Tell. Warum nahmt ihr euch nicht ein paar Diener mit? Ja — da mußten die Herrn allein fort. Hm! Er wird bald nachkommen! Salassin — heut ist ein wichtiges Geschäft, du gehst mit mir in die Residenz! Salassin erzählte dem Fürsten so manches, und von seines Vaters Briefe.
Sie giengen an ihr Geschäfte. Einige Tage verstrichen, und Sebald war noch nicht da. Die Mutter bangte.
Sebalden mags da gut gefallen wo er ist! — sagte Tellmann ohne Sorge.
Nach einigen Tagen erschien endlich Sebalds Brief. Alle wurden bestürzt — aber auch bald wieder getröstet, da sie die Versicherung hatten: Sebald sey hergestellt!
Ich will dahin — sagte Salassin.
Nein! — antwortete Tellmann. Er befindet sich ja recht wohl — in der besten Gesellschaft — wie er schreibt — und sollt ihr denn Beide mich verlassen? Salassin — du bleibst zu meinem Troste da — den Gefallen —
Mit Freuden! — sprach Salassin.
Vierzehntes Kapitel.
Die Verzweiflung.
Die Tage flogen allmählig dahin, wie die Gedanken des Menschen, immer höher und höher stieg Salassins Hoffnung und Furcht.
Er saß eben einsam und traurig in seinem Zimmer, und klagte dem vertraulichen Euphon des wühlenden Herzens Qualen. Ein Diener bracht ihm einen Brief; die Schrift war ihm nicht ganz unbekannt, doch sagt ihm sein Gedächtniß nicht so ganz deutlich, wo er sie einmal gesehen! Er erbrach ihn — „Vielleicht ließ ihn Sebald, wenn er wieder kränker ward, durch eine zweite Hand schreiben!“ — Er las.