566. O God, Thou faithful God

Johann Heermann, 1585-1647

Tr. Catherine Winkworth, 1829-78

1.

O Gott, du frommer Gott,

Du Brunnquell guter Gaben,

Ohn’ den nichts ist, was ist,

Von dem wir alles haben:

Gesunden Leib gib mir,

Und dass in solchem Leib

Ein’ unverletzte Seel’

Und rein Gewissen bleib’.

2.

Gib, dass ich tu’ mit Fleiss,

Was mir zu tun gebühret,

Wozu mich dein Befehl

In meinem Stande führet!

Gib, dass ich’s tue bald,

Zu der Zeit, da ich soll,

Und wenn ich’s tu’, so gib,

Dass es gerate wohl!

3.

Hilf, dass ich rede stets,

Womit ich kann bestehen,

Lass kein unnützes Wort

Aus meinem Munde gehen;

Und wenn in meinem Amt

Ich reden soll und muss,

So gib den Worten Kraft

Und Nachdruck ohn’ Verdruss!

4.

Find’t sich Gefährlichkeit,

So lass mich nicht verzagen;

Gib einen Heldenmut,

Das Kreuz hilf selber tragen!

Gib, dass ich meinen Feind

Mit Sanftmut überwind’

Und, wenn ich Rats bedarf,

Auch guten Rat erfind’!

5.

Lass mich mit jedermann

In Fried’ und Freundschaft leben,

Soweit es christlich ist.

Willst du mir etwas geben

An Reichtum, Gut und Geld,

So gib auch dies dabei,

Dass von unrechtem Gut

Nichts untermenget sei!

6.

Soll ich auf dieser Welt

Mein Leben höher bringen,

Durch manchen sauern Tritt

Hindurch ins Alter dringen,

So gib Geduld. Vor Sünd’

Und Schanden mich bewahr’,

Auf dass ich tragen mag

Mit Ehren graues Haar!

7.

Lass mich an meinem End’

Auf Christi Tod abscheiden,

Die Seele nimm zu dir

Hinauf zu deinen Freuden,

Dem Leib ein Räumlein gönn’,

Bei frommer Christen Grab,

Auf dass er seine Ruh’

An ihrer Seite hab’.

8.

Wenn du an jenem Tag

Die Toten wirst aufwecken,

So tu auch deine Hand

Zu meinem Grab ausstrecken;

Lass hören deine Stimm’

Und meinen Leib weck auf

Und führ ihn schön verklärt

Zum auserwählten Hauf’!

First published in the author’s Devoti Musica Cordis, Breslau, 1630, where it was entitled “Daily Prayer.” Regarding the hymn, originally appearing in 18 stanzas, Fischer writes in his Kirchenlieder Lexicon, 1878:

It is one of the most widely used and signally blessed hymns and has not unjustly been called his “Master Song.” If it is somewhat “home baked” yet it is excellent, nourishing bread. It gives a training in practical Christianity and especially strikes three notes—godly living, patient suffering, and happy dying.

For comments on Johann Heermann see [Hymn 534].

For comments on the translator, Miss Winkworth, see [Hymn 236].

MUSIC. O GOTT, DU FROMMER GOTT, also known as “Darmstadt,” is attributed to Ahasuerus Fritsch, a German poet and composer who lived in the second half of the 17th century. The music appeared in his Himmels-Lust und Welt Unlust, Jena, 1679. The present version is from J. S. Bach’s Vierstimmige Choralgesänge, 1765-9.