Hindenburg

Indessen der Krieg mit seinen Schrecken und Leiden über Belgien hinfuhr, indessen die Schlacht an der Marne den deutschen Siegeszug hemmte, daß der fressende Feuerbrand aus Frankreich nach Flandern hinüber flammte; kam er von Osten gegen Deutschland gezogen.

Österreich wollte der Russenmacht wehren, aber sein Holzschwert zerbrach ihm; unwiderstehlich drängten die russischen Heere nach Westen: das Abendland hatte gerufen und Asien kam, den Ruf zu erfüllen.

Wie ein Land unter Wasser gerät – ein Damm ist gebrochen, und überall quellen die Ströme – so kam die Russengefahr über Preußen: Tilsit, Gumbinnen und Insterburg waren von ihren Scharen erfüllt, Königsberg wurde bedroht von den raschen Kosaken, der Schrecken schäumte die Flüchtlinge gegen Berlin.

Aber die Tage von Tannenberg setzten der Furcht und der Flucht ein fröhliches Ende: Hindenburg kam, den sie danach den Russenschreck nannten, und wurde der Retter des preußischen Landes.

Er war schon ein Greis und niemand hatte den Mann gekannt, der über allen Männern des Krieges fortab gerühmt war: ein Vater Blücher zum andernmal und wie der Held an der Katzbach geliebt von seinen Soldaten.

Er lockte das russische Heer in die masurischen Sümpfe und stellte die Falle so listig, daß nach der verlorenen Schlacht nur noch der Nachhut der Russen die eilige Flucht glückte.

Seit Sedan sah kein Schlachtfeld solch einen Sieg, wie der bei Tannenberg wurde; die Welt horchte auf, daß wieder ein Feldherr am Werk war; den Deutschen wurde der Name Hindenburg teuer, als ob der Name allein ein Siegespfand wäre.