Warum hat man ihn denn nicht in die Jammerburg gesezt?
Der ist ganz und gar nicht närrisch —
Aber Weib und Kinder vergiften ist ja ein unerhörtes Verbrechen in unserm Lande?
Das konnte man nicht beweisen: er lud sie einmal zum Essen, da mischte er untern Salat giftige Kräuter, und weil er selbst mit davon aß, sagte das sterbende Weib selbst, Hanns habe es mit Vorsatz nicht gethan; aber ich sah wohl ein, daß er auf seine Seite die guten — jenseits aber die giftigen Kräuter theilte — und es war um Haus und Hof zu thun.
Der Mann ist kein Deutscher?
Er ist ein entlaufener Fremdling, der sich da ansetzte; anfangs sich durch Fleis und Eifer hübsch bereicherte; aber sein Geiz konnte dem redlichen Thoms nichts vergönnen. Thomsen jagt er betteln, der arme Tropf kam endlich zu der Frau im Walde, und schickt dem teuflischen Bruder alles, was er sich verdient und abspart. Sein Bruder, den das Gewissen wie der Satan geiselt, wird denn immer ganz toll, wenn er vom Thomsen etwas annehmen soll.
Das ist eine garstige Rache vom Thoms.
Ey behüte Gott! Er thuts mit dem besten Willen. Seit vielen Jahren war er bei seinem Bruder hier im Dorfe nicht: er mußte einmal erfahren, daß dieser nun elend und krank sey, daher schickt er ihm, was er schicken kann. Er sagte immer: Auch dem, der mich unglücklich gemacht hat, muß ich Gutes thun!
Das ist ein edler Mann!
Ein braver Mann! rief Sebald und Salassin, und bedauerten, daß er nur so einsilbig geantwortet habe.