Vor dem Morgen

Es zieht ein fahler Schein

Am Himmel auf; hellroter Schimmer

Glänzt schon die Wolken an von Osten her.

Die Sterne sinken unter, wie im Meer

Todmüde Schwimmer.

Vom Bett aufsteht der Wind.

Schlaftrunken noch, im halben Traume,

Greift in die Luft ein Zweig, kühl angeweht,

Und schwankt und zittert, und ein Schauer geht

Von Baum zu Baume.

Ein Vogel ruft im Holz,

Ein andrer noch; aus allen Nestern

Wird froh der Tag begrüßt, der sich erneut.

Begehrend drängt das Leben sich zum Heut,

Fern liegt das Gestern.

Johannes Trojan