Die letzten Märtyrer
Ein unbestellter und dem Henker zum Verbrennen übergebener Brief
Diesen Brief schrieb mir mein unglücklicher Freund Alexander Athanatos nach seiner wunderbaren Rettung als Antwort auf meine dringenden Bitten, jene fabelhaften Szenen zu beschreiben, als deren einziger lebendiger Zeuge er verblieb. Den Brief fingen die Agenten der zeitweiligen Regierung ab und vernichteten ihn als ein schädliches und sittenloses Werk. Erst nach dem tragischen Tode meines Freundes, als mir alle seine hinterlassenen Sachen zugestellt wurden, fand ich inmitten seiner Papiere das Konzept zu dieser Erzählung; alsdann erfuhr ich denn auch das Schicksal des eigentlichen Briefes.
Diese wahrhafte und, soweit ich beurteilen kann, vorurteilslose Geschichte eines der charakteristischen Begebnisse, welche im Beginne jener riesigen geschichtlichen Bewegung, die ihre Anhänger heute die „Welt-Revolution“ nennen, vor sich ging, braucht man, schätze ich, nicht dem Vergessen anheimzugeben. Die Niederschriften Alexanders illustrieren natürlich nur einen winzigen Teil des, was in der Hauptstadt an jenem denkwürdigen Tage des Aufstandes geschah, sind dafür aber für einige Fakten die einzigen Quellen, aus der künftige Historiker ihr Wissen schöpfen werden. Das Bewußtsein dieses Umstandes, schätze ich, veranlaßte den Autor, seine Worte mit besonderer Aufmerksamkeit zu wägen, und, ungeachtet eines gewissen blütenreichen Stiles, im Rahmen strengster historischer Wahrhaftigkeit zu bleiben.
Zum Schluß kann ich nicht umhin, jenem Lande, das mir ein Asyl bot, meine Dankbarkeit auszudrücken und meine Freude darüber, daß es auf der Erde noch einen Ort gäbe, wo sich die Freiheit des gedruckten Wortes bewahrte und wo man ruhig Meinungen aussprechen könne, die nicht unbedingt zu einer Lobpreisung der Zeitweiligen Revolutionären Regierung neigen.