O kalter Jüngling, mit den Geschäften der Männer! Wenn vom Tage dir die Hälfte frei bleibt — eine Minute nur — eine Minute könntest du ja doch der heissen Liebenden schenken. Aber ach — dein Herz ist kalt.

Wellmine — ich nehme Theil an deiner Unruh, und — (etwas lasser) Theil nimmst du blos — und an meiner Unruh? und — bemitleidest mich vielleicht auch? — (Sie schweigt, und einige Thränen fallen auf Salassins Hand, der gerührt das reizende Mädchen anblickt —)

Wellmine! Deine Thränen glühen an meiner Hand — Wellmine — Wellmine — du quälst mich —

(Mit verstellter Kälte und einiger Ironie) Es sind Thränen eines Mädchens — Jüngling! Ich heuchle, wie alle Mädchen — vergieb — ich habe dich getäuscht — mein Geständniß war Lüge — ich bin ja ruhig — mein Herz ist kälter als das Deine —

O bei Gott nicht — Wellmine — mir bangts im Innern — du hast die Nattern der Unruh in mir aufgeregt — Wellmine— — verschone —

(im vorigen Tone) O das sind Schäckereien — ich scherzte nur — glaube keinem Worte — was ich sprach — du träumest selbst nur —

Foltre mich nicht — Mädchen! Dein Ton ist bitter, und geißelt mein Herz — ich liebe —

(voll Entzücken an seine Brust sinkend) O so bin ich gränzenlos glücklich — vergieb meines verstellten bittern Tons — ach auch er war der Sporn, den Liebe mir gab — Jüngling — ich bin dein —

(Salassin gewahrt den Mißverstand, und wendet sich gleichgültig ab.)

(Wellmine erblast und verstummt in sprachloser Verwirrung.)