Der Sohn der Macht

Heinrich, der staufische Jüngling, hatte die ältliche Erbin des normännischen Goldes gefreit; die Völker kamen nach Mailand, die staufische Macht zu bestaunen, als der Kaisersohn mit Konstanze, der Königstochter von Sizilien, die prahlende Hochzeit hielt.

Die Kaisermacht spannte den Bogen über den Stuhl von Sankt Peter hinüber; von der kalten Meerküste bis in die südlichen Mittelmeergärten reichte die Schwerthand der Schwaben.

Nordsturm fiel über die sonnigen Küsten, darin Blüte und Frucht erfroren, als das normännische Seeräuberglück an den Sohn der staufischen Macht kam.

Sein Herz war hart und sein Mund blieb verschlossen; wo Friedrich der Rotbart mit fröhlicher Grausamkeit ritt, stand Heinrich der Sechste mit finsterer Strenge.

Den Zermalmer hießen sie ihn, der alles zertrat, was seinen grausamen Weg hemmte; aber als er den Hammer ins Morgenland hob, sprang ihm sein gläsernes Herz.

Es war im siebenten Jahr, daß Barbarossa sein Vater im Saleph ertrank, als auch der Sohn der staufischen Macht die Heimkehr versäumte: seinen Marmorsarg stellten sie auf im steinernen Dom von Palermo.

Schirmherr der Kirche und Schwertherr der abendländischen Völker zu sein, war die Sendung der Kaiser gewesen: der Streit um die Stärke hatte den Bogen gespannt; als er im Rauschglanz staufischer Machtherrlichkeit über Sankt Peter hinaus ging, zerbrach er.