„Als Ferngläser verwenden wir nur Diamanten“, sagte Menni. „Sie geben ein bedeutend größeres Gesichtsfeld.“
„Wie stark ist die gewöhnliche Vergrößerung dieses Teleskops?“ fragte ich.
„Die klare Vergrößerung beträgt etwa das Sechshundertfache“, entgegnete Menni. „Genügt uns dies nicht, so photographieren wir das Gesichtsfeld und betrachten die Photographie unter dem Mikroskop. Derart vermögen wir eine sechzigtausendfache und noch bedeutendere Vergrößerungen zu erzielen, und das Photographieren nimmt kaum eine Minute Zeit in Anspruch.“
Menni forderte mich auf, durch das Teleskop die entschwindende Erde zu betrachten und stellte es ein.
„Die Entfernung beträgt nun ungefähr zweitausend Kilometer“, erklärte er. „Wissen Sie, was vor Ihnen liegt?“
Mit einem Mal erkannte ich den Hafen der skandinavischen Hauptstadt, die ich häufig in Parteiangelegenheiten besucht hatte ... Es interessierte mich, die Dampfer in der Reede zu betrachten. Menni drehte einen an der Seite befestigten Griff, setzte anstelle des Fernrohrs den photographischen Apparat, nahm dann nach wenigen Sekunden Teleskop und Apparat und schob beide in eine riesenhafte, in der Ecke stehende Vorrichtung, die sich als Mikroskop erwies.
„Wir entwickeln und fixieren das Bild dort“, sprach er, ohne die Platte mit den Händen zu berühren. Nach wenigen belanglosen Griffen, die höchstens eine halbe Minute währten, schob er das Mikroskop vor mich hin. Mit verblüffender Klarheit sah ich einen mir bekannten, einer nordischen Gesellschaft gehörenden Dampfer; er schien sich etliche zehn Schritte von mir entfernt langsam zu bewegen; im kreisenden Licht war das Bild reliefartig und hatte eine völlig natürliche Färbung. Auf der Brücke stand der grauhaarige Kapitän, mit dem ich auf meinen Fahrten häufig geplaudert hatte. Ein Matrose, der eine Kiste an Deck schleppte, blieb plötzlich stehen, neben ihm ein Passagier, der mit der Hand auf etwas wies. Und all dies war zweitausend Kilometer entfernt ...
Ein junger Marsbewohner, Sternis Gehilfe, betrat den Raum. Er mußte über die vom Aetheroneff zurückgelegte Strecke eine genaue Messung anstellen. Wir wollten ihn in seiner Arbeit nicht stören und begaben uns weiter, in den „Wasserraum“. Dort befanden sich ein ungeheures mit Wasser gefülltes Reservoir und große Filtrierapparate. Eine Anzahl Röhren leitete das Wasser durch den ganzen Aetheroneff.
Nun betraten wir den „Rechenraum“. Hier standen für mich unverständliche Maschinen mit unzähligen Zifferblättern und Zeigern. Sterni arbeitete an der größten Maschine. Von dieser hing ein langes Band nieder, augenscheinlich das Resultat der Berechnungen. Die auf dem Band stehenden, sowie die auf den Zifferblättern sich befindenden Zeichen waren mir völlig unbekannt. Ich wollte Sterni nicht stören, empfand überhaupt keine Lust, mit ihm zu sprechen. Rasch verließen wir diesen Raum und betraten die letzte Seitenstube.
Diese war der „Sauerstoffraum“. Hier wurden die Sauerstoffvorräte aufbewahrt, in der Gestalt von fünfundzwanzig Tonnen Bertholetschen Salzen, aus denen, durch eine entsprechende Methode, bis zu zehntausend Kubikmetern Sauerstoff hergestellt werden konnten, eine genügende Menge für einige Fahrten gleich der unseren. Hier befanden sich auch die Apparate zur Spaltung der Salze, sowie Vorräte von Bariumoxyd und Aetzkali, die die Bestimmung hatten, der Luft die Kohlensäure zu entziehen, Vorräte von Schwefel-Anhydrid zur Absorbierung der überschüssigen Feuchtigkeit und des Leuhomain, – jenes durch das Atmen erzeugten physiologischen Giftes, das unvergleichlich gefährlicher ist, als die Kohlensäure. Dieser Raum unterstand Dr. Netti.