8. Von Colombo über Penang nach Singapore. Sumatra.
Vgl. beifolgende Karte [»Hinterindien«].
Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloyd alle 14 Tage von Colombo in 6 Tagen über Penang (etwa 5 St. Aufenthalt) nach Singapore. Fahrpreise: Colombo-Penang I. Kl. 2141/2, II. 165 Rup., Colombo-Singapore I. Kl. 2741/2, II. 1811/2 Rup. Rückfahrkarte 11/2facher Preis.—Österreichischer Lloyd einmal monatl. von Colombo über Penang in 8 Tagen nach Singapore. Fahrpreise: Colombo-Penang Salonklasse 110 Rup., Colombo-Singapore Salonklasse 132 Rup.—Messageries Maritimes alle 14 Tage von Colombo direkt nach Singapore; Peninsular and Oriental Steam Nav. Co., ebenso. Stoomvaart-Maatschappij Nederland alle 14 Tage von Suez (in 14 Tagen) über Sabang (in 3 Tagen) nach Singapore (in 17 Tagen von Suez).— British India Steam Nav. Co. von Calcutta (S. [134]), Madras (S. [100]) und Rangoon (S. [145]) über Penang nach Singapore.
Von Colombo (S. [110]) geht der Dampfer zunächst an der Südküste von Ceylon entlang, nahe an Point de Galle (S. [125]) vorbei, läuft dann an der Südseite des Golfs von Bengalen, auf 6° nördl. Br. entlang, östl. auf Atchin Head (seemännischer Name der Nordspitze der Insel Sumatra) zu, wobei auch die südlichste Insel der Nikobaren, Groß-Nikobar, meist nicht in Sicht kommt. Auf der kleinen Insel Poeloe Weh, die einen guten Leuchtturm trägt und dichtbewaldete Hügel zeigt, liegt mitten in tropischem Urwald der wichtige niederländische Kohlenhafen Sabang (S. [158]), der von mehreren niederländischen Dampferlinien regelmäßig besucht wird; in der Nähe sind noch mehrere kleinere Inseln dem gebirgigen Nordende Sumatras vorgelagert, dessen 1726 m hoher kegelförmiger Goldberg (Seulawai Agam) weithin sichtbar ist.—Der Kurs bleibt auch weiterhin östl., bis die Insel Penang in Sicht kommt, die auf etwa 51/2° nördl. Br. 5 km vor der Küste der Halbinsel Malakka liegt und den Nordeingang in die Malakkastraße bezeichnet; sie liegt 1268 Seem. von Colombo, 360 Seem. von Singapore.
Straits Settlements sind die englischen Niederlassungen an der Straße von Malakka, die eine Kronkolonie mit etwa 1 Mill. Einw. bilden; es sind: Penang mit Wellesley, Dindings, Malacca und Singapore; dazu eine Anzahl malaiische Schutzstaaten (the Federated Malay States), nämlich Perak, Selángor, Negri Sembilan und Pahang, deren Sultane durch englische Residenten überwacht werden, sowie fünf andre Malaienstaaten: Kedah, Kelantan, Trengganu, Johor und Perlis, deren Sultane durch englische Ratgeber (Adviser) beeinflußt werden. Sehr viele Chinesen wandern in die »Straits« ein, um sich als fleißige Arbeiter und tüchtige Geschäftsleute meist schnell zu bereichern.
Gewonnen wird Kaffee, Zucker, Pfeffer, Zinn und Zinnerz, Bauholz, Tapioka, Sago, Rohgummi, Kopra, Gold etc., Gesamthandel 1909: 14,3 Mill. £. Regierungseinnahmen 2,9 Mill. £
Hinterindien.
Penang (Georgetown).
Ankunft zur See. Die schöne, mit Wald und Palmen bewachsene, bis 834 m hohe Insel Penang (Prince of Wales Island) umsteuert der Dampfer, um zwischen der Insel und dem Festland auf der Reede zu ankern oder, während der Sumatra-Tabakernte (Dezember bis März), am Kai festzumachen. An der Malakkaküste ist flacher Strand mit Palmenwald, dahinter erheben sich mehrere Bergketten, darunter der Kedah Peak; dieses Gebiet ist die ebenfalls englische Provinz Wellesley und der Malaienstaat Kedah. Die Dampfer halten meist nur 5 St., im Dezember bis März länger (bis 12); man erkundige sich genau nach der Abfahrtszeit, ehe man mit dem Tender des Nordd. Lloyd (Überfahrt frei) oder mit Sampan an Land fährt (einfache Fahrt 10 cents). Penang ist Freihafen, daher keine Zollbelästigung; Spirituosen einzuführen ist verboten.
Gasthöfe: Eastern and Oriental Hotel, in guter Lage am Strande, Farqhar Street 10.—Raffles Hotel, mit Restaurant;—Crag Hotel;—Sea View Hotel;—Hôtel de l'Europe;—Runnymede Hotel; in allen Pens. von 8 Rup. an.—Post u. Tel.—Kabel nach Medan, Madras, Bangkok und Singapore.— Wagen: Tikka gharries oder Hackney Carriages.—Rikschas.—Elektrische Straßenbahn.
Dampfer (vgl. S. [155]): Norddeutscher Lloyd (Agent: Behn, Meyer & Co. Ltd., Tel.-Adresse: Nordlloyd Penang). —Österreichischer Lloyd (Agent: Schmidt, Küstermann & Co., Tel.-Adr.: »Lloydiano Penang«).—Stoomvaart Mij. Nederland und Koninkl. Paketvaart Mij. (Agent: Hüttenbach, Liebert & Co.); Messageries Maritimes (Agent: Boustead & Co.); Peninsular & Oriental Co. (Agent: Gilfillan, Wood & Co.); British India Steam Nav. Co. (Agent: Hüttenbach, Liebert & Co.). —Ortszeit. Penang rechnet nach der Zeit von Singapore.
Eisenbahn s. S. [161].
Geld: vgl. S. [167].—Banken: Hongkong & Shanghai Banking Corporation; —Nederlandsche Handels-Maatschappij. Beide Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft. —Chartered Bank of India, Australia & China. Beide letztere Korrespondenten der Deutschen Bank.—Sprache: vgl. S. [167].— Konsulate: Deutsches Reich, Vizekonsulat (Behn, Meyer & Co.) in der Office des Nordd. Lloyd.—Zeitungen: »Pinang Gazette«; »Straits Echo«.
Das Klima ist tropisch heiß, im Mittel etwa 27° C, doch bis 33° und mehr, morgens kühl bis 16°; auf den Bergen im Mittel 21° C. Der Niederschlag ist groß, Dezember bis März sind verhältnismäßig trocken, im Sommer zwei Regenzeiten, die kleinere im Mai, die Hauptregenzeit von August bis Oktober.
