Wir kamen nach den letzten Häusern der Stadt in den Wanika-Kanal, an welchem ½ Stunde von Paramaribo der Invalidenposten Poelepantje (deutsch: zieh deinen Unterrock aus) liegt.

Bei dunkler Nacht erreichten wir den Invalidenposten Bakra Masango, der, rings umgeben von Sümpfen, am Canale liegt. Myriaden Mosquittos machen diesen Platz zu einer wahren Hölle.

Es ist hier die Wasserscheide des Kanals, der seinen Zufluss aus dem Surinam und dem Saramanka erhält, und wir mussten eine Stunde warten, ehe die Ebbe in dem Canale eintrat.

Mit anbrechendem Tage kamen wir in die Saramacca und blieben auf dem Posten Uytkyk, der an der Mündung des Canals liegt, einige Stunden. Es sind hier 10 Mann unter dem Kommando eines Sergeanten. Die Plantagen in der Nähe bieten hinlänglich Gelegenheit, sich mit Erdfrüchten, Zucker, Caffee u. s. w. zu versehen.

Wir fuhren mit dem Abletzen der Ebbe bis auf den ½ Stunde weiter entfernten Posten Groningen. Dieser Platz, wie Paramaribo, auf einer hohen Sandritze gelegen, war zu einer Stadt bestimmt, welche den Namen Columbia erhalten und als Stapelplatz für die Erzeugnisse der Saramacca dienen sollte. Es sind einige Strassen vorhanden, welche, wie die von Paramaribo, mit Orangebäumen besetzt sind. Die Hauptsache aber, nämlich Häuser, sucht man vergebens.

Das Land ist ziemlich hoch, und grosse Klippen, die aus zusammengetrockneten Muscheln bestehen, werden zu Bausteinen bearbeitet und dienen in Paramaribo zu Fundamenten von Schutzmauern gegen das Abspülen.

Eine Quelle eiskalten Wassers strömt aus diesen Klippen. Gegenüber dem Posten ist das Land in verschiedene gleichgrosse Stücke eingetheilt, welche denjenigen gegeben wurden, die sich dort anzusiedeln gedachten. Zugleich unterstützte das Gouvernement die Unternehmer mit Werkzeugen und Lebensmitteln. Aber, da Fleiss und Industrie hier nicht zu Hause sind, so konnte man sich keines guten Erfolges erfreuen.

Nachdem wir die halbe Nacht durch gefahren waren, kamen wir am Morgen auf einer Caffeepflanzung, Huwelykszorg, an, wo wir mit aller Freundlichkeit bewirthet wurden.

Gegen Mittag waren wir auf dem Posten Nassau, an der Mündung des Flusses gelegen.

Einzelne rothe Ibise, hier Flamingos genannt, spazierten längs des schlammigen Ufers, in dem man bis um den Leib einsinken würde, wenn man auf dem schmalen Baum, der zur Landung dient, fehl träte.