12.

Nur kurz noch währt der Kampf. Die Waffen streckt ein großer Teil,

Ein größter fällt; die Nachhut rafft was flieht in wilder Eil.

In Bächen fließt auf dem zerstampften Grund das rote Blut,

Bei Pole und Kosak auch des Tataren Leiche ruht,

— Denn notgedrungen liegt wo er gefallen jedermann, —

Die Rosse fliehn der Steppe zu, die Seelen himmelan.

Kalpak’s55, Turbane sind weithin zerstreut, von Staub entehrt,

Treu rastet dicht bei ihnen nur das blutbespritzte Schwert.

O du, des Wohlergehn der Brüder Tapferkeit verpfändet,

Komm, horch wie kriegerische Lust und Siegsgeschrei nicht endet!

Sieh, wie hier zwischen Leichen angenagt vom Wurmgezücht

Den Tod an ihrer Statt sich wünscht manch bärtig Angesicht,

Wie Lächeln auf den finstren Stirnen tagt und sie verschönt

Und dann, ein schallend Lachen, gleich dem Donnerecho tönt!

Komm, zittre nicht! an ihrer Seit ist’s ehrenvoll zu stehn;

Wie blüht von Feindesblut benetzt ihr Mut so reich und schön:

Und regt sich dir im Herzen nichts darob, als Furcht und Beben,

Zagst du für Vaterland und Volk zu opfern selbst das Leben,

Gäbst du in Not für sie nicht alles, was dir Stab und Stecken —

O! schau dann tief in dich, und vor dir selbst wirst du erschrecken!

Komm, drücke du den woll’nen Kaftan an die erz’ne Brust

Und ihre Wunden küsse du in heil’ger Dankeslust!