Meine Schwester!
Mein Bruder! riefen sie, und Sebald schloß sich an den Fürsten. Die beiden Wallingauer standen voll Verwunderung.
Das ist mein Sohn! — sagte Sebalds Mutter, indem sie auf ihn zeigte, der sich an den Oheim mit herzlicher Freude schmiegte.
Mein Schwestersohn! Mein Sohn!
Mein Oheim!
O Freund Welly welch angenehmes Geschenk brachtest du! Wie hast du mich überrascht! — sprach voll Entzücken der Fürst, und taumelte aus einer Umarmung in die andere. Man sammelte sich endlich und ließ sich auf Ottomanen nieder.
Nun bleibst du bei mir, meine Schwester! — fieng Tellmann nach einer Weile an — Ha! der Gram in deinem Gesichte verräth mir nur zu sehr, es sey dir trübe gegangen!
„Laß mich das vergessen, was ich gelitten! An deiner Seite mein theurer Bruder! will ich ein neues Leben beginnen.“
Tellm. So recht! Mir Einsamen ist jedes Vergnügen so unschmakhaft! Allein bin ich, allein! Was nützt mir Ehre, Rang, und Reichthum, wenn ich keine freundschaftliche Seele um mich habe. Meine Gattin starb, meinen Sohn würgte der Krieg, meine Tochter folgte der Mutter. Welly! Welcher Genius führte diese zu dir?
Welly. Ein Zufall —