16.
«Nun mein Herr Eidam!» sprach der Alte auf den Lindensitzen,
Wobei vor Herzensfreude ihm die feuchten Augen blitzen,
«In dieser wilden Welt, ich sehs, regiert der Wind die Freude,
Denn kaum erlangt man den Willkomm, ists Not auch, daß man scheide.
Für diesmal nicht auf lang; wir werden feste stehn wie Mauern,
Ich sammle gleichfalls meine Schar, so wirds nicht lange dauern.
Ein Sprichwort sagt: Des Ritters Pflicht ist hart, insonderheit
Wenn ihm die Liebe schelmisch guckt aus seinem Panzerkleid.
Allein nach kurzer Kampfeshitze winken ruh’ge Muße
Und, von Gefahren fern, die frohen Schmäuse zum Genusse.
Sobald solch liebe Gäste mich beehren dann im Haus
Und Becher klingen lassen, ists auch mit dem Fasten aus.
Da mag Maria unterdessen sich geschäftig sputen:
An reich besetzten Tischen werde nicht der Würze36 Gluten,
Nicht Pfeffer, Lorbeer, Ingwer, Safran und Citrat geschont,
Denn dieser schöne Herr ist selt’ne Leckerfrucht gewohnt.
Den Wein besorg ich selbst; und wenn die Sonn in jenem Teiche
Ihr holdes Segensleben niedersenkt, das strahlenreiche,
Und meine Plane nicht mit trügerischem Scheine blinken:
Dann wird der Tatar Tau, und ich aufs Wohl des Eidams trinken!
Für jetzt jedoch gehabt euch wohl! Nach schwerem Leidgeschick
Erblühet aus der Tugend Pfad noch schöner unser Glück.
Ich teil dem Volk die Rüstung aus, auch kleid ich selbst mich an
Und schmettern die Trompeten erst, hurtig zu Pferde dann!»