9.

Tief sinnend saß der Kronschwertträger28 unter alten Linden

Und schwer mocht er auf welkem Haupt der Leiden Wucht empfinden.

Wie traurig ihm bei grauem Haar der — schwarze Żupan stand —

Einst trug er helle Farben auch im Dienst fürs Vaterland,

Fürs Vaterland, des Nam’ im Kriege, wie bei Ratesfragen.

Im Streit bei Reichstagswahlen, wie bei rauschenden Gelagen

Mit reinem Feuer stammte, dem das Hetze, wie zur Sonne

Im Lenz der Vogel fliegt, entgegenhüpfte voller Wonne —

Jetzt sind die Glanzgefühle schon erblichen, ach, entrückt!

Das Leben schmerzt nur mehr und seine Blume ist geknickt. —

Er sann, und das vergang’ne Leid, den Gram der Gegenwart

Bedeckt der dichte Flor der Schmach, die drohend seiner harrt. —

Doch, o so lang er atmet nur, wird er so leicht nicht lassen

Des trotz’gen Hochmuts Flammen seinen reinen Herd erfassen!

So lang im schwarzen Żupan noch lebend’ge Glieder sitzen,

Wird auch bei Not in dürrer Hand der alte Säbel blitzen!

Und dann? — Der Kronschwertträger weilt in sinnender Betrachtung;

Sein stolzer Blick birgt Mißmut, Zorn und auch vielleicht Verachtung.