Chirurgische Fälle und Nervenkrankheiten schienen hier vorzuherrschen. Die meisten chirurgischen Fälle waren durch Maschinen verursachte Verletzungen.

„Es ist doch nicht möglich, daß es in Eueren Betrieben an Schutzvorrichtungen fehlt?“ fragte ich Netti.

„Vollkommene Schutzvorrichtungen, die jeden Unglücksfall ausschließen, gibt es überhaupt nicht. Aber Sie sehen hier die Verletzten aus einem Gebiet mit zwei Millionen Einwohnern – bei einem derartigen Gebiet sind etliche zehn Verwundete gar nicht so viel. Meist handelt es sich hier um Neulinge, die sich noch nicht recht auf die Maschinen verstehen, an denen sie arbeiten. Bei uns behagt es den Leuten, von dem einen Arbeitszweig zum anderen überzugehen. Die Erziehungs- und Kunstspezialisten sind am häufigsten die Opfer ihrer Zerstreutheit; ihre Aufmerksamkeit schweift oft ab, sie versinken in Gedanken und Betrachtungen.“

„Die Nervenkrankheiten werden wohl meistens durch Erschöpfung verursacht?“

„Ja, dieser Fälle gibt es viele. Doch werden derartige Krankheiten auch ebenso oft durch eine Krise im Geschlechtsleben oder aber eine andere seelische Erschütterung hervorgerufen, wie etwa der Tod geliebter Menschen.“

„Werden hier auch Geisteskranke mit verdunkeltem oder verwirrtem Bewußtsein aufgenommen?“

„Nein. Für diese gibt es ein eigenes Krankenhaus. Bei ihnen bedarf es besonderer Vorrichtungen, damit sie in gewissen Fällen weder sich, noch anderen Schaden zufügen können.“

„Und wird bei Euch in solchen Fällen gegen die Kranken Gewalt angewandt?“

„Bisweilen; selbstverständlich aber nur dann, wenn es sich als unumgänglich nötig erweist.“

„Nun begegne ich in Ihrer Welt bereits zum zweiten Mal der Gewalt! Das erste Mal geschah dies im „Haus der Kinder“. Sagen Sie mir, es gelingt also auch auf dem Mars nicht, dieses Element völlig aus dem Leben zu verbannen? Sie sind gezwungen, es mit Bewußtsein anzunehmen.“