„Das ist leicht zu erklären“, entgegnete Menni. „Vermittels dieser Tabellen wird die Verteilung der Arbeit vorgenommen. Dazu ist nötig, daß ein jeder zu sehen vermöge, wo die Arbeitskräfte nicht ausreichen, in welchem Maße sie fehlen. Dann vermag der Mensch, der für zwei Beschäftigungen die gleiche oder verhältnismäßig gleiche Neigung besitzt, jene der beiden Beschäftigungen zu wählen, bei der es an Arbeitskraft gebricht. Den genauen Ueberschuß an Arbeitskraft zu kennen, ist jedoch nur dort vonnöten, wo dieser Ueberschuß besteht. Auf diese Art kann jeder Arbeiter selbst die Berechnung und das Maß des Ueberschusses feststellen, sowie seine Neigung, die Beschäftigung zu wechseln.“
Während wir so sprachen, bemerkte ich plötzlich, daß auf den Tabellen einige Zahlen verschwanden und durch andere, neue, ersetzt wurden. Ich fragte, was dies bedeute.
„Die Zahlen ändern sich stündlich“, erklärte Menni. „Im Verlauf einer Stunde melden einige tausend Arbeiter ihren Wunsch, zu einer anderen Arbeit überzugehen. Dies wird vom zentralen statistischen Apparat vermerkt, und die Mitteilung wird auf elektrischem Wege stündlich weitergeleitet.“
„Auf welche Art vermag der zentrale statistische Apparat die Zahlen des Ueberschusses und des Mangels festzustellen?“
„Unser Institut für Rechnungswesen besitzt überall seine Agenturen; diese verfolgen genau die Bewegung in der Produktion, die Warenmengen der einzelnen Betriebe, die Zahl der dort schaffenden Arbeiter. Auf diesem Weg wird genau ersichtlich, wieviel Arbeitsstunden erforderlich sind. Das Institut berechnet, welcher Unterschied zwischen den tatsächlichen und den erforderlichen Arbeitsstunden in den einzelnen Betrieben besteht, und gibt dies überall bekannt. Die Flut der Freiwilligen verteilt sich auf gleichmäßige Art.“
„Ist das Anrecht auf Produkte in keiner Weise eingeschränkt?“
„Nein; jeder nimmt das, was er braucht, nimmt soviel, wie er will.“
„Und wird niemals etwas unserem Gelde entsprechendes verlangt? Ein Beweis für die Menge der geleisteten Arbeit, oder der Verpflichtung, diese zu leisten?“
„Keineswegs. Bei uns ist die Arbeit frei, es herrscht an nichts Mangel. Der erwachsene soziale Mensch fordert nur eines: Arbeit. Wir brauchen ihn weder auf verhüllte noch auf offene Art zur Arbeit zu zwingen.“
„Wenn aber die Forderungen durch nichts begrenzt werden, ergibt sich daraus nicht die Möglichkeit scharfer Schwankungen, die alle Berechnungen des Instituts über den Haufen werfen?“