„O nicht doch — ich war so unachtsam“ — wendete Salassin ein — „brach ein Stäbchen vom Strauche, um damit eine Rose aus dem Wasser zu ziehn, und bemerkte nicht, daß Lolly mir zuvorkomme, und indem sie sich nach der Blume bükte in den Teich sank.“

O gehe doch! ich bin Schuld daran! — eiferte das nasse Mädchen. Warum war ich —

Jaja! — rief ein anderes Mädchen schäckernd. Ich wette die Rose wars wohl eben nicht!

„Ey und was denn sonst?“

Gewiß sie standen beide da am Uferrand, und fielen, weil Lolly einem Kuß sich entsträuben wollte, unachtsam hinein.

Warum nicht gar“ — sagte Lolly mit jungfräulicher Verschämtheit. — Und wenn ich es thue, er hat mich ja aus dem Wasser getragen!

Und die Goldrose doch erhascht! — dachte Salassin, und die Gesellschaft verscherzte den leichten Schrecken.

Ihr seyd mir ein paar Unglückskinder! — rief Bengler lächelnd. Zum erstenmal sehn sie sich, und bestehen schon ein Abentheuer in einem gefährlichen Element! Kinderchen! Scheut künftig das Wasser!

Eiliger gieng man itzo dem Schlosse zu, und aller Gespräche Stoff war — die Rosenfischerei. Man lachte und schäckerte und würzte damit den Rest des Abends, bis man in den Schoos des Schlummers eilte. Lolly — träumte mit offnen Augen von — der Goldrose. Und Salassin? Dem verwandelten Salassin trieb ein süßes Empfindunggemisch den Schlaf vom Augenlied. Er schwamm mit der schönen Goldrose aus dem Teiche! Dies Bild wich ihm nicht aus dem Traume.

Achtes Kapitel.
Komm bald wieder zur Rosenfischerei!