Bonaparte
Die Freiheit ging den Weg der Gewalt, und die Gewalt sank in Blut und Verbrechen; da sie am Ende stand ihrer Schrecken, kam der Gewaltherr, sie zu vollenden.
Es war ein Tag in Paris, da die Scharfrichter der Macht ein kaltes Herz und eine grausame Hand brauchten, als der Korse mit seinen Kartätschen über sie kam, die Freiheit zu retten.
Napoleon Bonaparte war er geheißen; als danach ein Maitag der staunenden Welt sein Bild zeigte, wie er, die Fahne kühn in der Hand, im Kugelregen die Brücke von Lodi gewann, rief der Ruhm seinen Namen aus wie einmal den Prinzen Eugen.
Nie hatte ein Meister des Krieges kühnere Dinge getan, als da der Korse den Dreitagekampf um Arcole bestand: in Hunger und Lumpen gewann seine Schar, ein Heer kaum zu nennen, den lombardischen Krieg, weil sein Genie ihren Todesmut führte.
Und seit den Kreuzrittern hatte kein Abenteuer das Abend- und Morgenland so erfüllt wie seine tollkühne Fahrt nach Ägypten, da er die Türken bei Abukir schlug.
Und uraltes Glück des Kühnen wurde lebendig, da der Sohn des korsischen Advokaten heimkam, den Scharfrichtern der Macht in Paris sein Schwertherrenglück aufzuzwingen.
Als Konsul von Frankreich zog der Sieger von Lodi, Arcole und Abukir ein in das Königsschloß der Bourbonen, daraus die Häscher der Freiheit Ludwig den Sechzehnten auf das Schafott holten; er aber war geschützt durch das Bajonett seiner Grenadiere.
Zehn Jahre hatte die Freiheit Tod den Tyrannen geschrien und war eine Mutter gewesen, die ihre eigenen Kinder verzehrte; als die Zeit der neuen Gewalt reif war, saß der Korse darauf und regierte.