Gegen Mittag des andern Tages überfiel uns im Surinam ein so heftiger Sturm, dass wir in grosser Gefahr waren, zu sinken; denn die plumpen, platten Ponten füllen sich bei starkem Wellenschlag leicht mit Wasser.
Aber auch hier begünstigte uns das Glück. Wir erreichten das jenseitige Ufer des Stroms und hielten uns an den Zweigen, bis der Sturm sich gelegt hatte.
Mittags 3 Uhr waren wir am Orte unserer Bestimmung, in Paramaribo, angekommen. Hier erwartete mich nun wieder ein ganz anderes Leben als das, welches ich bisher geführt hatte.
Es waren nur wenige Corporale in der Stadt und desshalb der Dienst ziemlich schwer. Wir mussten jeden andern Tag auf die Wache und wurden, besonders bei der jetzigen Regenzeit, zuweilen bis auf die Haut durchnässt, was keine Kleinigkeit war.
Kaum von der Wache in die Compagnie zurückgekommen, bekam man den Dienst der Woche, bei welchem man für Alles zu sorgen hatte, was Reinlichkeit und Ordnung betraf, wenn man sich nicht die grässlichen Flüche der Sergeanten auf den Hals laden wollte. Kurz, es gibt keine geplagtere Charge bei dem Militär, als den Korporal, der mit den Soldaten sich nicht gemein machen darf und doch von den Unteroffizieren entfernt gehalten wird. Es ist dieser Rang so ziemlich analog dem der Blankoffiziere und ein trauriges Mittelding zwischen Seyn und Nichtseyn.
Zum Glück dauerte mein Aufenthalt in der Garnison nicht lange; denn gegen die Mitte Augusts 1838 erhielt ich den Befehl, mich mit einem bereit liegenden Tentboote nach dem Posten Nickerie zu begeben.
Mein Kommandant auf Mauritzburg war zum Landdrost des Niederdistrikts Nickerie ernannt und hatte die Güte, mich dahin kommen zu lassen.
Ein Sergeant, der auf Urlaub in der Stadt gewesen war, kehrte mit dem Boote nach dem Posten zurück. Die Wittwe eines kürzlich verstorbenen Offiziers benützte ebenfalls diese Gelegenheit, um einer Freundin, die auf einer Pflanzung am Coppename wohnte, einen Besuch abzustatten. Die Bagage dieser Dame nahm den grössten Theil des Tentes ein, und ihre Hut- und Haubenschachteln bildeten kleine Pyramiden, welche an die Decke stiessen.
Gerudert von acht kräftigen Indianern, fuhren wir Abends 4 Uhr von Paramaribo ab.
Ein Schiff, das nach den Nickeries geht, macht die Reise dahin meistens in einem Tag, weil Strom und Wind gleich günstig sind. Ein Boot aber, das durchs Innere geht und alle Krümmungen verschiedener Flüsse und Kreeken zu passiren hat, braucht 8-10 Tage zur Reise.