Penang (Pulu Pinang = Insel der Betelpalme), von den Engländern Georgetown getauft, Stadt mit etwa 150000 Einw. (meist Chinesen, Klings [Arbeiter aus Vorderindien] und Malaien), gehört seit 1785 den Engländern, liegt auf 5° 25' nördl. Br., hat saubere Straßen, auch im Chinesenviertel, und ein feines europäisches Villenviertel mit prächtigen Gärten am Race Course und am Hafen; dort liegt das Postamt mit großer Halle sowie das alte Fort mit Signalstation. Sehenswert sind die Markthallen und Beach Street; in Chulia Street und Campbell Street sind Teehäuser und ein chinesisches Theater. Penang hat lebhaften Handel und starke Zinn-und Sago-Ausfuhr. 1910 liefen 2355 Schiffe mit 2956000 Reg.-Ton. in den Hafen ein.— Rundfahrt nach dem *Botanischen Garten mit Wagen von Downing Street l. an der Schule vorbei durch schattige Straßen des Villenviertels zur Northam Road, dann am Rennplatz vorbei, durch M'calister Road, Sepoy Lines zum Eingang des Gartens, der zwar klein, aber vorzüglich gepflegt und mit seltenen, üppigen Pflanzen bestellt ist. Er liegt etwa 5 km vom Hafen in einem von hohen Felsen umgebenen Talkessel; ein hoher Wasserfall bewässert ihn. In reizvollen Gruppen findet man zahlreiche seltene Tropenpflanzen, insbesondere prächtige Orchideen, Gewürznelkenbäume (Caryophyllus aromaticus), Farne, Ravenala (Baum der Reisenden aus Madagaskar) u. a.—Neben dem Eingange zum Garten führt ein teilweise steiler Weg auf den *Crag Hill, von dessen Gipfel (834 m) *Aussicht über die Insel, den Hafen und das Meer; der Weg ist bis zum Fuße des Hügels 5 km, der Aufstieg 7 km lang; Tragstühle erhält man am Fuß des Hügels; Auf-und Abstieg im Tragstuhl 4 St. (eine Bahn hinauf ist im Bau). Auf dem Gipfel das Crag Sanitarium (Hotel; kleine Zimmer, gute Verpflegung). Man sollte den Aufstieg, wenn man irgend Zeit hat, nicht unterlassen.—Auch ein Besuch des *Großen chinesischen Tempels in Ayer Itam (am Endpunkte der elektrischen Straßenbahn) ist sehr zu empfehlen; Führung durch den Priester, der auch Erfrischungen anbietet; man gebe Tempelspende (1 $). Ein längerer Aufenthalt (etwa eine Woche) auf der landschaftlich sehr schönen Insel Penang, die etwa halb so groß ist wie der Bodensee, ist sehr genußreich.—Fortsetzung der Route s. S. [160].
Seitentour Penang-Sumatra.
1) Anschlußdampfer des Norddeutschen Lloyd von Penang dreimal in 14 Tagen, sw. die Malakkastraße querend, nach Belawan (Deli) in 16 St.—Außerdem Dampfer der Koninklijke Paketvaart Maatschappij (Fahrpläne veränderlich).
Sumatra ist die zweitgrößte der Sundainseln. Bei einer Längserstreckung von 1650 km (= Kopenhagen-Neapel) ist es mit den benachbarten kleinern Inseln etwa so groß wie die vier deutschen Königreiche zusammengenommen. Den Westteil der Insel durchzieht ein landschaftlich schönes Gebirge, das als die Fortsetzung des westbirmanischen Küstengebirges und des Inselbogens der Andamanen und Nikobaren gilt und von einer Anzahl zum Teil noch tätiger Vulkankegel überragt wird. Der Ostteil der Insel wird von einem vielfach sumpfigen und ungesunden Flachland eingenommen. —Das Klima ist rein tropisch (der Äquator durchschneidet die Mitte der Insel), die Temperatur äußerst gleichmäßig, die Westseite noch bedeutend regenreicher als die Ostseite. Keine Jahreszeit kann als trocken bezeichnet werden, doch hat die Nord-und Ostküste vorwiegend Herbst-und Winterregen, während an der Westküste Höhepunkte des Niederschlags auf den April und den Oktober bis November fallen; Februar und Juli sind auf der ganzen Insel relativ trocken.—Die Vegetation ist von echt tropischer Üppigkeit, doch ist das Waldkleid des Gebirges bei weitem nicht so lückenlos, wie man es bei den hohen Niederschlägen erwarten sollte; große Flächen sind von Savannen eingenommen, die zum Teil vielleicht erst dem Menschen, der den Urwald rodete, ihre Entstehung verdanken. Das östl. Tiefland ist dagegen, soweit nicht sumpfig, großenteils von Urwald eingenommen, da das ungesunde Klima eine stärkere Besiedelung nicht gestattet.—Die Tierwelt ist sehr reich und der des hinterindischen Festlands so nahe verwandt, daß die Abtrennung von ihm erst in ganz junger geologischer Vergangenheit erfolgt sein kann. Nashorn, Elefant und Tiger sind vorhanden, dazu der Orang-Utan und zwei andre große Affenarten (Gibbons), Halbaffen (Makis), Tapir, Argusfasan und viele andre, weniger hervortretende. —Bewohner der Insel sind die Malaien, deren auf Pfählen errichtete Dörfer (Kampongs) überall zwischen Reis-und Baumwollfeldern sich verstecken.
Daneben gibt es noch Reste älterer Bevölkerungsschichten, wie die Bataker, die noch ein reines Naturvolk sind.—Die wichtigsten Welthandelsprodukte sind Tabak und Kaffee, von denen der erstere im östl. Flachlande, der letztere im westl. Gebirgsland am besten gedeiht. Die beiden unten beschriebenen Routen führen nach dem Bezirke des besten Tabaks (Delideckblattabak) und des besten Kaffees (um Medan in den Padangschen Hochlanden). Daneben liefert die Insel noch zahlreiche wertvolle Wald-und Bodenprodukte, vor allem Kohle und Petroleum. Sumatra beginnt erst seit kurzer Zeit einen raschen wirtschaftlichen Aufschwung zu nehmen, da die Holländer, denen es gehört, lange Zeit ihre Haupttätigkeit dem benachbarten Java zuwandten und bis in die letzte Zeit hinein sich mit den ungebärdigen Gebirgsstämmen des Nordteils der Insel, des Malaienstaates Atjeh, in blutigen und kostspieligen Guerillakämpfen herumschlagen mußten. Nachdem Atjeh jetzt unterworfen ist, wird es rasch ein wertvolles Plantagengebiet werden, doch ist die Insel dem Touristenverkehr noch fast nicht erschlossen.
Für Reisen auf Sumatra ist Erlaubniskarte nötig, die vom Justizdepartement ausgestellt wird und durch das deutsche Konsulat zu beschaffen ist.
