7.

Man gab das Zeichen: die Trompeten schmettern, Hufe schellen;

Der treue Reitersmann, er schließt dem tapfern Kriegsgesellen

Sich wie sein Schatten an; so stürzen, rasselnd im Gedränge, —

Sie mit behender Schwenkung durch des goth’schen Tores Enge.

Im langen Echo dröhnt es zitternd an der Wölbung Bogen,

Bis auf dem weichem Grund mit leichtem Tritt die Hufe flogen;

Und leiser, leiser rauschts und schwächer schon, wie fernes Summen,

Ein dumpfer Schall erreicht das Ohr und flieht, um zu verstummen:

Jetzt erst, auf freiem Feld, als ihren Lichtkreis schon die Sonne

Weithin entströmen ließ, da schwärmen sie in heitrer Wonne

Und baden sich wie Adler in des Lichts lebend’gen Bächen,

Eh mit den bunten Fahnen sie sich Bahn zum Ruhme brechen;

In Glanz und Farben kleiden sich viel tausend Federn, Steine,

Und in den Waffen glitzern hell viel tausend Irisscheine;

Es sitzt der Sieg in ihrer dunklen Augen wildem Sprühen

Und Mannesmut und Treu in ihren Felsenherzen blühen.

Ein hoher Jüngling reitet an der Spitze dieser Schaaren. —

Wer ist er denn? — und glüht, beschattet von den blonden Haaren,

Die Wang dem Ruhm, dem Glück entgegen? — Ach, unendlich milder,

Als die Natur in Morgenfrühe malt die ros’gen Bilder,

Und süßer, heller als der Schimmer, der den Ruhm verklärt,

Ist dieser Glanz, der sich auf seines Herzens Herde nährt,

Das Lächeln, das wohl Teil hat an dem seligen Berauschen24,

Womit die Auserwählten Cherubimgesängen lauschen!

Er ritt auf flücht’gem Roß und an der Schluchten25 Saum führt’ er

Der schweigenden Gefährten Troß in Reih und Glied daher;

Verschwindend in verwachsnem Grund umkreisten sie das Tal

Und glänzend lugten aus Gebüsch die Köpfe noch einmal;

Am Hügel sah man dann den Jüngling noch befehlend winken,

Und weiter fort den Weg gings dem Kosaken nach, dem flinken,

Des leichte Spuren unbestahlter Hufe niemand fand,

Denn Kindern gleich begruben Luft und Tau sie längst mit Sand.