„Weshalb war es nicht Netti, der diese Worte sprach?“

Im Krankenhaus

Ich kehrte äußerst ermüdet heim; nach zwei schlaflosen Nächten und einem qualvollen Tag, da ich zu keiner Arbeit fähig war, beschloß ich, mich an Netti zu wenden. Ich wollte den mir unbekannten Arzt der chemischen Stadt nicht zu Rate ziehen. Netti arbeitete seit dem Morgen im Krankenhaus, dort fand ich ihn in der Vorhalle, mit der Aufnahme der eben eingetroffenen Kranken beschäftigt.

Als Netti mich im Vorraum erblickte, eilte er sofort auf mich zu, betrachtete aufmerksam mein Gesicht, nahm mich bei der Hand und führte mich in ein kleines Zimmer. Hier herrschte weiches blaues Licht, ein leichter angenehmer, mir unbekannter Duft erfüllte den Raum, dessen Stille durch nichts gestört wurde. Netti drückte mich in einen bequemen Lehnstuhl und sprach:

„Denken Sie an nichts, machen Sie sich über nichts Sorgen. Für heute nehme ich alles auf mich. Rasten Sie; später komme ich wieder.“

Er verließ das Zimmer, und ich dachte an nichts, machte mir über nichts Sorgen, als habe er tatsächlich alle meine Gedanken und Sorgen auf sich genommen. Dies war äußerst angenehm, und nach wenigen Minuten schlief ich ein. Als ich erwachte, stand Netti vor mir, blickte mich lächelnd an.

„Fühlen Sie sich besser?“ fragte er.

„Ich bin vollkommen gesund, Sie aber sind ein genialer Arzt“, erwiderte ich. „Gehen Sie zu Ihren Kranken und beunruhigen Sie sich meinetwegen nicht.“

„Meine Arbeit ist schon beendet. Wenn Sie wollen, kann ich Ihnen unser Krankenhaus zeigen“, schlug Netti vor.

Ich empfand dafür lebhaftes Interesse, und wir schickten uns an, das ganze schöne Gebäude zu besichtigen.