Belawan-Deli, der Hafen von Deli, liegt Penang gegenüber an der flachen Nordküste Sumatras, an der Mündung des Koeala Belawan, dessen Ufer mit Mangroven bewachsen sind. Nur kleine Dampfer können über die Barre und ankern dicht beim Bahnhof der Delibahn; Zollamt auf der Landungsbrücke. Übernachten in Belawan ist wegen Malariagefahr ungesund; man fahre 1/2 St. mit der Bahn nach Kampong Besar, wo der Agent des Norddeutschen Lloyd zuvorkommend für Unterkunft sorgt. Die Europäer wohnen meist in Laboean Deli und Medan. Der Zug fährt bald nach Ankunft des Dampfers in etwa 2 St. über die 380 m lange Brücke über den Fluß und durch Tabakfelder hindurch nach (etwa 20 km)
Medan (Orange Hotel; Medan Hotel; PT; Klub: De Witte Sociëteit), Hauptstadt des Residenten der Ostküste von Sumatra und eines eingebornen Sultans, mit etwa 15000 Einw. Große chinesische und andre Geschäfte, Hauptort der Tabakausfuhr. Bank: Nederlandsche Handels-Maatschappij, Korr. der Deutschen Bank und der Berliner Disconto-Gesellschaft. Deutsches Konsulat (Konsul Karl Hick). Mehrere Bahnlinien führen ins Innere des Ostküstengebiets von Sumatra. Sehenswert ist der Palast des Sultans und der chinesische Tempel. Die sehenswerten Tabakpflanzungen der Deli-Maatschappij werden meist mit chinesischen Kulis bearbeitet. Die Tabakblätter erfahren eine außerordentlich umständliche und sorgfältige Behandlung, bis aus ihnen die vortrefflichen Delideckblätter entstanden sind. Im Gebirge kann man die Batak-Stämme (s. oben) kennen lernen und hat Gelegenheit zu Jagden auf Elefanten, Tiger etc.
2) Dampfer des Rotterdamsche Lloyd fahren alle 14 Tage über Marseille, Port Said, Suez in 20 Tagen direkt nach Padang.—Die Stoomvaart Maatschappij Nederland alle 14 Tage von Genua in 20 Tagen direkt nach Sabang, Singapore, Batavia. In Sabang direkter Anschluß an die Dampfer der Koninklijke Paketvaart Maatschappij, die alle 14 Tage im Anschluß an die Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloyd von Penang über Sabang nach Padang in 7 Tagen fahren.
Der Dampfer fährt von Sabang (S. [155]) längs der gebirgigen, landschaftlich sehr schönen Westküste Sumatras, läuft unterwegs mehrere unbedeutende Hafenplätze an, passiert nun den Äquator (S. [191]) und steuert dann in die von felsigen Hügeln umgebene Koninginnen-Bai (unter etwa 1° südl. Breite), deren Ufer dicht bewaldet sind und malerische Dörfer (Kampongs) zeigen. Dann legt der Dampfer an den schönen Kais im Emmahaven dicht am Bahnhof (mit Bahnwirtschaft) an; alle 2 St. fährt ein Zug in 17 Min. für 1/4 Fl. auf 100 m langer Brücke über den Padangfluß nach
Padang (Oranje Hotel, Pens. 5-6 Fl.), Hauptstadt des niederländischen Gouvernements Westküste von Sumatra, in flacher Gegend an der Mündung des Padangflusses. Diese älteste Niederlassung der Niederländer auf der Insel (seit 1666) ist Sitz der obersten Zivil- und Militärbehörden, eines deutschen Konsuls (Joh. Schild) und vornehmster Ausfuhrplatz für die reichen Produkte (Kaffee, Stuhlrohr, Zimt, Muskatnüsse, Gummi, Benzoe, Häute, Kopra, Tabak, Gambir) der Westhälfte von Sumatra, mit 47607 Einw., darunter 5103 Chinesen, 1784 Europäer. Bank: Nederlandsche Handels-Maatschappij, Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft und der Deutschen Bank. Padang ist mit den Hafenplätzen Emmahaven und Pulu Ajer sowie mit dem Hochlande durch Staatsbahn verbunden. Das Europäerviertel ist eine ruhige, anmutige Gartenstadt mit angenehmem Klubleben (zwei Sociëteiten). Die Besteigung des nahen Affenbergs (Goenoeng' Monjet) bietet schöne *Aussicht auf die Stadt und das Meer.
Ausflug ins Padangsche Oberland mit dem »Staats Spoorweg« (teilweise Zahnradbahn) zunächst durch reich mit Reisfeldern, Bananenpflanzungen und Kokospalmen bebaute Ebene (zuletzt ansteigend) bis Kajoe-Tanam (143 m), von da (mit Zahnradhilfe) durch die prachtvolle Schlucht Anei-Kloof von 15 km Länge (das tropische Gegenstück zur Gotthardstraße von Göschenen nach Andermatt!); l. Ausblick auf die Vulkanriesen Tandikat (2438 m) und Singgalang (2877 m), r. auf den Ambatjang (959 m); l. der 25 m hohe Ajer-Mantjoer-Wasserfall. Auf dem Hochland sieht man den Merapi (s. unten) vor sich; vorbei an vielen Kampongs, mit zierlichen Reisscheunen (rankiang) seltsamer Bauart, gelangt man nach 4 St. Fahrt nach
Padang-Pandjang (Hotel Merapi, klein, aber gut) am Knotenpunkt der Bahn (man lasse sich in den sehr angenehmen Militärklub einführen).
Von Padang-Pandjang führt die Zahnradbahn, 19 km, in 11/4 St. am Vulkan Merapi (s. unten) vorbei nach Fort de Kock (921 m; Sawah-Hotel, 2 Min. vom Bahnhof), Hauptort des Padangschen Oberlands; von hier beste Gelegenheit zu vielen lohnenden Ausflügen: zum interessanten Malaiendorf Kota-Gedang; zum Wasserfall von Soengei-Poear, am Hange des Merapi; zu den Grotten von Kamang, 12 km vom Fort de Kock; mit Karre nach dem frischen Schwimmbad (41/2 km) Soengei Tanang.—*Schöner Tagesausflug vom Fort de Kock über Simpang nach (18 km) Matoer (Rasthaus), von da mit Karre nach Padang-Galanggang, hier prächtiger Ausblick auf den *Manindjau-See. Zurück durch das seltsame *Karbouwengat nach (15 km) Fort de Kock.—Zur Besteigung des noch tätigen Vulkans *Merapi (2891 m) fährt man mit Karre (bendy) am besten von Fort de Kock 1 Uhr Nm. in 4 St. über Soengei-Poear zum Rasthaus Pagolèan (1800 m), dort übernachten. Früh 5 Uhr Aufstieg steil in 21/2 St. zum Krater (Kapoendan). Oben kalter Wind! Prächtige *Aussicht frühmorgens, sonst meist bewölkt.
Von Fort de Kock mit der Bahn oder durch schönere Landschaft mit Karre (7 Fl.) nach Paja-Kombo (kleiner, guter Gasthof, Ankunft telephonisch von Fort de Kock melden!); der *Markt hier So. früh ist berühmt (malaiische Waffen, Kleider, Schmucksachen), noch berühmter die Schönheit der Frauen des Ortes. Von hier mit Karre für 3 Fl. in etwa 2 St. zu dem riesigen Wasserfall *Batang-Harau. Schöne Wege auch nach Fort van der Capellen.
Von Padang-Pandjang (s. oben) führt die Bahn längs des Nordufers des 21 km langen, schönen Bergsees Singkarah in etwa 4 St. nach Solok (387 m; einfacher Gasthof); von hier durch abwechselungsreiche prächtige Berglandschaft in das Tal von Sawah-Loentoe, Bahnfahrt etwa 11/2 St.; Besichtigung der mit javanischen und malaiischen Kulis und Sträflingen betriebenen Oembilin-Kohlengruben, wo täglich bis 1000 Ton. gefördert werden. Alle Ausflüge in das kühle Hochland von Padang sind von unvergleichlichem Reiz.
Von Padang nach Batavia.
