Seb. Ja — übertriebner Edelmuth — Am besten also ich fahre heut nach der Residenz Tellmann — wie lange mag es seit dieser lezten Schlacht seyn?
Bengl. Hm! Heute zählen wir den letzten Herbstmond — ungefähr 14 Tage.
Seb. Dann wird uns Tellmann vielleicht neue frohe Nachrichten geben.
Bengl. Ich will Wellyn die Geschichte erzählen. Nun kann ichs ja getröst thun. Wir wissen einmal wo Salassin ist, und — nun ists leicht die Sache gut zu machen.
Sebald kam zurück in die Residenzstadt, wo ihm Tellmann mit freudefunkelnden Augen entgegenstürzte, und rief: „Salassin ist beim Heere des Kaisers. Er hat sich tapfer gehalten! Der Monarch zieht zurück; die Feinde trugen den Frieden an, der für uns ganz natürlich sehr vortheilhaft ausfällt. Salassin hat den Kaiser und das Vaterland gerettet!“ —
Wir haben es auf dem Lande erfahren, theurer Oheim! sprach Sebald freudig, und erzählte den Vorfall. „Wann könnte das Heer wieder hier eintreffen?
In wenigen Tagen! — antwortete Fürst Tellmann. In wenigen Tagen? Und Salassin kommt als Sieger, als Retter des Kaisers und des Landes! Welch eine Wonne für uns Alle!
Nichts als billig — versetzte Tellmann — daß er uns für das Leid, so uns seine übereilte Hitze verschafte, mit solch einem Jubel entschädige. Ich habe bereits an ihn geschrieben, zweifle aber daß er meinen Brief erhalten, noch ist alles im Heere ziemlich verwirrt. Salassin war lange dem Tode nah; aber die Aerzte, besorgt solch einem Helden dem Lande zu erhalten, haben ihn wieder hergestellt.
Sebald wollte sich von Tellmann nach einer Weile entfernen.
Daß ich nicht vergesse, lieber Sebald! — rief der Fürst, ihm plötzlich zu. Geh sogleich zu Wolling — er ist seit acht Tagen krank — seine Tochter schickte ein Briefchen an dich, worinn sie dich dahin zu kommen bittet, ihr Vater habe wichtig mit dir zu sprechen.