9.
Hat einer begehrt, die Seele zu sehen?
Sieh, deine eigne Gestalt und Haltung, Personen, Wesen, Tiere, die Bäume, die fliehenden Ströme, die Felsen und Wüsten.
Alle halten geistige Lust und lassen sie wieder los;
Wie kann der wahre Leib je sterben und je begraben sein?
Von deinem wahren Leib und jedermanns und jedenweibs wahrem Leib
Entrinnt Stück für Stück den Händen der Leichenwäscher und birgt sich in passenden Sphären,
Und nimmt mit, was ihm zugewachsen vom Augenblick der Geburt bis zur Stunde des Todes.
So gut wie die Lettern, die der Setzer gefügt hat, den Druck, die Bedeutung, den Sinn wiederholen,
Kehrt eines Manns Wesen und Leben oder eines Weibs Wesen und Leben in Leib und Seele zurück,
Unbekümmert vor dem Tod und nachher.
Siehe, der Leib umschließt die Bedeutung und ist der Sinn und umschließt die Seele und ist sie;
Wer du auch seist, wie göttlich und stolz ist dein Leib und jedes Stück von ihm!
10.
Mit mir, doch fest verbunden, doch vorwärts eile, eile.
Für dein Leben hänge an mir,
(Zureden müßte man mir vielleicht oft, eh ich bereit, mich dir wirklich zu geben, aber was liegt daran?
Muß nicht oft der Natur zugeredet werden?)
Kein gezierter dolce affetuoso ich,
Bärtig, sonnverbrannt, graunackig, störrisch hab ich erreicht,
Daß man, komm ich daher, mit mir um die echten Preise des Weltalls ringt,
Denn solche biete ich jedem, der standhält, sie zu gewinnen.