Der Prozeß, dem die Citronen unterworfen werden, wird zwar auch als Fermentierungsprozeß bezeichnet, ist aber wohl mehr ein Nachreifungsprozeß. Die Citrone wird grün gepflückt, dann im «Fermentierhaus» 2–3 Wochen bei einer Temperatur von c. 50° gehalten, wobei der Zucker «ausschwitzt» (?) und die Schale dünn und gelb wird. Dann wird die Frucht noch einige Monate einer niedrigeren Temperatur ausgesetzt.

Das Fermentieren, wie überhaupt die weitere Behandlung der geernteten Roh-Droge, wie z. B. das Auspressen des Cocosöls (auf Ceylon), die Destillation des Zimt- und Sternanis-Öls (in China), die Sublimation des Camphers (auf Formosa), findet dort, wo Europäer die Erntebereitung leiten, in der sog. Mill statt ([Fig. 123]), die entweder in der Plantage (Estate, Onderneming) selbst (Cacao, Kaffee, Vanille) oder in der Nähe des Hafenplatzes (Cocosöl) liegt, wohin das Rohprodukt — beim Cocosöl die Copra — gebracht wird.

Fig. 131.
Opiumbereitung in Indien. Kleinbetrieb.
[Aus Meyers Histor. geograph. Kalender.

Die Mehrzahl der Drogen wird aber nur getrocknet, einige allerdings ziemlich scharf über dem Feuer (Mate, [Taf. XIII]). Viele werden allerdings zuvor der Schälung unterworfen, «geschält», ein Verfahren, daß bei Rinden (Zimt, Caneel, China plana regia), Rhizomen (Kalmus, Iris, Ingwer), Wurzeln (Belladonna, Althaea) die Korkschicht (eventuell nebst den Wurzeln), bei Früchten (weißer Pfeffer, Coloquinthe) die äußere Schicht der Fruchtschale entfernt. Beim Rhabarber wird die ganze Rinde bis fast zum Cambium abgeschält. Umgekehrt ist z. B. bei einigen Citrusdrogen die äußere Fruchtschale, die man abschält, das Wertvolle, das durch den Schälprozeß von den weniger wertvollen inneren Partien abgelöst wird. Bei Iris und dem Ceylonzimt werden die Schälabfälle zur Öldestillation benutzt.

Fig. 132.
Das Kneten und Formen des Patnaopiums.

Das Ablösen der äußeren Fruchtwandpartie bei der Darstellung des weißen Pfeffer geschieht meist in der Weise, daß man die Früchte einige Minuten in heißes Wasser bringt und dann durch Schütteln und Reiben in Bambuskörben die Schicht entfernt, also «abreibt».

Fig. 133.
Naschtars (Nush-turs, Mahurnees) mit Schnur umwickelt zum Anschneiden der Mohnfrüchte in Indien.
[Tschirch phot.]