Mit Dampfern des »Rotterdamsche Lloyd« und der »Koninklijke Paketvaart Mij.« über Benkoelen und vorbei an der vulkanischen Insel Krakatau (Poeloe Rakata), die bei einem Ausbruch durch eine gewaltige Explosion am 27. Aug. 1883 zum größern Teil vernichtet wurde, während durch die Auswurfmassen die umliegenden Küsten und Fahrwasser verändert, durch eine gewaltige Flutwelle etwa 40000 Menschen getötet, Schiffe hoch ins Land hinein geworfen wurden etc.
Die Explosion war das in seinen Wirkungen am weitesten reichende vulkanische Ereignis, das jemals bekannt geworden ist. Sie wurde wahrscheinlich dadurch hervorgerufen, daß Meerwasser in das Innere des durch vorhergehende Eruptionen teilweise ausgeräumten Magmaherdes Zutritt fand und sich durch die hier herrschende hohe Temperatur in Dampf verwandelte. Die Wirkungen waren furchtbar. Eine in der nähern Umgebung der Explosionsstelle bis zu 30 m hohe Meeresflutwelle verwüstete die Küsten der umliegenden Inseln, namentlich Javas und Sumatras, wurde aber an allen Küsten des Indischen Ozeans und sogar noch an der Westküste Nordamerikas (San Francisco) und stellenweise am Atlantischen Ozean wahrgenommen. Der Schall der Explosion drang bis nach Ceylon, Saigon, Neuguinea und Australien. Ungeheure Massen von Asche (zerstäubte Lava) und Bimsstein wurden ausgeworfen und bedeckten nach dem Niederfallen eine Fläche größer als das Deutsche Reich; die feinsten Staubteilchen wurden bis zu 60 km Höhe emporgeschleudert und von Luftströmungen um die ganze Erde herumgeführt, überall Monate hindurch merkwürdige optische Erscheinungen— Blaufärbung der Sonne, den »Bishopschen Ring« um diese und prachtvolle Dämmerungserscheinungen—hervorrufend. Die durch die Explosion erzeugten Luftwellen umkreisten mehrmals die ganze Erde, wozu sie jedesmal etwa 36 St. brauchten. Jetzt sieht die zersprengte Kraterinsel wie eine Haifischflosse aus, schroff abstürzend nach einer Seite und hier einen prächtigen Durchschnitt durch einen Vulkanberg zeigend, soweit nicht die Vegetation schon wieder davon Besitz genommen hat.
Nach Passieren der Insel Krakatau läuft der Dampfer nun durch die Sundastraße nahe an der Insel Dwars in den Weg vorbei um die NW.-Ecke Javas, die Sankt Nikolaas-Huk, ostwärts längs der Küste und an kleinen grünen Inseln vorbei nach Batavia (S. [195]).
Von Penang nach Singapore.
A. Über See.
Der Dampfer (S. [155]) fährt in Sicht der Küste von Malakka anfangs mit südlichem, dann südöstlichem Kurs vorbei an den kleinen Häfen Port Weld (S. [163]), Telok Anson (S. [164]), Port Swettenham (S. [165]), Port Dickson (S. [165]) und Malacca Town (S. [165]), die alle Bahnanschluß nach dem Innern haben, zur Verschiffung von Gummi und Zinn.—Die Fahrt durch den südlichen, engsten Teil der Malakkastraße, The Straits, führt zwischen Korallenriffen und Koralleninseln vorbei am Kap Tanjong Bulus, dem südlichsten Punkte des asiatischen Festlandes, und nördl. von den größern, zum Teil vulkanischen Riouw-Inseln nach Singapore (S. [166]).
B. Über Land (vgl. die Karte S. [162]).
Eisenbahn. Mit der Federated Malay States Railway tägl. 8 Uhr früh von Penang in 23 St. für I. Kl. $29,83 nach (465 M) Singapore; Schlaf-und Speisewagen (F. 75 c., Tiffin 1, Dinn. $1,50) im Zuge; Freigepäck 133 Pfund engl.; man achte auf richtige Abfertigung des Gepäcks.
Die Bahnfahrt gibt Gelegenheit, die landschaftlich sehr schöne, noch wenig bereiste Halbinsel Malakka mit ihren großartigen Zinngruben und Gummiplantagen kennen zu lernen. Man sollte 10-14 Tage für die lohnende und interessante Tour verwenden. Moskitonetz mitnehmen!
Der Westteil dor Malaiischen Halbinsel (Malakka) ist der Typus eines Tropenlandes, reich befeuchtet durch den Südwestmonsun, mit hoher, äußerst gleichmäßiger Temperatur und entsprechend üppigem Pflanzenkleid. Ein dichtbewaldetes Gebirge mit nordsüdl. verlaufenden Bergketten durchzieht die Halbinsel, erreicht aber nicht sehr große Höhen. Als höchste Erhebung gilt der 2172 m hohe Kerbau, den man am 2. Tage der unten beschriebenen Fahrt durch die Halbinsel etwa 50 km östl. läßt. Das Gebirge enthält mit die größten Zinnlagerstätten der Erde. Zinnerz bildet denn auch den Hauptausfuhrgegenstand der Halbinsel, daneben Waldprodukte, vor allem Guttapercha (auch schon aus Pflanzungen gewonnen) und Kopal, sowie Gewürze.—Die Bevölkerung ist, wie in ganz Hinterindien, stark gemischt, doch überwiegt in den heutigen Bewohnern der niedrigem Landesteile der malaiische Einschlag bei weitem, während in den entlegenem Gebirgsgegenden noch Naturvölker hausen, wie vor allem der Stamm der blasrohrbewaffneten Sakei (S. [164]). Die Städte bergen noch zahlreiche Bauwerke, die unter dem Einfluß altindischer, brahmanischer Kultur entstanden sind; umgekehrt findet jetzt in immer stärkerm Maße chinesische Einwanderung statt.—In den unten angeführten malaiischen Ortsnamen bedeutet Bukit Berg, Gunong Gebirge, Kuala Mündung, Pulo Insel.
Zeiteinteilung für 9 Tage: 1. Tag: früh ab Penang, Fahrt unterbrechen (3 St.) in Taiping, dann nach Kuala Kangsar;—2. Tag: nach Ipoh; —3. Tag: nach Kuala Kubu;—4. Tag: nach Kuala Lipis;—5. Tag: nach Kuala Lumpur;—6. Tag: Kuala Lumpur;—7. Tag: über Seremban nach Kuala Pilah und zurück nach Seremban;—8. Tag: nach Port Dickson, zurück über Seremban nach Malacca Town;—9. Tag: nach Singapore.
Von Station Penang (S. [156]) fährt eine Dampfbarkasse der Bahngesellschaft von der Fahrkartenausgabe am Hafen (wo auch Gepäckannahme) in 1/2 St. zur Festlandstation Prai. Von hier geht nun die Bahn durch Reisfelder, Zuckerpflanzungen etc. über die englische Grenzstation (25 M) Parit Buntar (Rasthaus, tägl. $1,50, Verpflegung $2,50), durch die künstlich bewässerte, fruchtbare Ebene des Krian-Distrikts im Staat Perak bis (34 M) Bagan Serai (Rasthaus, tägl. $ 1,50, Verpflegung $ 1,50), hier Oktober bis März früh und abends Gelegenheit zur Schnepfenjagd; weiter über Bukit Merah, wo die Bahn durch einen Hügel schneidet und ein Bewässerungs-Staubecken kreuzt, durch hügeliges Land vorbei an den größten (von über 4000 Chinesen bedienten) offenen Zinngruben der Erde, zwischen Krian Road Station und (53 M) Kamunting nach (56 M) Taiping (Rasthaus, tägl. $ 1,50, Verpflegung $ 1,50), einer der malerischsten Malaienstädte, mit schattigen Straßen voller gelb blühender Angsena-Bämne (Pterocarpus indicus), einem englischen und einem chinesischen Viertel.
