Mit würzigen Kränzen aus Rosen gewebt,

Verketten sich Herzen durch Liebe.

Nicht leichter erhellet der mondliche Schein

Das kühlige Dunkel im flüsternden Hain

Als Herzen der Sonnenglanz — Liebe.

Kaum hatte der Nachtwächter Hahn in seine kreischende Trompete gestossen, kaum röthete blaß noch der neue Tag den Ost da erwachten mit dem Geflügel des Hofes die Gäste im Schlosse.

Heiterkeit glänzte an jeglicher Stirne, wie an der Stirne des Tages der heitre Morgen glänzt. Freude, Munterkeit erwachten mit ihnen, und alle riefen sich: Guten Tag!

Fröhlicher als alle noch war die reizende Lolly, lieblich wie die sich entwickelnde Morgenröthe, scherzend und sanft wie das Lüftchen vom Fächer erregt, und unschuldig, wie ein junges Ringeltäubchen. Ein anderes Gewand aus feinstem Flor umfloß ihren rohrschlanken Wuchs, das lange, blonde, kunstlos geringelte Haar flatterte im Morgenwind, der ihre blühenden Wangen küßte.

Guten Morgen! — sagte sie ein paarmal zu Salassin, den ihr Anblik wie ein Zauberbild verwirrte.

Guten Morgen! — erwiederte er sanft, und schaute verlegen durch die auf ihn gehefteten Blicke der weiblichen Gäste, auf — Lollys Schuhe. Auch er hatte sich netter als sonst gekleidet, zwar gab er vor, es sey geschehen, weil gestern sein Reisekleid naß geworden, und noch nicht getrocknet sey.