Andere kleine Körbe, welche zur Aufbewahrung von Krabben, Maniokwurzeln und dergleichen bestimmt sind, nennt man Kurikuri und sind ebenfalls aus Warimbo geflochten. Bogen, Pfeile, Corjaals und Pagait werden ausschliesslich von den Männern gemacht, die trotz ihrer unvollkommenen Werkzeuge in der Verfertigung sehr behend sind.
Die Bogen werden aus 6' langen Stöcken eines harten Holzes, meist Letter oder Konordeppi, geschnitzt. Sie haben in der Mitte etwa 1¼" Durchmesser, sind halbrund und laufen von der Mitte aus allmählig spitzig zu. Die meist schlaffe Bogensehne ist aus Bromelienflachs gedreht. Die etwa 3' langen Pfeile werden aus einer Art Schilfrohr gemacht; am einen Ende sind zwei durchschlitzte Federn, um den Flug zu regeln, am andern aber ist die, etwa 1½' lange, aus sehr hartem Holze gemachte Spitze. Pfeilspitzen für grössere Fische sind von Eisen, und werden aus alten Reifen, zerbrochenen Hauern und Messern gefeilt. Sie haben zwei Widerhaken und werden Tokosi genannt. Man bindet sie an die hölzerne Verlängerung des Pfeils mit Bromelienflachs, den man mit einer Pechart, Mani, dem Harze des Manibaumes (Symphonia coccinea) bestreicht, Pfeile für Tiger, Pakire und grosses Wild sind ebenfalls von Eisen, aber stärker, während die Pfeile für Vögel und kleinere Fische verschiedene, auseinander laufende Spitzen von Palmholz haben.
Die Pfeile, welche beinahe so lange als die Bogen sind, werden mit demselben in einer Hand getragen, während das Jagdmesser im Gürtel steckt. Auf der Jagd gehen die Indianer so geräuschlos, dass man sie kaum hört, und Gehör und Geruch sind so fein, dass sie beim geringsten Geräusch im Gesträuch oder auf den Bäumen augenblicklich wissen, welches Thier dasselbe verursachte. Ich habe diess mit Verwunderung manchmal beobachtet. Nie, wie sehr ich auch meine Augen anstrengte, konnte ich die Fische bemerken, auf welche sie schossen, und wenn auch nicht immer, doch meistens trafen.
Sehr selten ist es, dass ein Indianer ohne Beute von der Jagd nach Hause geht. Findet er auch kein Wild, so bringt er doch Eidechsen, Anamueier (vom Pesus serratus) oder Kabbiswürmer in seinem Jagdsacke, und er ist doch nicht genöthigt, ohne Wild die unentbehrliche Pfeffersauce zu essen. Aber meistens sind sie zum Jagen zu faul und bleiben tagelang zu Hause, wo sie sich mit Kindereien beschäftigen und meistens in der Hängematte liegen.
Wie bei den Weibern die Verfertigung einer Hängematte vor allen andern Beschäftigungen hervorgehoben zu werden verdient, so ist bei den Männern der Bau einer Corjaal das wichtigste Geschäft, und Hängematten und Corjaalen werden daher nur im dringenden Falle verfertigt.
Der Indianer, welcher sich entschlossen hat, eine Corjaal zu bauen, sucht einen schönen, geraden, so dicht als möglich am Wasser stehenden Wanabaum. In der Nähe desselben wird nun eine temporäre Hütte errichtet und der Baum gefällt. Ist derselbe gesund, ohne Risse und Höhlungen, so wird das tauglichste Stück in derjenigen Länge abgeschnitten, welche die Corjaal erhalten soll. Die Werkzeuge, deren sie sich dabei bedienen, sind ein Beil und eine Hohlaxt. Der Baum wird nun von aussen so zugehauen, wie die Corjaal werden soll. Ist man mit der äussern oder untern Seite fertig, so wird der ganzen Länge nach Holz heraus ausgehauen, und wenn eine genügende Höhlung entstanden ist, Feuer darin angemacht. Nun sorgt man, dass die Seiten der Corjaal, noch ehe sie auseinandergetrieben werden, die nöthige Dicke erhalten. Ist diese Arbeit alle gethan, über welcher manchmal mehrere Wochen, ja Monate hingehen, so werden die Seiten der Corjaal, welche bis jetzt noch einer zugespitzten Walze gleicht, durch Stöcke, welche man quer über hineinzwängt, auseinandergetrieben. Damit nun durch das gewaltsame Auseinandertreiben der Seiten keine grossen Risse entstehen, wird in und unter derselben immer Feuer unterhalten. Es werden nun immer längere Stöcke hineingetrieben, so lange, bis die Corjaal ihre gehörige Weite hat. Diess letztere Geschäft erfordert grosse Aufmerksamkeit und Sorgfalt; denn obwohl alle Corjaalen dabei Risse erhalten, so kann ein Sachkundiger es doch so einrichten, dass diese auf Stellen fallen, wo sie weniger nachtheilig sind.
Ist das letzte Geschäft gethan und das Boot so weit vollendet, dass es in's Wasser gebracht werden kann, so wird ein Weg bis zu dem Fluss oder der Kreek geebnet, runde Stöcke oder Rollen werden auf ihn gelegt, und dann wird die Corjaal von einer gehörigen Anzahl Indianer in's Wasser geschafft. Die Risse werden mit Bienenwachs oder Mani bestrichen, und Bänke, Querstangen u. s. w. mit Lianen befestigt.
Hat nun eine Familie sich einen Vorrath von Schüsseln, Krügen, Pagaals u. s. w. verfertigt, und ist sie im Besitze eines Boots, so wird eine Reise nach Paramaribo oder den Pflanzungen unternommen. Da diese meist über See geht, so werden an der Corjaal lange, dünne Bretter, die aus dem weichen Holz des Trompetenbaumes (Cecraphia peltata) gehauen sind, an beiden Seiten befestigt, um dieselbe dadurch ein wenig höher zu machen und die überschlagenden Wellen abzuhalten. Diese Brettchen sind so lange als die Corjaal und 6-12" breit, durch Lianen und Querhölzer an diese befestigt. Die Fugen zwischen den Brettern und der Corjaal werden mit harzigen Fasern, die man aus einer gewissen Baumrinde schabt, und welche die Stelle des mit Theer getränkten Werges vertreten, ausgefüllt.
Segel werden verfertigt, indem man die Blattstiele der Mauritia trocknen lässt, den äussern Bast abzieht und die markige Substanz mittelst eines Bindfadens in ¼" dicke, 1½" breite und 4' bis 6' lange Latten schneidet. Diese, mit Bindfaden aus Bromelienflachs so dicht als möglich aneinander befestigt, geben ein gutes und leichtes Segel von beliebiger Länge, das man leicht zusammenrollen kann.
Indessen der Mann für die Ausrüstung des Fahrzeuges sorgt, beschäftigen sich die Weiber mit der Zubereitung von Kost und Getränke. Kassavekuchen werden in Menge gebacken und in der Sonne getrocknet. Ausgepresster Maniok (Madappi) wird in Körbe verpackt und mehrere Püllen (grosse steinerne Krüge) werden mit Tapana und Cosiri gefüllt.