Nach einem mit der Küste parallelen Laufe von 16 Stunden wendet die Cottica sich südlich, und verliert sich in Sümpfen in der Nähe der oberen Comewyne. An der Stelle, wo sie ihren Lauf verändert, fliesst eine schöne und grosse Kreek, die Courmotibo, aus Südosten in sie, und mit dieser vereinigt sich zehn Stunden aufwärts die Wanekreek, oder der Ausfluss der Sümpfe, die ihr Wasser nach dem Surinam und der Marowyne senden.

Die Ufer der Cottica und Courmotibo sind meistens nieder, mit Mauritien- und andern Palmen bewachsen, nur im obern Lande werden die Ufer hügelig. Ein Theil der Aucaner-Buschneger bewohnt beide Flüsse; sie bearbeiten das Holz der umliegenden Wälder, und verkaufen es in der Colonie. Der Surinam kann, obwohl er an Grösse der Marowyne und dem Correntin nachsteht, wegen den vielen Pflanzungen, die an ihm liegen, als der Hauptfluss des Landes angesehen werden.

Seine Ländereien, schon seit so vielen Jahren bebaut, stehen aber an Fruchtbarkeit denen des Comewyne und besonders der Nickerie-Distrikte nach.

Von Forteress-Amsterdam aus zieht er sich in einem Halbzirkel nach der Bucht, an welche die Stadt Paramaribo gebaut ist. Sein Lauf zieht sich unter vielen bedeutenden Krümmungen südlich. Eine Stunde von Paramaribo empfängt er die aus Südwesten strömende Parakreek, an der drei Zuckerpflanzungen und verschiedene Holzgründe liegen. Dieser gegenüber mündet sich am östlichen Ufer die Pauluskreek, deren Pflanzungen jetzt bis auf eine verlassen sind. Zehn Stunden von der Stadt liegt ebenfalls auf dem östlichen Ufer das Dorf »Juden-Savanne«. Die Ufer werden von hier an bergig, sind mit dem herrlichsten Urwalde bedeckt, während landeinwärts grosse Savannen sich ausdehnen. Die Pflanzungen, meist verarmte Holzgründe, zeigen sich sparsamer, und die wilde Natur behält die Oberhand.

Fünf Stunden oberhalb des Judendorfes fliesst von der westlichen Seite die bedeutende Mareschalls-Kreek in den Surinam, deren viele Holzgründe schon längst verlassen sind. Durch diese Kreek kann man in die obere Saramacca gelangen, was übrigens, da sich in der Umgegend viele weggelaufene Sclaven aufhalten, noch Niemand unternommen hat. Vier Stunden weiter liegt der ansehnliche Holzgrund Bergen-Daal am Fusse eines etwa 200 Fuss hohen nackten Gebirges. In den Trockenzeiten ist der Strom sehr seicht, und manchmal stellenweise nicht über zwei Fuss tief, so dass die Verbindung mit Paramaribo sehr schwierig ist.

Vier Stunden weiter ist die unbedeutende Pflanzung und der Posten Victoria. Der Strom, durch ein hohes Ufer eingezwängt, ist höchstens 200 Fuss breit und voll Klippen und Sandbänken. Dicht bewaldete Hügel und Berge umgeben ihn an beiden Seiten; nach weiteren drei Stunden fliesst aus Osten die bedeutende Sarakreek in den Surinam, der jetzt wieder breit und ausgedehnt mit Klippen, Inseln und Sandbänken bedeckt ist. Der Charakter der Umgegend ist ganz der der obern Marowyne, wiewohl der Fluss bedeutend kleiner, und die Scene desshalb nicht so grossartig ist. An der Sarakreek und in der Nähe derselben haben sich ebenfalls Aucaner niedergelassen. Diese Kreek läuft südöstlich weit landeinwärts, und die Buschneger kommen durch dieselbe nach acht Tagen, nachdem sie aber einige Tage über Land reisen, an die Dörfer ihres Stammes am obern Tapanahoni.

Vier Tagreisen über Victoria und zwischen dem dritten und vierten Grade liegen die Dörfer der Saramaccaner Buschneger. Wie in der obern Marowyne, so hindern in der Trockenzeit eine Menge Klippen und Bänke die Fahrt. Dagegen ist im Innern der Wasserstand stellenweise in grossen Regenzeiten bei 50 Fuss höher, als in der trockenen Jahreszeit, und die Schnelligkeit der Strömungen ausserordentlich. Fallen heftige Regen im obern Lande, so kann in einer Nacht das Wasser um acht Fuss anschwellen, wie ich es selbst auf dem Posten Victoria gesehen habe. Das letzte Dorf der Saramaccaner-Buschneger, Mongo (Berg), kann 40 bis 50 Stunden von Victoria, und der Höhe der Wasserfälle nach zu urtheilen, 500 Fuss höher als Victoria liegen. Auch sie haben über die bewaldeten Gebirge einen Weg zu den Aucanern am Tapanahoni, so wie eine andere Verbindung mit den Matuari- und Becu-Musiuga-Buschnegern, die den obern Saramacca bewohnen. Auf alten Karten findet man die Lage eines Salzberges angegeben, der aber wahrscheinlich blos in der Phantasie existirt, weil die Buschneger mit vieler Mühe ihr Salz von Paramaribo holen, und in Ermanglung desselben die Asche der Pinapalme auslaugen, welche Soda ähnliche Substanz ihnen das Salz ersetzen muss.

Sieben Stunden westlich von Surinam ergiessen sich die Saramacca und Coppename in die See. Beide machen durch weit auslaufende Schlammbänke die Einfahrt mühsam. Ihre Wandungen sind nieder und mit Gesträuch bewachsen. Die Saramacca wurde erst in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts angebaut und steht durch den bei Paramaribo mündenden vier Stunden langen Wanicakanal mit dem Surinam in Verbindung. Die Erzeugnisse der Pflanzungen an der Saramacca, meist Zucker und Kaffee, werden auf diesem Wege nach Paramaribo gebracht, wiewohl kleinere nicht tiefgehende Schiffe ihre Ladung manchmal selbst in Saramacca einnehmen.

Wenig kleiner als der Surinam läuft die Saramacca in den langweiligsten Krümmungen südlich; diese hat oberhalb des Wanicakanals nur wenige unbedeutende Holzgründe an ihren Ufern. Eine Menge Kreeken, die ihren Ursprung in den Savannen nehmen, fliessen von beiden Seiten in den Fluss. Der letzte bewohnte Platz, ein früherer Militärposten, Saron, und in alten Zeiten eine Station der Herrnhuter Missionäre, liegt etwa 18 Stunden von der See ab, was aber durch die bedeutenden Krümmungen wohl eine Reise von 30 Stunden erfordert.

Von Saron führt ein Weg von acht Stunden durch Savannen und Wälder nach der Pflanzung Berlin am obern Para, von wo ein anderer Communicationsweg von 13 Stunden bis nach Paramaribo geht.