Penang-Singapore.
Auf einem Hügel das Haus des britischen Residenten für Perak, oberhalb der roten Gebäude des Staatsgefängnisses und nicht weit von dem weißen *Museum (Perak State Museum) mit sehenswerten zoologischen, geologischen und ethnographischen Sammlungen der Malaiischen Halbinsel. Nahe dem Sportplatz (Recreation Ground) mit zwei Klubhäusern (Perak Club und New Club) liegt ein sehr schöner öffentlicher Garten mit See, in der Nähe ein schöner Wasserfall. Vom Schießplatz der malaiischen Garnison führt ein guter Weg am Teegarten-Bungalow vorbei durch Dschungeln auf den *Larut-Hügel, mit schönen Ausblicken auf die Perak-Landschaft; auf dem Gipfel sieben Bungalows. —Schwierig und unsicher ist von da der Aufstieg zum Gunong Hijan (1448 m), der weite Aussicht bieten soll (man erkundige sich vorher und nehme Führer mit). Für Ärzte ist das Eingebornen- Krankenhaus beim Bahnhof sehenswert.
Zweigbahn von Taiping über (7 M) Matang Fort, das im britischen Perak- Feldzug 1876 Hauptstützpunkt war, nach (11 M) Port Weld, Seehafen für kleine Dampfer am Sungi Sengar Besar, wo Zinn aus-und Reis eingeführt wird; tägl. Dampfer nach Penang.
Die Hauptlinie führt von Taiping durch schöne Hügellandschaft über Bukit Gantang mit Fortruine (Umgegend reich an Tigern), steigt dann durch mehrere Tunnels auf die Höhe eines Passes und über eine eiserne Brücke mit schönem Ausblick auf die hohen Felsen von Gunong Pontok, deren Höhlen die schwarze Ziegenantilope bewohnt, über (71 M) Padang Rengas nach
(79 M) Kuala Kangsar (Rasthaus $ 1,50, Verpflegung $ 1,50), Hauptstadt und Residenz des Sultans Idris von Perak (ein hochgebildeter Mohammedaner, ausgezeichneter Herrscher und Vater seines Landes) und des britischen High Commissioner der Verbündeten Malaienstaaten, am r. Ufer des Perak-Flusses, der die untere Stadt öfters überschwemmt; höher liegen die drei Paläste des Sultans, Regierungsgebäude und die Häuser der britischen Beamten sowie die malaiische Hochschule Malay College, nach dem Muster der Eton-Schule; ferner eine *Kunstschule (wo schöne Silberarbeiten etc. zu kaufen sind).
Empfehlenswerte Erfrischung ist ein Elefantenritt auf gutem Weg (5 km) nach einem flachen Wasserfall, wo man baden und dabei den Fall hinabgleiten kann. Menggelunchor nennen die Malaien diesen Sport (man bade nicht ohne Badehose oder ähnliches).—Beliebt sind Ausflüge mit Hausbooten von Kuala Kangsar auf dem Perak-Flusse stromab bis Telok Anson (S. [164]); sie fordern aber mindestens 3-4 Tage (Hausbootmiete nach Übereinkunft, mit Hilfe des Distriktsoffiziers, sieben Mann Besatzung erhalten je 50 c. tägl., man gibt etwas Vorschuß zum Einkauf von Nahrung; ein Steuermann nach Übereinkunft; für Damen ist ein richtiges, geschlossenes Hausboot erforderlich). Moskitonetze u. Verpflegung, auch Getränke und Jagdgewehre sind mitzunehmen. Wegen der Krokodile sei man sehr vorsichtig beim Baden, befolge genau den Rat des malaiischen Steuermanns. Nachts ankert man meist mitten im Strom, um die Malariastechmücken (Anopheles) zu meiden. Unterwegs ist reichlich Jagdgelegenheit auf Schnepfen, Enten, Krokodile etc., am besten bei Parit, Bota und Pulau Tiga; Fischen mit malaiischen Netzen. Rückkehr von Telok Anson s. S. [164].
Die Bahn führt von Kuala Kangsar bei (83 M) Enggor zur Pontonbrücke über den Perak-Fluß, dann über (93 M) Sungei Siput und (101 M) Chemor nach
(111 M) Ipoh (Rasthaus, tägl. $ 1,50, Verpflegung $ 1,50, und ein Gasthof), aufblühende Handelsstadt im Kinta-Tal, gesund gelegen, Mittelpunkt der Zinngruben, deren Besichtigung sehenswert ist, da nach allen Systemen mit chinesischen Kulis und elektrischen Maschinen dort gearbeitet wird.—In der Umgebung, bei Gunong Rapat und Sungei Raia, schöne Kalksteinfelsen mit sehenswerten chinesischen Felsentempeln. In Ipoh originelle *malaiische, tamilische und chinesische Theater.—Im Kinta-Distrikt leben an den Abhängen des 2172 m hohen Gunong Kerbau, etwa 35 M östl. von Ipoh, die Sakei, ein Stamm scheuer Ureinwohner hellerer Hautfarbe, die noch lange Blasrohre (sumpit) mit vergifteten Bolzen benutzen und nackt in offenen Pfahlhütten leben.
Die Bahn führt von Ipoh über mehrere kleine Stationen nach (149 M) Tapah Road (Rasthaus); Zweigbahn nach (35 M) Telok Anson, einem Hafen für Zinnausfuhr am Perak-Fluß mit Küstendampferverkehr nach Penang und Singapore; Telegraph. Durch reich angebautes Plantagenland, dann durch dichte Dschungeln und Wälder mit tropischen Nutzhölzern über unbedeutende Stationen nach
(221 M) Kuala Kubu, kleiner, hübsch gelegener Malaienstadt im Staate Selangor.
Ausflug von hier mit Motoromnibus der Bahngesellschaft (vorausbestellen) auf guter Landstraße durch das malerische Gebirge und durch wilde Dschungeln über (44 M) Raub (Rasthaus) nach (ca. 60 M) Kuala Lipis (gutes Rasthaus, tägl. $ 1,50, Verpflegung $ 2,50), Hauptstadt des Staates Pahang am Jelai, Nebenfluß des Pahang-Flusses. Der Sultan residiert in Pekan (Rasthaus) an der Mündung des Pahang, wohin man von Kuala Lipis mit malaiischem Hausboot in etwa einer Woche gelangen kann. (Dieser ganze wilde und romantische Ausflug von Kuala Kubu quer durch die Halbinsel Malakka bis zum Südchinesischen Meer ist anstrengend und nicht ohne Gefahren, daher nicht für jeden Weltreisenden zu empfehlen! Er bietet aber Naturschönheiten und große Jagdgelegenheit seltener Art.)—Von Pekan ist zuweilen Gelegenheit, mit Küstendampfer nach Singapore zu gelangen, aber die Einschiffung ist bei Nordostmonsun (Oktober bis März) oft wegen hohen Seegangs auf der Barre der Flußmündung unmöglich; Rückkehr von Pekan über Land oder auf dem Fluß sehr langwierig; vielleicht kann man im Notfall über Kuantan (Rasthaus; Hafen im Bau) Dampfer erreichen oder mit Automobil auf der (zum Teil 1911 noch im Bau begriffenen) Straße nach Benta an der Straße Kuala Lipis-Kuala Kubu zurückkehren. (Man ziehe vor solchem Ausflug Erkundigung bei den englischen Behörden in Kuala Kangsar und Kuala Lipis ein.) Von Kuala Lipis mit Motoromnibus zurück nach Kuala Kubu.
