15.
O wie lebendig, o wie schön umstrahlt des Glückes Prangen
Die edlen jugendlichen Stirnen und die holden Wangen!
Wie spielt des Jünglings große Seele in dem heitren Blick,
Wie gar so herrlich glänzt sein anmutvolles Herz zurück!
Und auf dem klaren Wellenspiegel strömend reicher Lust
Da wiegt in Paradiesesträume Hoffnung seine Brust;
Voll Mut, erhaben, lieblich nach dem Sturm, der sich verzogen,
Verkündet ihm der Zukunft ros’gen Glanz ein Regenbogen.
Welch süße Wollust jeder Pulsschlag ihm entgegenbringt!
Wie er des Lebens einz’gen Reiz mit durst’gem Arm umschlingt
Und stolz besorgt den Busen, der vor Rührung zitternd fliegt,
Im Schutze still geheimer Zärtlichkeit in Ruhe wiegt! —
Fort goldbetreßter Troßknecht, fort mit deinem mut’gen Pferde,
Damit der Liebe flücht’ger Vogel nicht verscheuchet werde!
Und du, mein Kronschwertträger, ruhe aus, ich rats dir, Held!
Dem Aug entrollet eine Trän, die auf den Schnurrbart fällt.
Erweckt vielleicht der Kampf schon jetzt in dir ein leises Grauen?
Ach, und Marie? Maria wandelt auf des Glückes Auen
Im Glück der Weiber, deren Wonnestunden gleich wie Sterne
Am heitren Himmel stehn, indes der Donner grollet in der Ferne.