55. Uns geziemt es dich zu loben und dich zu verehren, o Herr des Weltalls, und deine Größe und Herrlichkeit zu bezeugen, da du uns berufen hast, deine Worte und deine Taten in der Übung frommer Werke zu verkünden und dich durch unseren Lebenswandel zu heiligen. Darum verneigen wir uns ehrfurchtsvoll vor dir, und bekennen dich als den Herrn des Himmels und der Erde. Ja wir hoffen auf dich und glauben in fester und unerschütterlicher Treue, daß deine Größe und Allmacht, o Gott, immer mehr erkannt werde und sich sichtbar verbreite nach allen Richtungen der Erde, damit aller Irrtum hienieden verschwinde und alle Wesen erkennen, daß du nur allein Gott und Herr bist über alle erschaffenen Dinge. Alsdann werden alle Bewohner des Weltalls vor dir sich neigen und deiner Herrschaft sich willig unterwerfen, deinen Namen die Ehre geben und so den wahren Frieden allseitig hienieden begründen. So lehren ja auch deine Propheten mit ihrem hellen Seherblicke in die Zukunft.»Gottes Reich ist ein ewig dauerndes.« Und an anderer Stelle heißt es:»Und Gott wird König sein über die ganze Erde, alsdann wird der Ewige einzig sein und sein Name einzig.«!

Amen!


Die Hausfrau, wenn sie Chala nimmt.

56. Wie du einst unsere Väter in der Wüste speistest und sie am Tage alles zum Unterhalte ihres Lebens finden ließest, dessen sie bedurften, so bist du, o mein Gott, mit meinem Gatten, (meines Hauses Versorger) gewesen und hast seinen Fleiß gesegnet, daß wir den Unterhalt unseres Lebens nicht entbehren. Bevor nun der heilige Tag beginnt, will ich nach Vorschrift auf bildliche Weise dir meinen Dank darbringen, und als ein echtes Weib Israels will ich unsern Glauben bekennen, daß selbst jeder sinnliche Genuß, den du uns gewährst, durch fromme Gedanken geheiligt werden soll. Denn du ließest es zum hohen Beruf des Weibes werden, den Segen des Glaubens in das schöne Heim zu bringen; ihr legtest du die Pflicht auf, das tägliche Brot zu heiligen. O, mein Gott, so laß es denn dir gedeckt sein, was ich bereite, und segne du unsers Lebens Brot.

Amen!


Die Hausfrau, wenn sie die Sabbatlichter oder die Festlichter anzündet.

57. Freude soll alle Zeit in Israels Wohnungen leuchten; das israelitische Weib soll die Wolke der Bekümmernis zerstreuen, die sich zeitweilig über den Gatten ausbreitet und den häuslichen Kreis verdunkelt. Mit dem warmen und reinen Glauben in ihrer Brust soll sie trösten, ermuntern und erquicken. O! habe Dank, o Vater, daß ich jetzt wieder an meinen schönen und heiligen Beruf dadurch erinnert werde, daß ich die Sabbat-(Fest-)Lichter anzünde, durch aufopfernde Tätigkeit, Freude zu verbreiten und das Licht des Glaubens zu bewahren.

Amen!