Sal. Ich komme nach! Und willst du meiner nicht warten, so reute voraus — in die Stadt zurück — natürlich!
Seb. Komm bald nach.
Wenn die innigsten Freunde sich auch die kleinste Falte des Herzens nicht verdecken; so giebt es doch zuweilen welche, die sie nicht gerne sich aufwickeln, besonders im Punkt der Liebe. Oft sieht man sich selbst nicht gerne in das liebende Herzchen, und in diesem Falle einen andern, wenn er auch meinem Ich noch so sehr verwebt ist, drein gucken zu lassen? Das ist dem Menschen nur zu sehr unerträglich.
Beiden war es lieb, allein mit sich selber so ein Gesprächsel führen zu können — und jener irrte noch lange im Lager herum, vergaß der Stadt, und, daß Sebald wenn er nicht bald folge, fortreuten würde: dieser dachte wieder nicht, daß Salassin noch im Lager schwärme, sattelte sein Roß, und ließ sich von ihm tragen, wohin es nur immer gehen wollte.
Der gute Gaul, der sein eigner Herr itzt war, trappte andern nach, die vor ihm hertrabten, und in einer Stunde war Sebald in einer ganz fremden Gegend; zwar war er auf der Chaussée, aber diese war es nicht die nach der Hauptstadt führte — soviel gewahrte er plötzlich, ohne eben vielweniger zu schwärmen als vorher.
Zwölftes Kapitel.
Unfall und Zufall.
Er trieb den Gaul fort. — Ich werde ja doch ein Dorf wo noch erreichen?
Das Roß flog und in einer kleinen Weile waren sie in einem Thale, aus dem ein Schloß schimmerte.
„Gewonnen! — rief Sebald beim Erblicken desselben —
„Mir däucht ich sah schon einmal dies Gebäude!“