556. The duteous day now closeth
Stanzas 1, 2, Paul Gerhardt, 1607-76
Tr. Robert Bridges, 1844-1930
Stanzas 3,4, Robert Bridges
1.
Nun ruhen alle Wälder,
Vieh, Menschen, Städt’ und Felder,
Es schläft die ganze Welt.
Ihr, aber, meine Sinnen,
Auf, auf! ihr sollt beginnen,
Was eurem Schöpfer wohlgefällt.
2.
Wo bist du, Sonne, blieben?
Die Nacht hat dich vertrieben,
Die Nacht, des Tages Feind.
Fahr him, ein’ andre Sonne,
Mein Jesus, meine Wonne,
Gar hell in meinem Herzen scheint.
3.
Der Tag ist nun vergangen,
Die güldnen Sterne prangen
Am blauen Himmelssaal.
Also werd ich auch stehen,
Wann mich wird heissen gehen
Mein Gott aus diesem Jammertal.
4.
Der Leib eilt nun zur Ruhe,
Legt Kleider ab und Schuhe,
Das Bild der Sterblichkeit.
Die zieh ich aus; dagegen
Wird Christus mir anlegen
Das Kleid der Ehr’ und Herrlichkeit.
5.
Das Haupt, die Füss und Hände
Sind froh, dass nun zum Ende
Die Arbeit kommen sei.
Herz, freu dich! du sollst werden
Vom Elend dieser Erden,
Und von der Sünden Arbeit frei.
6.
Nun geht, ihr matten Glieder,
Geht hin und legt euch nieder,
Des Bettleins ihr begehrt.
Es kommen Stund’ und Zeiten,
Da man euch wird bereiten
Zu Ruh’ ein Bettlein in der Erd’.
7.
Die Augen stehn verdrossen,
Im Nu sind sie geschlossen;
Wo bleibt dann Leib und Seel’?
Nimm sie zu deinen Gnaden,
Sei gut für allen Schaden,
Du Aug’ und Wächter Israel!
8.
Breit’ aus die Flügel beide,
O Jesu, meine Freude,
Und nimm dein Küchlein ein!
Will mich der Feind verschlingen,
So lass die Engel singen:
“Dies Kind soll unverletzet sein!”
9.
Auch euch, ihr meine Lieben,
Soll heute nicht betrüben
Ein Unfall noch Gefahr;
Gott lass’ euch selig schlafen,
Stell’ euch die güldnen Waffen
Ums Bett und seiner Engel Schar!
Gerhardt’s hymn appeared in nine stanzas in Crüger’s Praxis Pietatis Melica, 3d ed., 1648. The hymn became known everywhere in Germany and was a favorite of the poet Schiller.
For comments on Paul Gerhardt see [Hymn 134].
Stanzas 1 and 2 are free translations by Robert Bridges who added stanzas 3 and 4, his own work, for his Yattendon Hymnal, 1899.
For comments on Bridges see [Hymn 32].
MUSIC. INNSBRUCK is commonly attributed to Heinrich Isaak, c. 1460-c. 1527, a German or Dutch (it is not certain which) born musician who spent most of his life in Italy, an eminent organist and composer. Isaak was kapellmeister of Lorenzo the Magnificent and later of Maximilian of Vienna. The tune was first published, so far as is known, in Nürnberg, 1539, in a different version, set to the words, “Innsbruck ich muss dich lassen.” Later it was adapted to the hymn, “O Welt ich muss dich lassen,” and then to Gerhardt’s evening hymn, “Nun ruhen alle Wälder.” The melody has appeared in many different forms in German collections. The arrangement here is that made by J. S. Bach and used in his St. Matthew Passion and elsewhere.