Von Kuala Kubu führt die Bahn über (235 M) Serendah, (241 M) Rawang, Bahnhof für den Ort Bandar Baharu, und (254 M) Batu, lauter Minenstädte, nach
(259 M) *Kuala Lumpur (Station Hotel, neu, am Bahnhof, Pens. von $ 6 an, mit Restaurant; Empire Hotel und ein Rasthaus, tägl. $ 1,50, Verpflegung $ 1,50), Hauptstadt der Malaiischen Bundesstaaten mit etwa 35000 Einw., in schöner Lage, mit prächtigen Gärten im europäischen Viertel und verhältnismäßig kühlem Klima. Residenz des britischen »Resident General« der Malaiischen Bundesstaaten. Vor einem schönen öffentlichen Park mit See das Museum mit reichen zoologischen (besonders Vögel und Fische) und ethnographischen (besonders Tonwaren und Matten) Sammlungen. Kuala Lumpur ist für längern Erholungsaufenthalt geeignet, hat gute Basare, Hospital etc.—Ausflüge nach (26 km) Dusun Tua, einem Bungalow mit heißer Quelle in malerischer Landschaft an einem Fluß, wo man tropisches Tierleben beobachten kann (fliegende Eidechsen, fliegende Hunde, Affen etc.).
Zweigbahn von Kuala Lumpur durch den mit Gummiplantagen bestandenen Klang-Distrikt nach (etwa 18 M) Klang (Rasthaus beim Bahnhof), Residenzstadt des Sultans von Selangor, Mittelpunkt des Gummihandels, durch ein Hügelfort mit britischer Garnison beherrscht, und von da nach (etwa 6 M) Port Swettenham (Rasthaus, Post und Tel.), dem modern ausgebauten wichtigsten Hafen für Küstendampfer zwischen Penang und Singapore, mit beträchtlichem Seeverkehr; Dampfer nach Penang und Singapore.
Von Kuala Lumpur weiter durch Gummiplantagen über (274 M) Kajang (Rasthaus), einem hübschen Dorf mit Zinngruben, nach (302 M) Seremban (Rasthaus), Hauptstadt des Malaienstaates Negri Sembilan, in ähnlich schöner Lage wie Kuala Lumpur, auch mit britischem Viertel.
Ausflug von Seremban mit Motoromnibus auf malerischem Weg über das Gebirge nach (24 M) Kuala Pilah (Rasthaus), Residenz des Yam Tuan von Sri Menanti, dessen *Palast (Astana) in einem prächtigen Seitental 8 km von Kuala Pilah liegt. Die Stadt Kuala Pilah liegt am Muar-Fluß und an einer Zweigbahn nach Gemas (S. [166]); auf dem höchsten Hügel (*Aussicht) in der Stadt ist das Amtsgebäude des britischen Residenten; in der Hauptstraße der Stadt ein Standbild des ersten britischen Residenten, Martin Lister, von Chinesen gestiftet. Zurück mit Motoromnibus nach Seremban oder mit Wagen (Gharries) auf ebenfalls schönem Gebirgsweg nach Tampin (s. unten).
Zweigbahn von Seremban in 11/2 St. nach (etwa 22 M) Port Dickson (Rasthaus), auch Arang Arang genannt, Hafen für Küstendampfer, mit guter Seebadegelegenheit, beste Badezeit 51/4—61/4 Uhr Nm.; man übernachte im Port Dickson Sanitarium (Platz vorausbestellen), dicht am Badestrand.
Die Bahn führt von Seremban weiter durch gut bebaute Obstgärten und Reisfelder und stark bevölkerte, wohlhabende Malaiendörfer über Pedas, Rembau und Chengkau nach (334 M) Tampin (Rasthaus). Fortsetzung der Route S. [166].
Von hier Zweigbahn (22 M) nach
Malacca Town (Rasthaus am Bahnhof, dem Seebad am nächsten; andres Rasthaus an der Seeseite der Stadt), wichtiger Seestadt und Hauptausfuhrhafen der Malaienstaaten, mit etwa 95000 Einw. Malacca Town liegt auf 2° nördl. Br. und ist die älteste europäische Niederlassung auf der Halbinsel, 1511 von den Portugiesen unter Albuquerque begründet und zu einem wichtigen Gewürzhandelsplatz gemacht, 1641 von den Niederländern und 1795 von den Engländern erobert, dann 1818 zurückgegeben, aber 1824 gegen Benkoelen von den Niederländern wieder eingetauscht. Man trifft noch Nachkommen der Portugiesen sowie die portugiesische Kirche Nossa Senhora do Monte auf dem Gipfel des St. Pauls-Hügels, neben dem Leuchtturm am l. Ufer der Mündung des Malacca-Flusses. Der Hügel ist mit alten Festungswerken umgeben. Mehrere Brücken führen über den Fluß zu dem Stadtteil des r. Ufers. Malacca Town ist Sitz der Regierung des britischen Malacca-Territoriums (Teil der Kolonie Straits Settlements, vgl. S. [155]). Am Fuß des St. Pauls-Hügels liegen Schulen (darunter die sehenswerte Chinesenhochschule des Dr. Morrison), Post und Telegraph, Gericht, Krankenhäuser etc.; sehenswert ist an der Seeseite Albuquerques Tor. Die Stadt ist ziemlich gesund, obgleich etwas wärmer als Singapore. —Etwa 8 km westl. von Malacca Town liegt der hübsche Badeort *Tanjong Kling (Regierungsbungalow, Erlaubnis zur Benutzung für Seebadezwecke erteilt die Public Works Office in Malacca Town). Malacca Town hat durch Inseln geschützte Reede; lebhafter Verkehr von Küstendampfern nach Penang, Port Swettenham, Port Dickson und Singapore.
Fortsetzung der Hauptroute. Von Tampin (S. [165]) führt die Bahn über einige unbedeutende Stationen nach (364 M) Gemas, Grenzstation des Staates Negri Sembilan (Zweigbahn von Gemas im Betrieb über Rompin nach [22 M] Bahau, von da im Bau nach Temerloh im Staat Pahang; Zweigbahn von Bahau nach [12 M] Kuala Pilah [S. [165]] im Betrieb), und durch Urwald und Dschungeln des Staates Johor über mehrere kleine Ortschaften nach (450 M) Johor Bharu (S. [169]); von da Fährdampfer nach Woodlands (s. unten) und Bahn nach (465 M) Singapore.
Singapore.
Vgl. beifolgenden [Plan].
