8.

Und stille, öde ist die Flur, die Ritter schon verschwunden;

Das Herz bangt ihnen nach, als hätt es den Verlust empfunden.

Der Blick schweift hin im weiten Raum; doch wo er nur mag weilen,

Er trifft nichts Lebendes, kann keinen Ruhepunkt ereilen,

Die Sonne leuchtet schräge auf die ausgedehnte Flur,

Belebt fast von der Krähe Flug und ihrem Schatten nur:

Zuweilen zirpt im nah’n Gestrüppe26 eine Ackergrille;

Nur in den Lüften herrscht ein Zwiespalt — scheint’s — sonst dumpfe Stille. —

Wie, ist kein Ahnenmonument im Lande weit und breit,

Das, sanft umstossen vom Gedanken der Vergangenheit,

Ihm eine Ruhestätt für bangen Fühlens Bürde werde? —

Ach nein, er senke denn den Flug und tauche in die Erde!

Dort wird er alte Waffen finden, die der Rost zerstört,

Gebeine auch — man weiß nicht, wem sie einstens angehört —

Und in der fruchtbar’n Asche dort die Saat, die volle, reiche,

Wenn nicht — Gewürm, das hauset in noch frischer, blut’ger Leiche!

Doch haltlos irrt er auf der Flur — an Nichts kann er sich ranken27

Gleich der Verzweiflung ohne Zuflucht, ohne Ziel und Schranken.