Endlich endete der labyrintische Schlag, und 12 Eichen umrundeten einen Platz voll hohen Grases in der Form eines Ringes. Eben so viele Cypressen bildeten wieder in der Mitte des Platzes einen kleineren Zirkel, wo 2 Grabhügel mit blühendem wilden Tymian und Dyanthen sich erhoben, an jedem derselben stand eine kohlenschwarze Marmorsäule weiß geädert, auf deren jeder ein welker Blumenkranz hieng.
Die beiden Freunde schauerte es, die feierliche Stille, die der Wind nur manchmal störte, wenn er die Aeste knarrend an einander blies, und in dem Laube stöhnte oder wenn ein Aestchen oder Blatt herabrauschte — die beiden Grabhügel, die düstre Melankolie in dem ganzen Platze, das schwarze Monument — alles das wirkte auf die Fremdlinge so neu und mächtig, daß sie stumm und den Odem anhaltend diese erfurchtsvolle Stelle durchschweiften.
An der einen Säule stand die weiße Inschrift:
Gottlieb Edler von Felsthal im 26ten Frühling seines Alters im Jahre 2300.
An der andern Seite das Bild einer jungen Eiche, die vom Blitz zerschmettert wird; mit den Worten: „Kein Blitz zersplittert nun die Eiche mehr.“
Die andre Säule der vorigen an der 4 eckigen Form und an Größe gleich trug das Bildniß einer Rose vom Strauche fallend, mit dem Motto:
Schöner konnte sie nicht blühen, aber länger!
An der andern Seite: Ernestine Losenau im 18ten Frühling ihres Alters im Jahr 2298.
An dem Fusse der beiden Gräber ein 3ter Hügel mit einer runden weißen Säule, hier das Bild eines abgewelkten Baumes mit dem Spruche; Dort grünest du ewig! und auf der andern Seite: Karl Edler von Felsthal im 79 Herbste seines Lebens, im Jahre 2295.
Neben diesem ein noch frisches leeres Grab — Gewiß für eine noch lebende bestimmt. Oben an den Hügeln hob sich ein brauner Fels hie und da mit Moos und jungem Grase bewachsen empor, an dem eine stark vergoldete Metallplatte angekettet war, mit der Allegorie wie durch die Wolken des Leidens, hie und da durchs zerrissenes Gewölk ein Sonnenstrahl der Freude bricht, und mit der Inschrift: