Unser Detachement bestand aus dem Kommandanten, einem zweiten Lieutenant der Colonial-Guiden, einem Sergeanten, einem Korporal, 10 Jägern und 3 Kanonieren. Die Haushälterin des Sergeanten (eine Mulattin mit ihrem Kind) vermehrte die Gesellschaft. Ausserdem waren noch 10 Matrosen von allen Farben, sowie ein Kapitän, an Bord.

Es war der Schooner Beschermer, der früher auf Nickerie als Wachtschiff gedient hatte und ganz besonders darin geschickt war, die zur Seekrankheit geneigten Constitutionen so krank und elend, als möglich, zu machen.

Die für den Posten bestimmten Lebensmittel und das Gepäck der Offiziere füllten den Raum des an sich schon kleinen Fahrzeuges so an, dass es unmöglich war, einen Fuss auf das Verdeck zu setzen. Selbst für unsere Kisten fand sich kein Platz mehr und sie mussten desshalb auf dem Verdeck stehen bleiben.

Es war Ende Januars, als wir Paramaribo verliessen und noch war die Mündung des Flusses noch nicht erreicht, als schon die meisten von uns, und ich wohl am ärgsten, von der Seekrankheit befallen waren. Man hörte nichts als Klagen und Stöhnen, und einer fiel über den andern. An Essen und Trinken war bei mir wenigstens nicht zu denken und immerwährendes Erbrechen schwächte mich so, dass selbst der Lieutenant, der sonst nicht viel weggab, mir eine Tasse Kaffee anbot.

Glücklicherweise währte die Reise nicht lange; denn schon am Morgen des vierten Tages lagen wir in der Mündung der Marowyne vor Anker.

Kaum hörte man das Brausen der Fluth an den vielen Sandbänken, welche diesen Strom so gefährlich machen, als der Kapitän die Anker lichten liess und unter beständigem Looden hineinsegelte.

Noch hatten wir drei Faden Wasser, als kaum eine Minute später der Schooner mit solcher Gewalt an eine Bank stiess, dass wir Alle zu Boden stürzten.

Jetzt folgte Stoss auf Stoss, so dass das Steuerruder losriss und der lose Kiel sich ablöste. Die Sache sah sehr gefährlich aus, denn es zeigte sich ein bedeutender Leck. Anhaltend musste man pumpen; überhaupt wurden alle erdenklichen Mittel angewendet, um das Fahrzeug wieder flott zu machen.

Obgleich die Sache weniger lebensgefährlich war, weil in den zwei Booten des Schooners wir uns Alle leicht hätten retten können, so stand doch die Ladung auf dem Spiel.

Der sonst so bedächtige Kapitän hatte den Kopf ganz verloren; doch wurde das Fahrzeug bei aufsteigender Fluth wieder von selbst flott und unter immerwährendem Pumpen erreichten wir glücklich den Posten Prinz Willem Frederik, der von Ferne einem halbverfallenen Indianerdorfe nicht unähnlich sah.