„Du hältest dich wohl, und ich habe meine Freude daran. Wir sind gesund, Gesellschaften erheitern uns, und wenn meine väterliche Sorge für dich schläft bin ich ruhig. Lolly, Benglers Tochter, liebt dich innig — sie soll einst deine Gattin werden. Wir freuen uns alle deß herzlich. Aber nicht eher, bis du edel ihr unter die Augen treten kannst. Ich hoffe Liebe und Ehre wird dich anspornen, den Preis ruhmvoll zu erringen. Bald kömmt Bengler mit Lolly nach der Hauptstadt. Deine Mutter und ich werden es noch überlegen. Ich habe der Geschäfte zu viel noch. — Grüsse meinen Tellmann — und Sebalds Mutter — Sebalden würd ich gerne meinen Sohn nennen, wenn Tellmann hier nicht höhere Rechte besässe. Bleibt Freunde und mein Stolz“
Dein Vater
Welly von Wallingau.
Salassin jubelte — aber doch war sein Jubel zu sehr gemischt mit bittern Empfindungen.
Lolly kömmt in die Stadt! Da muß sich die Sache aufklären! Aber — ach — sprach er mit einem tiefen Seufzer — Wenn Sebald sie als das Mädchen denkt? Und bin ich auch der Geliebte — soll ihn ein Opfer des Harms sehen? ihn Zeuge meines Glückes meiner Seligkeit seyn lassen — ihn so unnembar quälen?
Salassin wachte die ganze Nacht voll Unruh, und eilte in seine Wohnung sobald die Stadtthore geöffnet waren.
Er erschrak, als er Sebalden nicht fand! Er gieng zu dem Fürsten von Tellmann.
Tell. Seid ihr einmal da — ihr Ritter! Nun wie sieht es im Lager aus? Der Kaiser kam erst morgen dahin!
Sal. Ist Sebald noch nicht gekommen?
Tell. So? Ward ihr nicht miteinander?
Sal. Ich habe die bestimmte Stunde der Abreise versäumt — und glaubte, Sebald sey vorausgeritten; denn wir hatten uns im Lager getrennt — ich begreife nicht wo er geblieben — als ich um mein Pferd gieng — war seins schon nimmer neben dem meinen?