Ankunft. Die Ansteuerung des Hafens ist wegen vieler gefährlicher Riffe und Bänke vor der Hafeneinfahrt schwierig; Handelsdampfer laufen zum Teil, die Reichspostdampfer stets in den engen Hafen innerhalb der Inseln und machen meist am Tanjong Pagar-Kai dicht am Lande fest. Am Landungsplatze stehen europäische und malaiische Diener von allen Gasthöfen sowie reichliche Fahrgelegenheiten (Wagen und Rikschas, auch elektr. Straßenbahn). Fahrt bis zur Stadt etwa 20 Min. Keine Zolluntersuchung, aber Waffen dürfen ohne Polizei-Erlaubnis nicht eingeführt werden!
Gasthöfe: Raffles' Hotel, Beach Road 2, nahe der Esplanade, 130 Z. —Hôtel de l'Europe (Pl. 13), an der Esplanade, in besserer Lage. Küche in beiden mäßig, Pens. etwa $ 8.— Hotel Adelphi, Colman Street, 100 Z., Pens. von $ 5 an.—Hôtel de la Paix, Colman Street 3, 40 Z. $ 2-3, Tiffin 11/4, Dinn. 11/2, Pens. $ 6-8.—Hotel van Wijk Co. Ltd., Stamford Road 2, 80 Z. 2, F. 1, Lunch 1, Dinn. 1,50, Supp. 2, Pens. $ 5-6, Küche gelobt. —Die meisten Gasthöfe sind zugleich Restaurants.
Post (Pl. 18), an der Südseite der Cavanagh-Brücke neben der Börse. —Telegraph, Robinson Quai. Kabel führen nach Penang, Saigon, Labuan, Soerabaya und Batavia.—Wagen: Tikka gharries oder Hackney Carriages nach gedrucktem Tarif.—Rikschas ebenfalls mit fester Taxe.—Reitpferde zu haben.—Straßenbahnlinien (s. den Plan), auch von Europäern benutzt.—
Eisenbahn: Singapore & Kranji Railway (Bahnhof Tank Road), vom Landungsplatz der Postdampfer in 25 Min. mit Straßenbahn zum Bahnhof, von da in 11/4 St. bis zur Endstat. Woodlands (von wo Fährboot nach Johor mit Anschluß an die Federated Malay States Railway, S. [161]).
Dampfer: Norddeutscher Lloyd (Agent: Behn, Meyer u. Co., Tel.-Adr. »Nordlloyd Singapore«): Reichspostdampfer alle 14 Tage nach Ostasien und Europa; Anschlußdampfer nach Bangkok und Deli sowie nach Britisch-Nordborneo, Makassar, Menado (auf Celebes), Süd-Philippinen und Neuguinea (über Batavia)—Koninklijke Paketvaart Maatschappij (Agent: J. Deandels & Co.): Anschlußdampfer an die deutschen Reichspostdampfer nach u. von Batavia, Samarang und Soerabaya. —Stoomvaart Maatschappij Nederland (Agent: J. Daendels & Co.) alle 14 Tage nach Batavia und nach Europa über Sabang.—Österreichischer Lloyd (Agent: Rautenberg, Schmidt & Co.), monatlich einmal nach Ostasien und Europa.—Messageries Maritimes (Agent: C. Tournaire; Telegrammadresse: »Messageries Singapore«) alle 14 Tage über Saigon nach Ostasien und über Colombo nach Europa; Anschlußdampfer nach Batavia. —Peninsular & Oriental Co. alle 14 Tage nach Ostasien und Europa, mit Anschlußlinien nach Java, Sumatra, Celebes u. a.—British India Steam Nav. Co. alle 14 Tage nach Vorderindien.
Geld. Einheitsmünze ist der Straits-Dollar ($) = 2,40 Mark oder 2 sh. 4 d.; Silbermünzen außerdem zu 50, 20, 10, 5 cents. 1 $ = 100 cents. Außerdem Kupfergeld.—Banken: Deutsch-Asiatische Bank, Korr. sämtlicher deutschen Großbanken.—Hongkong & Shanghai Banking Corporation, Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft.—Chartered Bank of India, Australia & China.— Nederlandsche Handels-Maatschappij. Beide letztere Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft und der Deutschen Bank.
Sprache ist malaiisch, die allgemeine Verkehrssprache Hinter-und Insulindiens.
Theater, malaiische sind besuchenswert.
Konsulate: Deutsches Reich, Generalkonsul Feindel, Vizekonsul Dr. Saunier. —Österreich-Ungarn, Dr. Erwin Ritter von Zach.—Deutscher Klub, sehr schön gelegen.
Polizeiamt: South Bridge Road und North Bridge Road, letzeres nahe dem Hôtel de l'Europe.—Ärzte: an 30; deutsche Ärzte Dr. Werner, Medical Hall; Dr. Wertheim.—Zahnarzt.— Deutsche Apotheken.—Krankenhaus: General Hospital.—Buchhandlungen: Kelly & Walsh, Raffles Place.—Fraser & Neave.—Zeitungen: Straits Times; Government Gazette; Singapore Free Press; Colonial Press. Einige malaiische, tamulische und chinesische Zeitungen.
Photographieren von Festungswerken (die oft nicht zu erkennen sind) ist streng verboten und wird mit 1 Jahr Zuchthaus bestraft, da Singapore Kriegshafen ist. (Deutsche Liebhaberphotographen werden mit Vorliebe böser Absichten verdächtigt!)
Einkäufe: Korallen, Muscheln, Korbstühle, Ananas frisch und konserviert (sehr billig).
Zeiteinteilung. 1. Tag: Markt in der Chinesenstadt, Museum, Botanischer Garten, Esplanade.—2. Tag: Fahrt nach Johor.—3. Tag: Ausflug nach dem Sea View Hotel, östl. von Singapore, an der See.
Geschichte. Das alte Singapura soll in der 2. Hälfte des 12. Jahrh. von dem aus Sumatra eingewanderten Radschah Sang Nila Utama begründet sein; sein Nachfolger Sikander wurde von den Javanen vertrieben und gründete die Stadt Malakka, während die javanischen Herrscher zum Islam übertraten (jetzt Hauptreligion der Malaien) und das Sultanat Johor begründeten. Sir Stamford Raffles drang darauf, daß das im Anfang des 19. Jahrh. zum Seeräuberschlupf gewordene Singapore englisch werde; 1819 wurde die britische Flagge auf der Insel gehißt, entwickelte sich aber erst mit dem Aufblühen der Dampferfahrt zu einem der wichtigsten Stapelplätze und Stützpunkte für den Seeverkehr nach und von Ostasien.
Das Klima ist heiß, doch nicht ungesund, mit sehr gleichmäßiger Temperatur, auch für Kinder gut. Mittlere Jahrestemperatur etwa 27° C; höchste im Jahre vorkommende Temperatur durchschnittlich 38°, die niedrigste 17,5°. Stürmisches Wetter herrscht meist beim Monsunwechsel (SW.-Monsun im April bis Oktober), aber nur kurze Zeit. Die Regenmenge ist beträchtlich (2350 mm); es regnet in Schauern mindestens zweimal alle 3 Tage, am stärksten im November und Dezember. Dem Regen ist der üppige Pflanzenwuchs zu danken. Die Sonne geht stets gegen 6 Uhr auf und unter.
