Wer wird den Preis erhalten? — sprach Einer — Ich bin begierig den Glücklichen zu sehen! Ein Anderer. Welcher wird den Kaiser am besten gefaßt haben! Der Dritte. Ich wette der berühmte Haning, der den Kaiser alle Tag belauschte, um ihn recht zu fassen, liefert das vollkommenste Bild! Der Vierte.
O wer wird die Prämie erhalten, als der göttliche Fillner — der mahlt alle weg —! Der Fünfte.
So lispelten die Vorsitzer untereinander voll Neugier den zu wissen, der die Braut nach Hause führt.
Den Mahlern, die mit ihren verhüllten Produkten im Vorsaal standen, zitterte das Herz im Leibe vor Sehnsucht, Hoffnung und Zweifeln. Einer sah den andern mit scheelen Augen an, jedes Miene schien zu sagen: Ich bin der Glückliche! mir fällt der Kranz zu! Endlich erscholl das Zeichen zum Anfang, als die Mahler versammelt waren. Sebald war der lezte in den Vorsaal gekommen, und erschrak über den Anblick so vieler Meister, worunter er den Unbedeutendsten geschickter als sich selbst hielt. Er wollte zurück mit seinem lieben Werkchen den Weg nach Hause treten, aber nun ward keiner herausgelassen, und die Schande hören zu müssen: „Seht der hat ein armselig Vorgefühl, er geht lieber bei Zeiten fort:“ — Diese Schande wäre Sebalden zu unerträglich gefallen. Lieber will ich der Lezte eintreten, als unter dem Gespotte dieser da aus dem Saale weichen! dachte er, und stellte sich in einen Winkel, wo ihn niemand mehr fixirte: allenfalls daß der oder jener von den berühmtesten Künstlern mit einem schiefen Blick auf Sebalden vorüber gieng, die Nase rümpfte, den Mund in ein hönisches Lächeln zog, und die Lippen aufwarf als wollt er sagen: der junge Laffe da will auch mit uns Meistern sich messen?
Das Zeichen ward mit Trompeten und Pauken gegeben, die Saalthüre wurde geöffnet, und einer der berühmtesten Künstler trat mit seinem nun enthülltem Bildnisse in den Saal.
Schön! trefflich! riefen diese — andre Herrlich! man hieng es auf und der Nahme des Mahlers ward einprotokollirt.
Die Trompeten und Pauken schmetterten, und es trat ein 2ter ein — so ein 3 —4 — 5 — so traten 50 nach und nach herein, und alle so trefflich, so vollkommen gezeichnet, daß man nicht wußte, wem der Preis entschieden werden sollte.
Endlich stand Sebald ganz allein im Vorsaale da, mit klopfendem Herzen, zitternden Schritten, und wankenden Knien, unentschlossen ob er itzt doch herein oder fortgehen solle.
Jeder Mahler, der sein Portrait abgegeben, und einprotokollirt war, reihte sich unter die Zuseher und Beurtheiler. So waren denn alle da und jubelten denn jeder, mich hat keiner übertroffen.
Sind der Herrn Künstler noch viele im Vorsaale, sprach der Präsident des Musäums. —