Sal. (entflammt) Mein Kaiser! Vergönne — vergönne mir dies einzige — erbarme dich meines Jammers — ich will der letzte im Rang, der erste im Vordringen seyn!
Der Kaiser. Wohl! Es sey dir gewährt — aber sogleich, ehe eine Stunde vorübereilt, sollst du in das Lager!
Sal. (fällt dankend auf die Knie, und faßt ungestüm und stumm des Kaisers Hand) Mein gütiger —
Der Kaiser. (der Kaiser sieht ihn mit einiger Verwunderung an) Ist dir alles das erwünscht? Du willst fort, sogleich fort, dahin, wo Tod in jedem Pulverstäubchen lauert, woher du vielleicht nie zurückkehrst — und doch willst du nicht erst von deinen innigsten Freunden dich zum Lebewohl umarmen lassen? Entzückest über den schnellen Raum einer Stunde?
Sal. Deine Güte — deine väterliche Weisheit löscht meine Flamme nicht!
Der Kaiser. So zieh denn hin! Jüngling — ich wollte dämpfen die Glut, die leicht auflodernd und eben so leicht verglimmend schien — ist dein Entschluß die Frucht eines nicht ganz edlen Gefühls — dann büsse für die Folgen — ich warnte dich.
Der Kaiser trat an ein Schreibpult, schrieb, und gab Salassin, der halb froh, halb harmbetäubt, auf seinen Knien lag, das Billet.
Morgen, wie gesagt, bricht das Heer auf — wenn es dir Ernst ist — so zieh dahin — und komm als Held zurück.
Der Kaiser reichte dem Jünglinge das Papier, der trunken vor Freude und Harm nach einer ehrfurchtsvollen Verbeugung dem Antliz des Monarchen entschwand.
Schnell durch das Volksgewimmel dem tellmannischem Pallaste zu, rannte er das Papier in der Hand, so ihm einige der niedern Militärstellen bestimmte —