Alles dieses wird mit Lianen ans Rahmwerk festgebunden. So leicht diese Dächer auch sind, so undurchdringlich sind sie doch für den Regen. Eine solche Hütte ist 2-3 Jahre in gutem Zustand, und wenn sie dem Winde nicht zu sehr ausgesetzt ist, noch von längerer Dauer.
Fleissige Indianer pflegen auch noch ein Schlafgemach zu bauen. Die Hütte wird dann bedeutend höher, und etwa 6' vom Boden sind über die ganze Breite desselben sogenannte Pallisaden gelegt, die den Fussboden bilden. Die Giebelseiten werden sorgfältig mit Tas oder andern Palmblättern verschlossen, und nur auf einer Seite wird eine Oeffnung, welche die Thüre vorstellt, gelassen, die des Nachts mit einer, ebenfalls aus Palmblättern geflochtenen Decke verschlossen wird.
Zu diesem Schlafzimmer führt eine Treppe, welche aus einem Baumstamme roh gearbeitet ist.
Auch hier hat jedes Individuum sein Feuerchen unter der Hängematte, und es ist in der That unbegreiflich, dass nicht mehr Brandunglück entsteht. Die Palissaden werden zu diesem Zwecke mit alten Scherben bedeckt, auf diese wird etwas Erde geschüttet und hierauf das Feuer angemacht. Das Holz hiezu schaffen die Weiber herbei, deren Aufgabe auch das Anmachen der Feuer ist.
Am frühen Morgen (denn mit anbrechendem Tage verlässt alles die Hängematte, um sich im Strome zu waschen) reinigen die Weiber die Hütte, backen Brod und kochen das Essen.
Die Männer gehen hierauf auf die Jagd, fischen manche Körbe, oder liegen wieder in die Hängematte und bekümmern sich nicht im mindesten um die Haushaltung.
Die Caraibinnen sind sehr geschickt im Verfertigen von Krügen, Töpfen und grossen Trögen, worin Casiri und Tapana gebraut wird. Ebenso haben sie eine grosse Geschicklichkeit in der Verfertigung von Hängematten. Die Töpfe werden aus einem grauen oder röthlichen, sehr fetten Lehm gemacht, den sie meist weit her holen. Dieser Lehm wird zuerst von allen Unreinigkeiten gesäubert und mit dem Pulver der zu Kohlen verbrannten Rinde des Kwepiebaumes vermischt und dann mit den Händen so lange gerieben, bis sich alles gleichmässig vermengt hat. Die Werkzeuge zu dieser Töpferarbeit sind sehr einfach und bestehen bloss aus einem Brettchen, auf welches das zu Verfertigende gestellt wird, einigen Stücken Calabassen, die wie Löffel oder Spatel gestaltet und zum Abkratzen des überflüssigen Thons, sowie zur Glättung des Werks bestimmt sind, auch aus einer Calabasse mit Wasser, um das Werk zu befeuchten.
Der Thon wird zu dünnen, langen Würstchen ausgerollt, auf dem Brettchen ein runder Boden verfertigt, an den diese Würstchen angeklebt und immer in der Runde mit dem Spatel bearbeitet werden. Ist die Arbeit fertig, so stellt man sie an einem luftigen Ort zum Trocknen auf.
Die Schüsseln werden sodann von innen mit Orlean und einer Art Firniss von Copal bestrichen, nachdem sie zuvor mit einem rothen, jaspisartigen Stein, der in der Correntin oder dem Maho gefunden wird, geglättet wurden.
Sind die Töpfe oder Krüge trocken genug, so wird ein Feuer aus Baumrinde um sie angemacht, und sie dann, wenn sie vortheilhaft ins Auge fallen sollen, mit dem Safte eines Käfers, welcher braun färbt, bemalt.