Es ging nun alles wieder seinen alten, maschinenmässigen Gang: Wache, Exerciren und Compagniedienst wechselten wie früher; zuweilen fand ich auch einen freien Tag, den ich zum Besuch der umliegenden Wälder benützte.

Zu Ende Octobers wurde ich abermals detachirt und kam nun an den Seeposten Alsimo, der bei der Pflanzung gleichen Namens an der Mündung der Warappakreek liegt.

Dieser Posten wurde von einem Sergeanten kommandirt, und die sechs Soldaten hatten die leichtesten Dienste.

Lebensmittel gab es hier in Menge; nur musste man das Regenwasser anderthalb Stunden weit herbeiholen, obgleich auf der Pflanzung in grossen Wasserbehältern solches im Ueberfluss war. Das Detachement lebte aber in grosser Feindschaft mit dem Director derselben, der sogar behauptete, Sergeant und Soldaten seyen seinen Hühnerställen gefährlicher, als Tigerkatzen und Awaris (Beutelratzen).

Diese Behauptung war freilich nicht ganz ungegründet; denn manche Ente und mancher Truthahn, welche sich erfrechten, das herumliegende Welschkorn in der Kaserne aufzupicken, kehrte nicht mehr nach der Plantage zurück.

Eine alte Negerin der Pflanzung, welche die Aufsicht über das Federvieh hatte, bekam dann regelmässig eine Tracht Schläge. Der Director liess sogar nach Federn im Umkreise der Kaserne suchen, um seine Anklagen beweisen zu können; aber die Soldaten waren so klug, und sandten sie mit der Ebbe in die See.

Nach sechs Wochen langweiligen Aufenthalts wurde ich zu meiner grossen Freude wieder abgelöst und nach dem Hauptquartier versetzt.

Sechster Abschnitt.
Abreise nach der Marowyne. Seekrankheit. Haferey. Posten Prinz Willem Frederik. Erste Beschäftigungen. Umgebung des Postens. Stranden der Catharina Jakoba. Raubsucht der Matrosen. Ueberfluss auf dem Posten. Interessante Soirée. Abholen der Güter von Bord. Brodtrunkenheit der Soldaten und Matrosen. Ankunft des Kommandanten. Das Wrak. Ein Possenreisser. Abfahrt der Soldaten nach Armina. Kriegsmatrosen und Arowack-Indianer. Nachtbilder in der Bäckerei. Lebensweise, Sitten und Gebräuche der Caraiben. Zurückkunft des Schooners. Die Haushälterin. Wohlfeiler Tabak. Seeschildkröten. Mosquittosplage. Bremsen. Arbeiten am Wrak. Reise nach Armina. Leben der Soldaten dort. Handel. Kauf des Wraks. Fahrt nach dem Kloster Mana. Die Aebtissin. Das Etablissement Mana. Bevölkerung. Reinlichkeitssinn. Bereitung des Tapioca. Weitere Arbeiten am Wrack. Verkauf desselben. Besuch auf Mana. M's. Streit mit der Aebtissin. Der Rokou oder Orleanbaum. Gefahr auf der Zurückreise. Muschelfang. Die Seekuhkreek. Traurige Nachricht. M's. Abreise. Die Chika oder Sandfloh. Der Mosquittoswurm. Vampyre. Schlangen. Klapperschlange. Streit mit einem Indianer. Besuch der französischen Leproserie. Bau neuer Häuser auf dem Posten. Der Geelbakker. Krankheit. Die Pompaschlange. Zurückreise nach Paramaribo.

Ich hatte nun von 4 Dienstjahren 2½ Jahre auf Posten zugebracht und glaubte desshalb, beim Anfang des Jahres 1840, wenn die Posten gewöhnlich abgelöst werden, in Garnison bleiben zu dürfen.

Diess war aber nicht der Fall, denn ich wurde nach dem entlegenen Posten Armina, dessen sämmtliche Wachmannschaft abgelöst wurde, beordert.