Singapore (bedeutet entweder Löwenstadt = singa puru, oder Raststadt—sing gah pura), die Hauptstadt der Straits Settlements (S. [155]), liegt auf der gleichnamigen Insel unter 1° 16' nördl. Br., mithin nur 141 km vom Äquator. Die vorzügliche Lage am Hauptseeweg von Europa nach Ostasien sowie zwischen dem Golf von Bengalen und der Chinasee und in der Nähe der großen Sundainseln und der Philippinen haben die Stadt, die schon frühzeitig zum Freihandelsgebiet erklärt wurde, zu einem blühenden Stapelplatz für den Seehandel und einem wichtigen Kohlen-und Ausrüstungshafen für zahlreiche, stetig wachsende Dampferlinien im Indischen und Stillen Ozean gemacht. Für die englische Kriegsflotte ist Singapore ein wichtiger Stützpunkt außerhalb der europäischen Gewässer. Es ist seestrategisch äußerst günstig gelegen.—Die Stadt zeigt europäisches Großstadtgepräge und hat etwa 250000 Einw., davon sind 4/5 Chinesen, 1/8 Malaien, 3/80 Europäer (etwa 250 Deutsche) und Eurasier, 3/80 Indier (insgesamt 3/4 Männer, 1/4 Frauen); darunter auch Klings (Arbeiter aus Vorderindien), Araber, Armenier, Parsen, Juden, Birmanen, Siamesen etc. Die Chinesen spielen also der Zahl nach die Hauptrolle; sie leben hier nicht nur als Kulis und Kleinhändler, sondern auch ein großer Teil des Handels liegt in ihren Händen.—Der neue Hafen von Singapore ist nach S. durch die Inseln Blakan Mati und Pulubrani geschützt, mit guten Kaianlagen, Kohlenlagern und Warenschuppen reichlich versehen. —Die Ausfuhr umfaßt Zinn, Kautschuk, Pfeffer, Stuhlrohr, Reis, Tapioka, Kopra, Sago, Lack, Patschuli, Zitronellaöl; Einfuhr: Kohle, Petroleum, Eisenwaren, Baumwollwaren. 1908 liefen 5187 Schiffe mit 6984980 Reg.-Ton. in den Hafen ein.— Das Stadtgebiet teilt sich in die Chinesenstadt, das Europäerviertel und das Malaienviertel. Drei Hügel, Pearls Hill (49 m), Government Hill (48 m), gekrönt vom Palast des Gouverneurs, und Mount Sophia (33 m), überragen die Stadt. Gegenüber der Reede liegen die europäischen Geschäftshäuser, einige Klubs und nahe der Johnston Pier die Börse (Pl. 17) und das Postamt (Pl. 18). Auf der Esplanade steht das Gymkhana-Klubhaus und in der Mitte ein Standbild des Sir Thomas Stamford Raffles (Pl. 10), gegenüber die St. Andrews-Kathedrale (Pl. 7). Von der Esplanade führt die High Street nw. zu dem alten Fort Canning (jetzt Signal-und Salutstation); sw. von diesem liegt am linken Ufer des Singaporeflusses der Kampong Malacca und ihm gegenüber auf einer Insel der Kampong Saigon. Die Chinesenstadt liegt südl. vom Flusse, den viele Brücken überschreiten; sie enthält viele Buddhatempel, chinesische Läden und einen großen Basar. Viele reiche Chinesen haben außerhalb der Stadt prächtige Besitzungen.
Rundfahrt. Morgens fahre man über die Cavenaghbrücke in die Chinesenstadt auf den *Markt am Raffles Quai oder einen andern Markt, wo seltsame Fische, andre Seetiere und Tropenfrüchte, wie Ananas, Mango, Mangustins, Rambutans, Brotfrucht, Zuckerrohr u. v. a. verkauft wird; dann nach Wahl durch einige enge Straßen der Chinesenstadt westl. zur Havelock Road, über die Brücke r. durch Kampong Saigon und Kampong Malacca, nördl. durch Mirabeau Road, Tank Road und Orchard Road, oder Tank Road über Government House Hill (nahe am Gouvernementshaus vorbei), Cavenagh Road, Bukit Timah Road (an alten Friedhöfen vorbei), Scotts Road (am Teutonia Club vorbei) und Orchard Road zum *Botanischen Garten (Fahrt 1 St. nnw. vom Dampfer-Anlegeplatz), der auserlesene tropische Bäume und Gewächse zeigt, z. B. Sago-und Kokospalmen, Muskatnußbäume, Kaffeebäume, Kroton-und Kakaobäume, Bananen (auch die Ravenala aus Madagaskar, Baum der Wanderer), Farne (darunter die zierlichen Baumfarne), Lianen, Orchideen, Calamus-Rotang (spanisches Rohr) etc. Nm. zwischen 4 und 5 Uhr besucht die vornehme Welt Singapores den Botanischen Garten; Rückfahrt durch Orchard Road, eine prächtige Allee, zum Raffles Museum (Pl. 9), 1887 begründet, mit naturhistorischen und ethnographischen Sammlungen und wissenschaftlicher Bibliothek. Vor Sonnenuntergang besuche man die Esplanade und Raffles Plain, den Sportplatz, wo um diese Zeit eleganter Wagenkorso stattfindet.
Ausflüge: 1) Nach Sea View Hotel 9 km östl. vom Postamt in Singapore, im Palmenwald an der See, mit Ausblick auf die östl. Einfahrt zur Reede. Man fährt dahin mit Wagen G der Straßenbahn, ab Tanjong Pagar durch die Hauptverkehrsstraße der Stadt, oder mit Automobil oder Wagen.—2) Nach Johor; täglich fünf Züge der »Singapore and Kranji Railway« vom Bahnhof Tank Road in etwa 11/4 St. nördl. nach Woodlands. Fahrplan in der Zeitung; die Bahn führt durch das nw. Villenviertel der Stadt, dann durch Malaiendörfer, Gärten, Ananasfelder und Wälder an die Nordküste der Insel Singapore; ein kleiner Dampfer fährt von da über den schmalen Wasserarm Selat Tabray in 8 Min. auf das Festland der Malakkahalbinsel und landet vor dem kleinen Orte
Johor-Bahru (Johore Hotel, am Strande, modern, preiswürdig, elektr. Licht, gute Verpflegung; 41 Z. 2, F. 1,50, Lunch 2, Dinn. 2, Pens. $ 6-7), der neuen, mit Grün umgebenen Hauptstadt des Sultans von Johor in malerischer Lage. Mit Rikscha fährt man zu dem auf der Höhe gelegenen *Palast des Sultans (Istana), umgeben von schönem Palmenpark; er enthält nüchtern-europäisch eingerichtete Empfangsräume; sehenswert sind die wertvollen Waffen und mancherlei malaiisches Rüstzeug. Schöner Blick von der Anhöhe, auf der die große neue Moschee nahe dem Palaste steht. Im Park einige Käfige mit Raubtieren. Im Chinesenviertel des Ortes Johor ist eine *Spielbank mit kleinen Spieltischen; So. Nm. großer Betrieb (englischen Offizieren verboten!); daneben ist ein chinesisches Theater (mit lärmender Musik). Im Ort ein Postamt des Sultans mit eignen Johor-Briefmarken (für Sammler!).