Millionen von Wasservögeln, als: Flamingos, rothe Ibise, weisse und blaue Reiher, Löffelgänse, Jabirus, Enten und Schnepfen finden da ihre Nahrung, und nisten theilweise. Auf den höheren Stellen findet man viele Hirsche (Cervus mexicanus) und Krebshunde (Procion cancrivorus), und nur selten verirren sich ausser dem Jaguar andere Vierfüsser dahin.

Grosse Sandritzen durchziehen diese Moräste und dienen seit undenklichen Jahren weggelaufenen Negern, die in kleinen Dörfern leben, und in dem äusserst fruchtbaren Boden alle Arten Erdfrüchte im Ueberflusse ziehen, auch Wild, Fische und Federvieh in Menge haben, zum Schlupfwinkel[ [3].

Vom Posten Oranje bis zur Mündung der Motkreek, einem Arme der Cottica, rechnet man vier Stunden und von da bis zu den Ausflüssen des Matappica-Canals ebenfalls vier. Eine Stunde weiter mündet ein anderer Arm der Matappica, die Warappa-Kreek, in die See. Von letzterer Kreek bis an die Mündung des Surinam sieht man keine Spur von Cultur. Uebereinandergestürzte Bäume, durch die Kraft der Brandung ausgerissen, bedecken den Seestrand, und aus dem sumpfigen Innern ragen trockene, halbverkohlte Bäume hervor, die traurigen Ueberreste früherer, durch das Feuer verzehrter Wälder.

An der sechs Stunden von der Warappa-Kreek entfernten Mündung des Surinam, Braamspunt genannt, verliert sich der sandige Seestrand in grossen Schlammbänken, und die Ufer dieses Stromes werden durch Waldungen von Mangrovebäumen, deren zahllose Wurzeln und Schösslinge ein beinahe undurchdringliches Bollwerk bilden, gegen die Gewalt der Brandung geschützt.

Der Ausfluss des Surinam ist etwa eine halbe Stunde breit. Das Fahrwasser in denselben wird den Schiffen durch drei an den Ecken der Bänke liegende eiserne Buien angewiesen. Eine grosse Kreek, die Jonkermans-Kreek, mündet sich eine Stunde von der Mündung auf dem östlichen Ufer, und etwas weiter liegt die schöne und fruchtbare Zuckerpflanzung Resolutie. Zwei Stunden von Braamspunt verbindet sich die von Osten her kommende Comewyne, ein stattlicher, beinahe ebenso breiter Fluss, mit dem Surinam. Auf der südlichen Ecke, wo beide Ströme zusammenfliessen, liegt das stark befestigte Fort New-Amsterdam, das mit seinen Geschützen beide Ströme bestreichen kann. Zwei kleine Redouten, Purmerend und Leyden, die gegenüber dem Forte auf dem westlichen Ufer des Surinam und dem nördlichen der Comewyne lagen, sind jetzt verlassen.

Auf beiden Seiten der prächtigen Comewyne, die ohne bedeutende Buchten bis zu dem fünf Stunden von Forteress-Amsterdam entfernt liegenden Posten Sommelsdyk in östlicher Richtung ausläuft, liegen die schönsten und reichsten Zucker- und Caffeepflanzungen der Colonie. Die freundlichen, weissen Gebäude der Pflanzungen, die Zuckermühlen mit ihren hohen Schornsteinen, die Alleen von Palmen, Tamarinden- und anderen südlichen Obstbäumen, an welche grosse Zuckerrohr-Felder grenzen, oder die unter dem Schutze der Bananen versteckten Caffeebäume mit ihren saftigen, dunkelgrünen Blättern, dabei die hohen, dunkeln Wälder des Hintergrundes gewähren einen prachtvollen Anblick. Ehe man das Fort Sommelsdyk erreicht, ergiesst sich auf dem rechten Ufer die Matappica-Kreek in den Fluss. Sie theilt sich in mehrere Arme, und in zwei in die See mündende Canäle, die kleine Matappica und die Warappa-Kreek. Zucker-, Caffee- und Baumwollen-Pflanzungen liegen hier so nahe beieinander, dass aller Wald ausgerottet ist: man würde in einer reichen Gegend Hollands zu reisen glauben, wenn nicht die tropischen Gewächse und die nackten Neger die Illusion stören würden.

Bei Sommelsdyk theilt sich der Fluss; der südöstlich auslaufende heisst die obere Comewyne; man fährt sie in vielen Krümmungen etwa 15 Stunden weit aufwärts, wo sie sich nahe bei dem verlassenen Posten Oranjebo in vier bedeutende Kreeken, Peninica, Tampati, Mapana und Comewyne vertheilt. Das Befahren dieser Gewässer, an denen früher viele bedeutende Pflanzungen lagen, ist sehr mühsam, da übereinander gefallene Bäume und Felsen den Weg versperren. Das Land ist hier hügelig, auf seiner westlichen Seite unterbrochen durch grosse Sandsavannen, die von hier an sich bis an den Essequibo im brittischen Guyana erstrecken, und den Scheidegürtel machen zwischen dem ebenen bewaldeten Küstenlande und den bergigen Waldungen des Innern.

Die Kreeken und Sümpfe des obern Comewyne sind sehr fischreich, und der köstliche Haimura kommt hier in Menge vor.

Die Cottica läuft in grossen Krümmungen stets parallel mit der Seeküste, und hat auf eine Länge von acht Stunden Zucker- und Caffeepflanzungen. Das umliegende Land ist niedrig, ja bedeutend unter dem Niveau des höchsten Wassers, und nur gute Dämme und Schleussen halten das unruhige Element im Zaume. Auch in sie münden bedeutende Kreeken: von Süden die Perica, an der viele und bedeutende Pflanzungen liegen, und die früher durch einen Canal, die Bottelskreek, mit der oberen Comewyne sich verband.

Von Norden fliesst die Motkreek in die Cottica, an der nur noch zwei Baumwollen-Pflanzungen liegen; sie mündet durch einen Canal in die See.