alexanders III. in Petersburg. Eine Aquarellwiederholung in Bes. d. Akad. Auch vom Künstler radiert). — Szene aus der Bartholomäusnacht, 1870 gem. (Bes. K. Soldatenko. Abb. in наши художн. S. 130 u. in W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19 Jahrh). — Italienerin, gem. 1870 (Bes. Grossfürst Wladimir Alexandrowitsch). — Kinder mit jungen Katzen am Herd, gem. 1872. (In Kaiserl. Bes.). — Das kranke Kind. (Bes. Wargunin, Petersburg. Abb. in наши художн. S. 131). — Zigeunerin mit dem Tambourin Münzen auffangend. Aquar. 1870. (In Kaiserl. Besitz). — Plafond im Treppenhause des Anitschkow-Palais in Petersburg, 1873. — Verkündigung Mariä, 1874. (In Kaiserl. Bes.). — Lagernde Italienerin, 1874. (Bes. Sasikow, Petersburg). — Die Kartenlegerin. (Bes. Konsul A. Heimann, Riga). — Die Odaliske. (Abb. in наши художн. S. 131). — Studienkopf. (Bes. Baron Girard, Reval). — Normännische Bauernstube, Skizze. (Im Städt. Mus. zu Riga). — Das Pastorat Sissegal bei aufziehendem Gewitter. (Privatbes.). — Die Höckerin, Frauentrachten in Livland. (Bes. Dr. W. Neumann, Riga). Huhn beteiligte sich neben [W. Timm] an der Illustrierung des Paulyschen Werks: Les peuples de la Russie mit 61 Chromolith. gr. fol.
W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 111–114.